Was ist der Unterschied zwischen Emo, Gruftie und Gothic?

6 Antworten

Gruftie kannst du schon mal streichen, so wird sich (hoffentlich) niemand selbst bezeichnen, sondern von Außenstehenden so betitelt. Emo - da sagt das Kurzwort es ja quasi (emotional). Viel Betonung auf Gefühle, aber meist eher negativ als positiv. Gothic gibt es in verschiedenen Varianten.. Gothic Rock, Gothic Metal.. Gothic an sich geht teilweise mehr in die elektronische Ecke. Ist ziemlich weit gestreut.

Also, der Beitrag hier ist meine persönliche Meinung^^

Ich finde, es gibt gravierende Unterschiede zwischen allem: Also, die meisten Goths sehen das Schöne im Morbiden und Verfallenen, daher auch die Vorliebe für das Mittelalter, die Einige hegen (und wo ich mich nicht ausschließen kann^^). Eine wilde, romantische Zeit, in der der Tod zum Alltag gehört hat und die Menschen es sich nicht leisten konnten, ihn zu verdrängen. Eine Zeit, die zum Träumen anregt.

Einige sind auch wirklich kreativ tätig. Sie schreiben Geschichten, Gedichte, zeichnen, malen, lesen, lieben die Musik, die Natur, die (vor allem wohl klassische) Literatur und "richtige" Kunst... Ich lese zum Beispiel gerne Gothic Novels, Schauerromane wie Dracula (ist wohl der bekannteste, daher das Beispiel), aber auch Fantasy und Manga, nebenher schreibe ich einen Fantasy-Roman. Ich mag Vampire, weil von ihnen etwas Dunkles, Mystisches ausgeht, was mich förmlich anzieht. Aber dazu mag ich genauso andere Fabelwesen, also Fantastisches allgemein. ^.~ Aber ich interessiere mich auch für Geschichte, zum Beispiel für den "echten" Vlad Tepes, aber auch für das Alte Ägypten, die Germanen und Kelten etc. Auch ihre Religionen bzw. Mythologien haben es mir angetan. An Musik ist bei mir vieles vertreten... vielleicht mehr als bei vielen anderen; Ich höre sowohl Darkwave als auch Wave, Rock, Mittelalter-Sachen, Neoklassik, ein wenig Metal und je nach Laune auch mal Industrial etc. Da lasse ich mir von niemandem sagen, was ich zu hören habe^^ (Ich hab schon andere Erfahrungen gemacht, dass mir jemand das allen Ernstes vorschreiben wollte...)

Viele lassen sich außerdem nicht in eine Schublade stecken, weil diese Tatsache immerhin ja genau das ist, was den Mainstream ausmacht, einem einzelnen Vorbild nachzustreben. Es mag auch sein, dass Manche aus dem Grund anfingen, den Tod schon früher zu akzeptieren, dass sie selbst Erfahrungen damit machen mussten oder ausgegrenzt worden sind, weil sie einfach zu "hart" für Durchschnitts-Menschen sind, die Erfahrung habe ich selbst gemacht. Zum Beispiel halten viele Menschen makabre Witze nicht aus, wohingegen ich keine Probleme damit habe, im Gegenteil^^ Na ja, Einige glauben an Gott, lange nicht alle sind Atheisten. Ich hab zum Beispiel meine eigenen religiösen Vorstellungen und lass mir von niemandem etwas vorgeben, erst recht nicht von einer Kirche, die selbst nicht weiß, was sie zu lehren meint (-man denke an die katholische Kirche und ihr Verhalten - besonders im Mittelalter, wobei das auch bei vielen anderen Religionen der Fall ist). Ich finde eben einfach, die Menschen kommen ohne Religionen besser aus, aber gehöre auch nicht zu denen, die Gläubige verachten. Wenn ihnen der Glaube Halt gibt, ist es in Ordnung, das ist immerhin ihr Leben. Wohlgemerkt, solange ich nicht gezwungen bin, irgendeine bestimmte Konfession anzunehmen oder meine Lebensweise und mein Denken zu ändern... Sich selbst ein Bild vom Glauben zu machen, das ist meiner Meinung nach außerdem schon Teil der Philosophie. Und diese ist wiederum - wie ich's mitgekriegt habe - auch Teil der Schwarzen Szene. Ich selbst bin dazu noch verträumt und in vielen Situationen geistig abwesend, weil ich nachdenke und tagträume, daher nicht ganz in dieser Welt bin. Aber ich kann damit gut leben^^ Ich finde, dass die Kultur sehr vielfältig ist. Und noch was, Gothic ist eine "Lebenseinstellung" und "-philosophie", der viele auch trotz dem Älter-Werden noch treu bleiben. Ob das bei der Emo-Kultur auch so ist, wird sich noch zeigen, auch wenn ich das nicht denke... abwarten^^

Emos hingegen sind meiner Meinung nach (!) einfach Menschen, denen es schlecht geht und die Aufmerksamkeit wollen bzw. brauchen, weil sie wirklich psychologische Hilfe benötigen (wobei die manchmal auch zu wünschen übrig lässt). Damit meine ich Emos, die nach außen hin zeigen, dass sie welche sind, oder demonstrativ auch noch diverse Armstulpen tragen, nach dem Motto "Ich muss die tragen, damit keiner sieht, wie ich mich ritze" -> aber natürlich denken sich viele dabei ihren Teil. Damit sag ich aber nicht, dass sich alle Emos ritzen. Ritzen tun sich Leute mit Problemen, das können sowohl Emos als auch Goths, totale Individuen (sorry @ alle "Goths", musste sein ;) so wie auch "normale" Menschen, totale Normalos, Außenseiter der Gesellschaft. Es passt eben nur gut, und daher denken das wohl auch viele, wenn man sagt, dass die Leute, die Aufmerksamkeit wollen, sich extra die Haut zerschneiden, damit die anderen Menschen sehen, wie schlecht es ihnen geht. Es gibt wohl auch Emos, die sich selbst "Gruftis" nennen und es cool finden, auf Friedhöfen "abzuhängen" und umgekehrte Kreuze zu tragen... (etwa, weil das "pöhse" ist? Sowas erinnert mich insgeheim immer an Claudy^^) Wo da der Hintergrund ist, das weiß ich nicht, und da will ich ehrlich gesagt auch nicht drüber nachdenken... aber jedem das Seine.^^

Natürlich gibt es auch Mischlinge aus allem... bei denen gibt es auch einen Vorteil, dass sie WIRKLICH akzeptant sind, nicht pseudo-tolerant, indem sie sagen, sie hassten Emos, aber seien für Toleranz.

Ich persönlich kenne zum Beispiel auch Menschen, die Schwarz anziehen, denen es wirklich schlecht geht, weil sie schon vieles durchgemacht haben, die aber keiner Kultur angehören und auch mit keiner was zu tun haben wollen.

Ich für meinen Teil hasse Emos nicht. Wenn ich mich darüber aufrege, dass jemand meine Lebensweise, mein Denken, meine Gefühle, meinen Sinn für Ästhetik, meine Musik und meinen Kleidungsstil nicht akzeptiert, finde ich, dass diese Person intolerant ist. Daher nehm ich jeden so, wie er ist, und hasse ihn nicht dafür. Außerdem weiß ich selbst, wie sich Ausgestoßene fühlen. Ich für meinen Teil toleriere Emos (und Anhänger aller anderen Subkulturen sowie "Normalos") nicht nur, sondern akzeptiere sie. Ich bin selbst mit Dreien befreundet, wenn auch nur über das Internet.

"Grufti" ist lediglich eine beleidigende Bezeichnung für "Goths" o.Ä., wobei sich - wie gesagt - viele "Emos" mittlerweile so nennen...

Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen gut erklären... und es wird mir niemand den Kopf abreißen. Denn... das wagt eine 18-Jährige zu sagen, die sich zwar sehr für die Gothic-Szene interessiert, mit ihr bisher aber eher weniger zu tun hat, weil sie einfach zu schüchtern ist.^^ Vielleicht ist das ja meine "Emo-Seite"...

Und ich finde schon, dass die Frage hier hinpasst, vielleicht will ANGELinTHEdark ja wissen, welche Kultur eher was für sie wäre, dann ist das schon ne "Gute Frage"^^

Dass ich bei dem langen Text noch was vergessen konnte... zum Thema Individualität noch was; "Individuell ist nicht der, der krampfhaft versucht, anders zu sein, aber auch nicht der, der sich dem Mainstream verschreibt, sondern der, der sich nicht verstellt und sein Leben genau so lebt, wie er es für richtig hält, sich für nichts und niemanden verstellt und sich selbst 'treu bleibt' ".

Wow, ist das ein langer Text geworden... Ich hoffe, er verwirrt nicht zu sehr...

(nicht wundern, den Text hab ich schon mal geschrieben)

Shaina

Ich hab erst jetzt Deine Antwort gelesen! Sehr vielen Dank für Deine Mühe und Erklärung, jetzt verstehe ich die Unterscheidung viiel besser! ;))

Danke auch allen anderen für die Antworten und Erklärungen!

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Ich habe selten so eine gute Antwort zu einem solchen Thema gelesen. Ich glaube du könntest mir sympathisch sein.

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Meine Anerkennung :) Die allerwenigstens schaffen es, alles in allem so- nahezu tadellos- zu beschreiben- weitaus besser als Wikipedias Texte. :) Besser hätte ich es nicht gekonnt ^-^ Weiter so! :)

Auch,wenn man das ,,In Schubladen gestecke" ablehnt,muss ich sagen,dass du ,,uns"- womit ich so ziemlich alle meine,die auch nur im Entferntesten mit ,,der schwarzen Szene" zu tun haben, hervorragend vertrittst. :)

Und das auch so, dass es jüngere Frage steller wie in diesem Falle verstehen.:3

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Grufties gab es in den 80ern. Gothics und Emos kannte man zu der Zeit noch nicht.

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ich habe alle richtungen durchgemacht schon und es giebt viele unterschiede

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