was ist der unterschied zwischen theoretischer und experimentalphysik?

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7 Antworten

In der Theorie beschäftigt man sich mit theoretischen (mathematischen) Überlegungen der Physik. Dabei beschäftigt man sich hauptsächlich mit Simulationen. Große Simulationen zu Risiken und Wirtschaftwesen werden heutzutage oft von zB Banken und Versicherungen vorgenommen. Die theoretische Astrophysik simuliert zB. Gaswolken und Sternenentstehung. Viele Teilgebiete der Experimentalphysik werden zusammen mit der theoretischen Physik betrieben. Es kann simuliert werden wie sich teilchen auf einer Oberfläche bewegen oder Oberflächeneigenschaften können simuliert werden (zB Lotuseffekt).

Die Experimentalphysik ist die größere der beiden Teilgebiete der Physik. Sie beschäftigt sich voll allem mit experimentellen Aufbauten um der Physik "an die Substanz" zu gehen. Was in der Theorie mathematisch exakt sein muss, so ist es die Fehlerbehandlung in der Experimentalphysik, welche versucht über qualitative und quantitative Art physikalische Vorgänge zu beschreiben.

Zusamengefasst kann man sagen, dass die Theorie über den mathematischen Weg und die Experimentalphysik über den messbaren Weg versucht die Physik unserer Welt zu beschreiben.

Als Physiker habe ich große Probleme hier wirklich Unterschiede herauszuarbeiten. Ja, es gibt noch die reinen Theoretiker, aber das sind schon fast Philosophen. Hinter den großen Forschungsanlagen der Experimentalphysik stecken eigentlich die Theoretiker, die ihre Thesen nachgeprüft oder realisiert haben wollen. Man denke an die großen Teilchenbeschleuniger, Fusionsreaktoren usw.

Die Experimentalphysiker bauen aber diese Systeme selten selbst. Ausführende sind Bauingenieure und Maschinenbauer, die die Ideen der Physiker (theoretische oder Experimental) dann realisieren. Hier ist bei den Physikern die Grenze sehr verschwommen. Es gibt keinen guten Experimentalphysiker ohne theoretischen Hintergrund und umgekehrt möchte auch der Theoretiker den Beweis für seine Theorie im Experiment - es sei denn er ist Philosoph.

Experimentalphysiker kriegen keinen Lohn. Sie sitzen in einem dunklen Tunnel in Genf und sortieren Kabel.

Theoretische Physiker kriegen ihren Lohn von den Banken. Sie erfinden strukturierte Finanzprodukte und bringen das Finanzsystem zum kollabieren.

Praktische Physiker kriegen ihren Lohn von der Atomlobby. Sie berechnen, wie wir Atomkraftwerke bauen müssten, wenn wir sie wirklich sicher haben wollten. Dann entscheiden sie, ob sie den Lohn haben wollen. Und schreiben ihren Bericht entsprechend.

Nicht ganz ernst nehmen :)

"Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." Abert Einstein.

In der Ausbildung zunächst garnicht - im Grundstudium laufen mancherorts integrierte Kurse, wo zwei Professoren abwechseld zusammen das gleiche Thema beackern - anderswo sind's getrennte Veranstaltungen. Im Hauptstudium gibt es Plichtveranstaltungen beiderlei Sorte - da wird msn dann aber merken was besser liegt und sich sein Thema suchen.

Was den Anspruch angeht, bekommt man was die Mathematik angeht natürlich in der Theorie mehr Hirnkrebs - was aber nicht heißt, das Experimentalphysik etwas für Minderbemittelte ist...

Ich bin Experimentalphysiker, und ich gebe auch zu, dass ich es vor allem aufgrund meiner nicht grossen Fähigkeit in der Theorie bin. Figürlich ausgedrückt, arbeitet der Experimentator im Labor, sein Werkzeug sind die Messgeräte. Des Theoretikers Werkzeug aber ist das Schreibzeug.

Diese Aufteilung entspricht auch der Dichotomie in der Wissenschaft: Theorie als Spekulation, und Experiment als Versuch, die Theorie zu widerlegen (eher als zu beweisen).

In der Theoretischen Physik werden Vorgänge nur berrechet. In der Experimentalphysix werden diese Berrechnungen dann durch experimente bewiesen.

sagen doch die Worte schon Teorie und Praxis

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