Was ist der Unterschied zwischen Rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien?

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5 Antworten

Die Grenzziehung zwischen rechtsextremismus und Rechtspopulismus ist rechtschwammig und grauzonig.

Inhaltlich gibt es da keinerlei Unterschiede. Beide bedienen sich der gleichen Themen und der gleichen Prpagadafiguren ("Lügenpresse", "Systemparteien", "drohender Volkstod", etc.).

Unterschiede gibt es allenfalls in der Radikalität der politischen Zielverfolgug. Rechtspopulistische Parteien sind einstweilen gewillt, demokratische Mindeststandards und -regeln einzuhalten. Rechtsextremistische Parteien tun dies ausschließlich notgedrungen.

Dieser graduelle Unterschied ist aber auch nicht zwingend in Stein gemeiselt, sodern kann sich auch dynamisch von populistisch zu extremistischwandeln.

Bsp. dafür wären die Umbauten der regierenden polnischen Rechtspopulisten an der Presse- und  Meinungsfreiheit und grundlegenden Rechtsstaatsprinzipien oder auch die zunehmenden Pressezensurmaßnahmen der AfD, die eine unabhängige Berichterstattung über die AfD durch Nichtzulassung von Medienvertretern zu Parteiveranstaltungen verhindern sollen.

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Rechtsextreme Parteien agieren gegen die Verfassung und die Demokratie.

Rechtspopulismus versucht einfach nur den Wähler*innen einfache Lösungen zu geben bzw. Muslime, Ausländer etc. für die Probleme im Land verantwortlich zu machen. Das kann innerhalb der Verfassung und Demokratie geschehen.

Wie alles in der Politik kommt aber eine Einschätzung immer auf den eigenen Standpunkt an.

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Im wesentlichen bedient sich Rechtsextremismus eines Chauvinusmus (übertriebener Nationalstolz), einhergehend mit Rassismus.
Populisten bedienen den Nationalismus, mehr eine Art Weichspüler in Abgrenzung zu eben Chauvinismus.
Das gemeinsame Staatsbild ist ein repressiver Staat (autoritär).

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Parteien lassen sich grob in links und rechts unterteilen. Parteien, welche sich am äußersten linken Rand (Kommunisten) oder am äußersten rechten Rand (Ultranationalisten) befinden und eine Diktatur anstreben werden gemäß der Extremismustheorie als links- bzw. rechtsextremistisch bezeichnet.

Darüber hinaus gibt es einen Bereich, der radikale Positionen umfasst, welche die Grenze zum Extremismus jedoch noch nicht überschritten haben. Für diesen Bereich wird in der Extremismusforschung die Bezeichnung "Radikalismus" (also "Rechtsradikalismus" bzw. "Linksradikalismus") verwendet. In der Öffentlichkeit werden die Begriffe "Extremismus" und "Radikalismus" jedoch weitgehend synonym benutzt.

Inzwischen wird von Medien für solche rechten Parteien, die nicht genuin rechtsextremistisch sind, jedoch als radikal empfunden werden, der Terminus "rechtspopulistisch" verwendet. "Populismus" ist jedoch eigentlich eine Art Politik zu machen und passt hier daher kaum als Kategorisierung. Auch die etablierten Parteien bedienen sich schließlich nicht selten des "Populismus".

Aus meiner Sicht handelt es sich bei dem Wort "rechtspopulistisch" daher um einen unwissenschaftlichen Kampfbegriff, der eine Partei lediglich abwerten soll. Einen irgendwie gearteten Informationswert hat er m. E. nicht. Bemerkenswert ist auch, dass man lediglich von "Rechtspopulismus" hört - nie von "Linkspopulismus". Das lässt Rückschlüsse auf den politischen Standort der Verwender des Begriffes zu.

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