Was ist der Unterschied zwischen Wahlfreiheit und Willensfreiheit?

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5 Antworten

Wahlfreiheit hast Du, wenn Du auf die eine oder andere Art handeln kannst, dazwischen also entscheiden kannst. Die Entscheidung oder "Wahl" kannst Du dabei bewusst oder unbewusst, vernünftig oder unvernünftig getroffen haben. Indem Du entschieden hast, wird man sagen, Du habest es eben so gewollt.

Das heißt aber nicht, dass Dein Wille in diesem Moment auch frei war. Vielleicht hattest Du ja verschiedene Handlungsmöglichkeiten, aber nicht die innere Freiheit, das eine oder das andere auch tatsächlich zu wollen. Vielleicht wurde das, was wir etwas voreilig Deinen "Willen" nennen, ja auch durch innere Zwänge gesteuert. Wie weit bist Du z.B. imstande, etwas zu wollen, wovor Du Dich ekelst oder wovor Du große Angst hast ?

    

Wenn Du die innere Freiheit für eine Willensentscheidung nicht hast, sollte man besser auch nicht davon sprechen, Du habest etwas "gewollt" oder "nicht gewollt". Das, was manche einen "unfreien Willen" nennen, würde ich besser überhaupt nicht einen "Willen" nennen. Der Vorwurf, Dir habe es dann an "gutem Willen" gemangelt, ist zwar objektiv gerechtfertigt, aber andererseits gilt dann der Grundsatz des Römischen Rechtes: "Wo kein Können ist, ist keine Verantwortung."

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Die Wahlfreiheit ist relativ einfach zu erklären. Zunächst einmal gibt es nur eine begrenzte Zahl von Alternativen, die zur Wahl anstehen. Zudem ist es entscheidend, welche Folgen aus deiner Entscheidung resultieren, und hier genau gibt es eine ganze Menge von Faktoren, die eine "Wahlfreiheit" als eine nur "scheinbare Freiheit" herabsetzen. 

In Filmen kann man immer wieder beobachten, dass ein bestimmter Darsteller vor die Alternative gestellt wird einen Gefährten zu verraten oder selber getötet zu werden. Hier liegt keine echte Wahlfreiheit vor, weil die Selbstvernichtung nicht zu den möglichen Alternativen gerechnet werden kann, obwohl es den Anschein dazu gibt. 

Eine wirklich reine Wahlfreiheit ist stets dann gegeben, wenn aus der Entscheidung keine existentiell bedrohlichen Konsequenzen resultieren.

Bei der Willensfreiheit ist die Sache ungleich komplizierter, weil man heute recht sicher weiß, dass es keinen inneren freien Willen gibt. Unsere Entscheidungen werden durch die unüberschaubare Vielzahl von Vorerfahrungen, von motivierenden Faktoren, von Vorlieben, schlechten Gewohnheiten und Ängsten, von Zwängen, Routinen, Vorbildern, Idealen, aus Suchtmomenten oder Gewinnstreben beeinflusst, so dass wir schließlich primär aus dem Unbewussten heraus in einer bestimmten Weise handeln, wobei wir in keinster Weise dann rekonstruieren können, welche dieser ungezählten Faktoren denn nun tatsächlich und in welcher Ausprägung schließlkch bestimmend gewesen sind.

Wenn man manchmal liest, dass sich die Willensfreiheit darin zeigt, dass wir bei einer Wahl zwischen Alternative A und B statt A dann auch hätten B wählen können, so ist dies ein echter Denkfehler. Wer A wählt, hätte nicht auch B wählen können, weil die Wirkfaktoren eben für die Lösung A dominanter waren. Er konnte nur und ausschließlich A wählen, weil die Aufsummierung aller Beweggründe für A einen höheren Betrag ergab als für B. 

Wenn wir z.B. vor einer Entscheidung schwanken, was wir tun oder sagen sollten, dann findet noch ein Prozess der Abwägung in unserem Unbewussten statt. "Dort" ist "man" noch nicht so weit, dass eine Festlegung stattgefunden hätte. Wir erleben uns dann als zögernd, fühlen uns wohl auch unwohl, weil wir einfach keinen Zugang zu den Entscheidungsprozessen haben. Wenn wir dann endlich eine Entscheidung gefällt haben, kann es sich sogar unmittelbar danach schon herausstellen, dass wir diese Entscheidung wieder in ihrer Gültigkeit bezweifeln, was ein Zeichen dafür ist, dass der Prozess der Abwägung der widerstreitenden Motive erneut angelaufen ist.

Bilanz: Wahlfreiheit ist tatsächlich gegeben, wenn wir unter verschiedenen Alternativen entscheiden können ohne dabei existentiell bedrohliche Aspekte vorzufinden. Willensfreiheit ist dagegen eine Illusion, weil wir uns besser fühlen, wenn wir in dem Bewusstsein leben, dass wir "Herr im eigenen Hause" sind. Faktisch handeln wir jedoch aus den vielen tausend Vorerfahrungen und den mannigfachen begleitenden Einflussfaktoren heraus.

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Wahlfreiheit: Du darfst in einer Demokratie wählen wen du möchtest.

Willensfreiheit: Du darfst zu jedem Zeitpunkt das machen, was du möchtest (Solange es nicht gegen das Gesetz verstößt), hast also quasi einen freien Willen.

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-wahlfreiheit = freie auswahl zwischen vorgegeben tatsachen (wahl zwischen äpfeln und birnen)

-freiheit = vollkommene unabhängigkeit von jeglicher geistiger und materieller beeinflussung (zur zeit noch unmöglich)

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Wahlfreiheit ist ein Spezialfall von Willenfreiheit.

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