Was ist der Unterschied zwischen Malen mit Acrylfarben und Malen mit Ölfarben?

7 Antworten

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ölfarben sind tendenziell teurer, riechen stärker und brauchen (sehr viel) länger um trocken zu werden - dh einerseits das du an dem bild länger etwas "ändern" kannst, ohne es zu übermalen, andererseits, das du auch mehr geduld brauchst.

ölfarben solltest du zusätzlich mit einem firnis schützen (wird zum schluss aufgetragen).

malanfänger_innen würde ich eher zu acyrlfarben raten, da ist die erstanschaffung auch nicht so teuer. das heisst aber natürlich nicht, dass du dich gar nicht (zb nach ersten malerfolgen) in öl probieren kannst :)

kauf dir für den anfang auf jedenfall viel weiss (brauchst du um die leinwand zu grundieren und zum anmischen) und zumindest einige grundfarben. verschiedene pinselsorten, leinwände (es gibt auch blöcke mit papier die eine leinwandartige struktur aufweisen), eine palette zum farben anmischen, reinigungsmittel für die pinsel, evtl. auch eine kleine staffelei.

-> und schon kann es losgehen!

ich wünsch dir viel vergnügen und viel erfolg :)

Als Anfänger würde ich dir Acrylfarben empfehlen. Die Faben trocknen schnell und man kann sie leicht übermalen. Die Ölfarben, dass sind nur was für Experten, denn die trockenen nicht sehr schnell und so gut übermalen lassen die sich auch nicht =) Ich male selbst auf Leinwänden und kenne mich daher etwas aus. Nimm lieber Acrylfarben 1. Weil du erst anfängst und 2. Es ist billiger =) Mfg Medium Ich hoffe, dass ich die helfen konnte =)

Danke für die Antwort!!

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Auch wenn das Thema schon älter ist, möchte ich meinen Senf dazugeben - vielleicht hilft es ja jemandem weiter. :)

Ich Male seit ziemlich genau einem Jahr mit Acrylfarben auf Leinwand. Da ich vorher nie gemalt habe, war für mich der ganze Themenbereich neu. Bei Acrylfarben bin ich deswegen gelandet, weil ich sie geschenkt bekommen habe - und dabei bin ich bisher geblieben.

Meiner Erfahrung nach eignen sich Acrylfarben zwar gut für Anfänger, sind aber eher für "gröbere", impressionistische und abstrakte Arbeiten gut zu verwenden. Feine, detailreiche Bilder lassen sich zwar erstellen, es ist jedoch ziemlich mühsam.

Wenn ich mir anschaue, wie federleicht der Pinsel von Bob Ross über die Leinwände gleitet und dabei geniale Farbverläufe und feinste Strukturen erzeugt, wie einfach er kleine Details und genaue Formen und Linien setzt, werde ich ganz neidisch. ;)

Das ist mit Acrylfarben in unverdünnter Form nicht möglich. Sie trocknen meist viel zu schnell, um als Anfänger perfekte Farbverläufe hinzubekommen und Korrekturen sind nur durch übermalen möglich. Auskratzen oder einfach neue Farben hineinzuarbeiten geht kaum, da die Farbe oft schon Sekunden nach dem Auftragen beginnt anzutrockenen und sich dann kaum noch lösen lässt.

Ein Landschaftsbild lässt sich mit Ölfarben sicherlich "geschmeidiger" malen. Gleichzeitig machen Acrylfarben aber Spaß, weil sie sich einfach und kostengünstig mit Wasser verdünnen oder auswaschen lassen. Hier sind zusätzliche Spezialprodukte nicht zwingend notwendig. Wer schnell und eher grob malen möchte ist damit sehr gut bedient.

Ich selbst versuche immer wieder genauere Bilder zu malen. Es ist mit Acrylfarben möglich, aber eben anstrengend. Ich denke also, es ist eher die Frage WAS man WIE malen will, die zur Entscheidung führt, welche Farben man als Anfänger verwenden sollte. Um einfach mal rumzumatschen und frei mit Farben zu experimentieren ist Acryl sicherlich optimal.

Es ist ein großer Fehler, jeden Malanfänger zu Wasserfarben oder zu Akrylfarben zu raten. Mir ist das völlig unverständlich. Ölmalerei ist die am leichtesten durchzuführende Technik überhaupt, sonst hätte sie sich kunstgeschichtlich ja nicht als die Technik der letzten 500 Jahre behauptet. Jede bessere, anspruchsvollere naturalistische Arbeit, wie Portraits oder Blumenstilleben, lassen sich überzeugend überhaupt nur mit Ölmaltechnik bewältigen, gerade wegen der längeren Offenzeit.

Das Kostenargument stimmt schon lange nicht mehr. Künstlerfarben in Akryl sind genauso teuer oder teurer, wie gute Ölfarben. Bei Akrylfarben werden gerade wegen der kurzen Offenzeit alle möglichen Zusätze gebraucht, etwa Retarder um länger Naß-in-Naß malen zu können. Die modernen Ölfarben sind alle mit Kunstharzen gemischt, die früheren Probleme mit der Fett-auf-Mager-Regel usw. brauchen heute nicht mehr unbedingt eingehalten zu werden, die Mischbarkeit ist ausgezeichnet. Normale Studio-Ölfarben (wie Lukas Studio) trocknen in Pinselstrichstärke in drei Tagen berührungsfest durch, auch das ist kein Argument mehr. Die Vielzahl der Lösemittel ist nicht notwendig, die Geruchsbelästigung sehr begrenzt, wenn man aromatenarmes Testbenzin wie Shellsol T verwendet. Billige Akrylfarben enthalten nicht wenig Ammoniak, ausländische Produkte sogar Spuren von Formaldehyd.

Die vielfältige Behandlungsmöglichkeit der Ölfarbe, vor allem aber das tagelange mögliche auskratzen und verbessern, ist der Hauptvorteil. Ölfarbe hat einer viel sattere, "klassischere" Wirkung als jedes andere Medium mit wässrige gelösten Bindemitteln und ist unbedingt jedem Anfänger zu empfehlen. Der braucht ja gerade viel Zeit am Anfang und wünscht sich Korrekturmöglichkeiten, um sich zunächst langsam an sein Wunschergebnis heranzutasten.

Also, Ölfarbe kaufen und zur Übung alte Meister kopieren, wie alle Malschüler früher lernen mußten, dazu viel mit Holzkohle zeichnen; was 500 Jahre lang richtig war, kann wegen der erst seit 50 Jahren erhältlichen Akrylmalmittel plötzlich falsch sein

Korrektur: "... kann wegen der erst seit 50 Jahren erhältlichen Akrylmalmittel nicht plötzlich falsch sein".

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wooow vielen dank für deine ausführliche antwort! ich hab den text sehr interessiert gelesen. ich sollte vielleicht mal einen malkurs besuchen bevor ich mich in was hinein stürze. oder einfach mal kaufen und ausprobieren. auch der versuch ist kunst ;)

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Martin, du hast vollkommen recht. "Öl" ist die Antwort. Egal wie alt dieser Beitrag ist, ich selbst finde immer wieder wertvolle Informationen aus längst vergangenen Zeiten. Habe schon sehr viel Geld für die besten Acrylfarben ausgegeben und unter deren Dämpfen und Gerüchen während der Malzeit (nicht Mahlzeit :) gelitten. Hätte ich mir gleich Ölfarben gekauft (es gibt sie längst wasservermalbar) hätte ich mir bestimmt viel Frustrationen und Geld erspart. Wichtig ist nur, dass man sich die Maltechniken beibringt. Im Internet oder über mehr oder weniger teure Malkurse (in denen aber auch bestimmt nicht immer Lehrer sind, die wirklich was können bzw. wissen). Doch wenn man das Glück hätte, einen wahrhaft guten zu finden, wäre das dann wiederum unbezahlbar.

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Beginne mit Acryl, da überall günstig erhältlich, ohne Lösungsmittel und Gestank zu verarbeiten, Pinsel mit Seifenwasser auswaschbar, Farbe im nu trocken. Besorge dir auf alle Fälle Acryl-Verzögerer den du in die Farbe mischst, damit die Farbe nicht zu schnell trocknet, bevor du einen Arbeitsschritt gemacht hast. Zu Ölfarben wurden hier schon viele Informationen geliefert. Kurz: schwieriger im Handling!

Vielen Dank für deine Antwort! :)

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