Was ist der Unterschied zwischen Psychiater, Psychologe, Psychotherapeut?

5 Antworten

Ich versuche mal, es Dir ganz kurz und einfach zu erklären: Wir unterscheiden zwischen vier Berufsgruppen - dem Psychiater, dem Psychologen, dem psychologischen Psychotherapeuten und dem ärztlichen Psychotherapeuten.

Ein Psychiater ist Arzt, hat also Medizin studiert. Psychologen und Psychotherapeuten haben hingegen Psychologie studiert - der Psychotherapeut hat dann noch eine weitergehende Ausbildung zum Psychotherapeuten erlangt.

Also kurz:

  • Psychiater: Medizinstudium + psychiatrische Facharztausbildung
  • Psychologe: Psychologiestudium
  • psychologischer Psychotherapeut: Psychologe + Weiterbildung zum Psychotherapeuten
  • ärztlicher Psychotherapeut: Psychiater + psychotherapeutische Facharztausbildung

Ein ärztlicher Psychotherapeut ist also Psychiater und Psychotherapeut zugleich, genauso wie ein psychologischer Psychotherapeut Psychologe und Psychotherapeut zugleich ist.

Aber was tut nun wer? Für was ist der Psychologe, für was der Psychotherapeut und für was der Psychiater zuständig? Das ist eigentlich auch nichts schwieriges.

Merke Dir einfach:

  • Psychologe: "Berater"
  • Psychotherapeut: Therapeut
  • Psychiater: Arzt

Wer macht was?

Ein Psychologe ist mehr oder weniger einfach nur ein Berater, der dem Betroffenen zur Seite steht. Er führt selbst keine Psychotherapie durch (ausgenommen Gesprächstherapie), sondern ist lediglich eine Person zum "Reden".

Ein Psychotherapeut führt eine Psychotherapie durch. Er ist auch diejenige Person, die während der psychotherapeutischen Behandlung den meisten Kontakt mit dem Patienten hat. Meist ist eine Psychotherapie ein oder zwei Mal pro Woche für eine Stunde und das oft über mehrere Monate oder Jahre.

Ein Psychiater ist der behandelnde Arzt, der Facharzt für Psychiatrie. Er stellt oft die Diagnose und bespricht mit dem Patienten den Behandlungsweg. Ebenso ist er derjenige, der die medikamentöse Therapie überwacht und dem Patienten die Medikamente verschreibt bzw. verschreiben darf. Das ist dem Psychologen oder Psychotherapeuten nicht möglich.

Aber zu wem sollte man nun gehen, wenn man ein psychisches Problem hat?

Prinzipiell kann man zu allen drei Berufsgruppen gehen, denn alle setzen sich mit der Diagnose und Behandlung von psychischen Störungen und Erkrankungen auseinander. Sofern nötig, wird derjenige den Patienten dann auch zur richtigen Fachperson überweisen.

Leider sind die Termine bei Psychotherapeuten, insbesondere bei nicht-privat Versicherten, oft sehr karg und belegt. Dadurch dass ein Psychotherapeut die meisten Patienten jede Woche wieder sieht, gibt es oft Probleme damit, neue Patienten aufzunehmen, wenn nicht gerade jemand abspringt oder die Psychotherapie beendet. Man kann sich aber auf Wartelisten setzen lassen, dass man informiert wird, wenn ein Platz frei wird.

Das ist aber oft eher suboptimal, denn meistens möchte man schnell einen Termin haben und nicht Wochen oder Monate überhaupt auf einen Ersttermin warten. Daher ist der Psychotherapeut als erster Ansprechpartner zwar möglich, aber häufig mit einer langen Wartezeit verbunden.

Daher würde ich als ersten Ansprechpartner immer den Psychiater empfehlen. Er ist auch nur ein normaler Arzt und hat dementsprechend vertretbare Wartezeiten von allerhöchstens einigen Tagen - wie das eben bei Ärzten allgemein üblich ist.

Ein Psychologe ist abseits von den oben genannten Personen auch jemand, an den man sich wenden kann, der auch vertretbare Wartezeiten hat. Er wird keine Psychotherapie durchführen und kann auch keine Medikamente wie beispielsweise Antidepressiva verschreiben, wird dem Patienten aber sagen, was er in dieser Situation tun soll. Vermutet er eine psychische Störung, wird er den Patienten zur weiteren differentialdiagnostischen Abklärung an einen Psychiater verweisen, wenn nicht, wird er Tipps geben, wie er sein Problem in den Griff bekommen kann (zum Beispiel Trauer nach dem Tod eines geliebten Menschen oder Liebeskummer).

Manchmal steht ein Psychologe auch parallel zu einer Psychotherapie und/oder einer medikamentösen Therapie als Vertrauensperson zur Verfügung, mit der man neben dem Psychiater über die Therapie oder privaten Probleme reden kann.

Wem das alles zu kompliziert ist, was auch völlig verständlich ist, der kann sich auch einfach an seinen Hausarzt wenden, der dann eine Überweisung zu einer geeigneten Fachperson ausstellen wird, was bei Dringlichkeit auch die Wartezeit für eine Psychotherapie verkürzen kann. Der Hausarzt kennt sich in dem Gebiet ebenso aus, kann also genauso gut beraten und den Patienten zu einem Psychologen, Psychotherapeuten oder Psychiater überweisen - die Fachperson, die der Patient eben in der Situation braucht.

Liebe Grüße.

  • Psychiater sind Fachärzte für Psychiatrie. Sie haben Medizin studiert und ihre Assistenzjahre in der Psychiatrie (oder einer damit verbundenen Institution) gemacht. Sie dürfen also Medikamente verschreiben, haben jedoch nicht zwingend eine psychotherapeutische Ausbildung.
  • Psychotherapeuten haben entweder Medizin oder Psychologie studiert und danach eine Weiterbildung im Fachbereich Psychotherapie gemacht. Diese Ausbildung dauert relativ lange ist vor allem auf Gesprächstherapie ausgerichtet. Es gibt diverse "Schulen" der Psychotherapie. Die bekanntesten sind wohl die kognitive Verhaltenstherapie nach Aron T. Beck und die Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Auch hier dürfen nur Psychiater Medikamente verschreiben, Psychologen nicht.
  • Psychologen haben Psychologie studiert und haben entweder keine weiterführende Ausbildung gemacht oder sind noch dran diese zu machen. Sie bauen also auf jenen Grundlagen auf, welche sie im ordentlichen Studium erlernt haben. Viele Psychologen werden später zu Psychotherapeuten. Medikamente verschreiben dürfen sie nicht.

Obwohl man nicht verallgemeinern sollte lässt sich also sagen, dass Psychiater mehr auf medikamentöse und Psychologen sowie Psychotherapeuten auf gesprächstherapeutische Verfahren spezialisiert sind.

Die Wirksamkeit einer Psychotherapie ist meist höher als jene von Medikamenten, doch dauert es Monate, wenn nicht Jahre bis eine Psychotherapie wirkt. Medikamente wirken schneller, doch helfen sie nicht allen Menschen gleich gut und haben starke Nebenwirkungen.

Beispiel Antidepressiva: Nur 30% der Personen reagieren ausreichend auf ihre Erstmedikation (das erste Medikament das ihnen verschrieben wird). 40 weitere Prozent erst nach diversen Umstellungen und teilweise der Einnahme ganzer Kombinationen. Die restlichen 30% reagieren gar nicht oder nur stark unzureichend auf Antidepressiva.

Hoffe konnte dir ein bisschen weiterhelfen...

Psychiater: Hat Medizin studiert & sich zum Facharzt für Psychiatrie weitergebildet
Psychotherapeut: Hat Medizin oder Psychologie studiert und sich zum Psychotherapeuten weitergebildet
Psychologe: Hat Psychologie studiert (Uni-Intern bezeichnet man oft auch die Noch-Studenten als Psychologen - oder gar als Psychos :D)

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