Was ist der Unterschied zwischen einm Amtsgericht und einem Landgericht?

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5 Antworten

§ 24 GVG (1) In Strafsachen sind die Amtsgerichte zuständig, wenn nicht

1.die Zuständigkeit des Landgerichts nach § 74 Abs. 2 oder § 74 a oder des Oberlandesgerichts nach § 120 begründet ist, 2.im Einzelfall eine höhere Strafe als vier Jahre Freiheitsstrafe oder die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus, allein oder neben einer Strafe, oder in der Sicherungsverwahrung (§§ 66 bis 66b des Strafgesetzbuches) zu erwarten ist oder 3.die Staatsanwaltschaft wegen der besonderen Schutzbedürftigkeit von Verletzten der Straftat, die als Zeugen in Betracht kommen, des besonderen Umfangs oder der besonderen Bedeutung des Falles Anklage beim Landgericht erhebt. (2) Das Amtsgericht darf nicht auf eine höhere Strafe als vier Jahre Freiheitsstrafe und nicht auf die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus, allein oder neben einer Strafe, oder in der Sicherungsverwahrung erkennen.

§ 74 GVG (1) Die Strafkammern sind als erkennende Gerichte des ersten Rechtszuges zuständig für alle Verbrechen, die nicht zur Zuständigkeit des Amtsgerichts oder des Oberlandesgerichts gehören. Sie sind auch zuständig für alle Straftaten, bei denen eine höhere Strafe als vier Jahre Freiheitsstrafe oder die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus, allein oder neben einer Strafe, oder in der Sicherungsverwahrung zu erwarten ist oder bei denen die Staatsanwaltschaft in den Fällen des § 24 Abs. 1 Nr. 3 Anklage beim Landgericht erhebt. (2) Für die Verbrechen 1.des sexuellen Mißbrauchs von Kindern mit Todesfolge (§ 176b des Strafgesetzbuches), 2.der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge (§ 178 des Strafgesetzbuches), 3.des sexuellen Mißbrauchs widerstandsunfähiger Personen mit Todesfolge (§ 179 Abs. 7 in Verbindung mit § 178 des Strafgesetzbuches), 4.des Mordes (§ 211 des Strafgesetzbuches), 5.des Totschlags (§ 212 des Strafgesetzbuches), 6.(weggefallen) 7.der Aussetzung mit Todesfolge (§ 221 Abs. 3 des Strafgesetzbuches), 8.der Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 des Strafgesetzbuches), 9.der Entziehung Minderjähriger mit Todesfolge (§ 235 Abs. 5 des Strafgesetzbuches), 10.der Freiheitsberaubung mit Todesfolge (§ 239 Abs. 4 des Strafgesetzbuches), 11.des erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge (§ 239a Abs. 2 des Strafgesetzbuches), 12.der Geiselnahme mit Todesfolge (§ 239b Abs. 2 in Verbindung mit § 239 a Abs. 2 des Strafgesetzbuches), 13.des Raubes mit Todesfolge (§ 251 des Strafgesetzbuches), 14.des räuberischen Diebstahls mit Todesfolge (§ 252 in Verbindung mit § 251 des Strafgesetzbuches), 15.der räuberischen Erpressung mit Todesfolge (§ 255 in Verbindung mit § 251 des Strafgesetzbuches), 16.der Brandstiftung mit Todesfolge (§ 306c des Strafgesetzbuches), 17.des Herbeiführens einer Explosion durch Kernenergie (§ 307 Abs. 1 bis 3 des Strafgesetzbuches), 18.des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge (§ 308 Abs. 3 des Strafgesetzbuches), 19.des Mißbrauchs ionisierender Strahlen gegenüber einer unübersehbaren Zahl von Menschen (§ 309 Abs. 2 und 4 des Strafgesetzbuches), 20.der fehlerhaften Herstellung einer kerntechnischen Anlage mit Todesfolge (§ 312 Abs. 4 des Strafgesetzbuches), 21.des Herbeiführens einer Überschwemmung mit Todesfolge (§ 313 in Verbindung mit § 308 Abs. 3 des Strafgesetzbuches), 22.der gemeingefährlichen Vergiftung mit Todesfolge (§ 314 in Verbindung mit § 308 Abs. 3 des Strafgesetzbuches), 23.des räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer mit Todesfolge (§ 316a Abs. 3 des Strafgesetzbuches), 24.des Angriffs auf den Luft- und Seeverkehr mit Todesfolge (§ 316c Abs. 3 des Strafgesetzbuches), 25.der Beschädigung wichtiger Anlagen mit Todesfolge (§ 318 Abs. 4 des Strafgesetzbuches), 26.einer vorsätzlichen Umweltstraftat mit Todesfolge (§ 330 Abs. 2 Nr. 2 des Strafgesetzbuches) ist eine Strafkammer als Schwurgericht zuständig. § 120 bleibt unberührt. (3) Die Strafkammern sind außerdem zuständig für die Verhandlung und Entscheidung über das Rechtsmittel der Berufung gegen die Urteile des Strafrichters und des Schöffengerichts

@ volker13: die Zuständigkeit des Gerichts ergibt sich doch nicht aus der Straftat sondern aus den jeweiligen Prozessordnungen und dem GVG.

Außerdem ist die Grenze nach §§23, 71 GVG 5000 Euro bei zivilrechtlichen Streitigkeiten das kann man grundlegend sagen. Ansonsten gibt es viele Ausnahmen wie z.B. familienrechtliche Streitigkeiten die vor dem Familiengericht (Abteilung des Amtsgerichts) verhandelt werden.

Bei strafrechtlichen Verfahren richtet sich die Zuständigkeit nach dem Ort an dem die Tat begangen wurde und nach der Höhe der maximalen Freiheitsstrafe der Straftatbestände. Somit starten "schwerere" Verbrechen vereinfacht gesagt vor dem Landgericht oder Oberlandgericht in erster Instanz und landen dann sofort bei Revision vor dem OLG (oder BGH), wobei kleinere Straftaten mit geringen Freiheitsstrafen vor dem Amtsgericht in erster Instanz starten und man Berufung zum Landgericht und anschließend Revision zum OLG als Rechtsweg offen steht.

So das dürfte als kleine Einführung genügen, bei weiteren Fragen einfach schreiben :)

Sowohl beim Amtsgericht als auch beim Landgericht finden private Klagen statt. Ausschlaggebend ist dafür der Streitwert, um den gestritten wird. Und es kommt auf das Verfahren an. Mietrechtsstreitigkeiten werden immer am AG der Wohnung verhandelt; egal welcher Streitwert.

Bei streitigkeiten über 6000 € ist das landgericht zuständig, wenn keine Ausnahmen wie im Mietrecht vorliegen.

Am Landgericht herrscht Anwaltszwang.

Das Landgericht ist ebenfalls Berufungsinstanz.

staatsanwaltschaften erhebenAnklage und nicht Klage. Ob das AG oder LG zuständig ist, ergibt sich aus der Straftat.

Beim Landgericht besteht Anwaltspflicht. Staatsanwalt ist nur bei Strafprozessen dabei. Habe noch nie einen Staatsanwaltanwalt bei Zivilstreitigkeiten zb Familiengericht gesehen

Wie sieht es aus bei einen Betrag von ca 9,000 Euro ? Wo findet das dann stad?

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