Was ist der Unterschied zwischen Entnazifizierung und Erinnerungskultur?

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1 Antwort

Entnazifizierung bezeichnet die Nachkriegspolitik der Alliierten auf deutschem Boden, die zum Ziel hatte wesentliche Elemente und Charaktere aus der NS-Zeit aus der deutschen Gesellschaft zu verdrängen. Die Entnazifizierung wurde in der sowjetischen Besatzungszone 1948 und in den restlichen Zonen (britisch, amerikanisch, französisch) ab 1950 für abgeschlossen erklärt. Allerdings gilt sie aus verschiedenen Gründen als gescheitert. Zweck dieser Politik war natürlich zu verhindern, dass Deutschland erneut in eine (NS-)Diktatur zurückfällt.

Die Erinnerungskultur bezeichnet die Gesamtheit des Gedenkens der ganzen deutschen Gesellschaft an die Taten und Opfer des NS-Systems und hält bis heute an. Dies geschieht in Form von Filmen, Videoaufnahmen, Fotografien, Dokumentationen, Erzählungen, Denkmälern etc. Sie dient dazu, die Menschen vor einer Wiederholung der Geschehnisse zu warnen.

Das letztendlich Ziel ist also relativ ähnlich, wobei beide Aspekte nur an wenigen Stellen wirklich miteinander zusammenhängen. Die Alliierten haben die Entnazifizierung durchgeführt, aber die Erinnerungskultur wurde in erster Linie von den Deutschen (oftmals auch von deutschen Opfern der Nationalsozialisten) selbst installiert.

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