Was ist der Unterschied zwischen Sternkarte, Sternatlas und Sternkatalog?

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2 Antworten

Hallo,

ein Sternatlas ist eine Sammlung von Sternkarten, die insgesamt einen großen Teil des Sternenhimmels oder auch den gesamten nördlichen und südlichen Sternenhimmel abdecken. Beispiele: Kosmos Sternatlas oder die Uranometria 2000.0.

Ein Sternkatalog ist eine Auflistung von Sternen, der auf Basis einer bestimmten Durchmusterung entstanden ist. Moderne Sternkataloge basieren auf Satellitenaufnahmen, z.B Hipparcos. Sie umfassen mehrere zig Millionen bis Milliarden von Sternen. Es gibt auch spezielle Kataloge für veränderliche Sterne oder für Objekte wie Gaswolken, offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen, Galaxien usw.

Sternkataloge können aus dem Internet heruntergeladen werden, die Daten werden mit spezieller Software (Stellarium etc) in Bilder umgesetzt, so daß Du den aktuellen Sternenhimmel oder auch Himmelsanblicke aus Vergangenheit und Zukunft von beliebigen Standorten auf der Erde (manchmal auch von anderen Planeten und Monden aus) auf dem PC sichtbar machen kannst.

Ich glaube nicht, daß es in Babylonien Sternatlanten gab. Es gab aber auf jeden Fall eine regelmäßige Himmelsbeobachtung, die vor allem der Erstellung eines zuverlässigen Kalenders diente, sicher auch kultischen Zwecken, oder für die Landwirtschaft wichtig waren.

So deutete in Ägypten das erste Erscheinen des Sirius am Morgenhimmel (heliakischer Aufgang), das jährliche Nilhochwasser an, das die Region so fruchtbar macht. Auch die Vorhersage von Sonnen- und Mondfinsternissen oder die Erklärung und Deutung von bestimmten Planetenkonstellationen waren Motivationen, den Sternenhimmel regelmäßig zu beobachten. Darstellungen von Sternkonstellationen auf Metallscheiben etwa sind aus alter Zeit bekannt. Denke auch an Stonehenge, das mit Sicherheit dazu diente, den Lauf von Sonne, Mond und Sternen systematisch zu beobachten und zu berechnen.

Herzliche Grüße,

Willy 

  Eine Sternkarte kannst du dir selber kaufen. Z.B. die Nacht leuchtende Kosmos Sternkarte. Von einer Sternkarte, die den ganzen Himmel darstellt, ist allerdings abzuraten, weil sie ===> topologisch nicht stimmt. ( Zur Darstellung einer Kugel benötigst du mindestens zwei Koordinatensysteme; der Mittelpunkt einer ( Kreis förmigen )  Sternkarte ist der Nordpol und ihr Rand der Südhorizont.

   Deutlich besser schneiden da schon die 60 Kugelkalotten des ===> Widmann / Schütte ( Kosmos ) ab

   " Welcher Stern ist das ? "

    die sich deutlich dem natürlichen Himmelsanblick annähern.

   auch einen Sternatlas vertreibt Kosmos. Hier wird zur Hauptsache, was ein Atlas der Erde im Allgemeinen nur andeutet. Auf Hunderten von Seiten ist der ganze Himmel abgebildet, immer mit  den ganzen Ephemeriden.

 Kataloge sind wissenschaftliche Werke; wahrscheinlich ist es heute ratsam, sie online auszuschlachten. Berühmt: der NGC so wie die Bonner Durchmusterung. Hipparcos dürfte der neueste sein, von der NASA erstellt. Kataloge bzw. Verzeichnisse zu erstellen, ist ein wissenschaftliches Projekt nicht unähnlich dem Botanisieren. Jedes Objekt bekommt eine Seriennummer zugewiesen und wird dargestellt durch ( physische ) Ephemeriden wie Spektraltyp und Radialgeschwindigkeit; aber auch statistische Kenngrößen, wenn sich dies nicht umgehen lässt.

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