Was ist der Unterschied zwischen einem Heilpraktiker, psychologen und psychiater?

6 Antworten

Ein Heilpraktiker behandelt seine Patienten mit Methoden, die nicht unbedingt auf den Erkenntnissen der Schulmedizin aufbauen und auch nicht deren Regeln unterliegen. Zumeist sind dies alternative Behandlungsmethoden wie Naturheilverfahren, Bachblütentherapie, oder homöopathische Heilverfahren.

Psychologen haben nicht unbedingt mit Kranken oder deren Heilung zu tun. Werbepsychologen beschäftigen sich z.B. damit, wie sie die Menschen am besten manipulieren können, um dieses oder jenes Produkt zu kaufen, diese oder jene Veranstalötung zu besuchen, etc.

Psychotherapeuten beschäftigen sich mit psychischen oder sozialen Störungen (Familientherapeuten, Verhaltenstherapeuten, systemische Therameuten, Psychoanalytiker, etc.) und wenden dafür unterschiedliche Methoden an.

Psychiater sind Fachärzte für psychische Erkrankungen.

Ein Psychologe hat ein Hochschulstudium.  Er ist aber noch kein Psychotherapeut.  Um psychologischer Psychotherapeut zu werden, muss er eine weitere Ausbildung machen, die drei bis fünf Jahre dauert und auch selbst bezahlt werden muss. (Teuer)

Ein Psychiater hat ein Medizinstudium absolviert und dann den FAcharzt für Psychiatrie gemacht. Im allgemeinen arbeiten Psychiater nicht therapeutisch, sie sind auch für andere Fälle zuständig als die psychol. Psychotherapeuten.

Dann gibt es noch Ärzte mit einer Psychotherapieausbildung . Das müssen keine Psychiater sein. Sie sind dann medizinische Psychotherapeuten.

Die anerkannten Ausbildungsinstitute erkennen nur Psychologen und Mediziner als Auszubildende an. Das können auch Psychiater sein, aber auch andere Ärzte. Ich kenne einen med. Psychotherapeuten, der vom Grundberuf her FAcharzt für Gynäkologie ist.

Heilpraktiker... da gibt es solche und solche. Von der Krankenkasse werden sie nicht anerkannt, man muss also ihre Dienste selbst bezahlen. Wie gesagt, da gibt es solche und solche. Leute, die sich extrem weitergebildet haben und letztlich die gleiche Kompetenz haben wie Mediziner und Psychologen. Ein Bekannter von mir, Pfarrer von Beruf, hat so eine Ausbildung gemacht, weil er einfach für Gespräche mit Gemeindemitgliedern kompetenter sein wollte. Ich finde ihn sehr, sehr  gut und würde sofort zu ihm gehen. Er hat allerdings keine Praxis, sondern macht das im Rahmen seiner Arbeit in der Gemeinde. Er hat mit dem Sohn eines Cousins von mir gearbeitet. Der Junge war bei ihm im Konfirmandenunterricht und litt sehr unter seiner alkoholkranken Mutter. Es war beeindruckend, was er bei dem Jungen erreicht hatte.

Na ja, und dann gibt es halt das Heer der Heilpraktiker, die Schmalspurausbildungen gemacht haben und nicht selten esoterisch angehaucht sind. Danke nein. Nicht empfehlenswert.

Man muss unterscheiden zwischen: Psychologe + Psychotherapeut. Nur Letztere werden, wenn sie eine Kassenzulassung haben, von der Krankenkasse bezahlt.
Psychotherapeuten sind Psychologen bzw. Ärzte, die eine zusätzliche mehrjährige Aus- bzw. Weiterbildung gemacht haben zu ihrem Grundberuf.
Nur sie dürfen eine Psychotherapie machen, die von den Krankenkassen bezahlt wird. Es reicht nicht, wenn jemand ein abgeschlossenes Psychologiestudium hat!

Ein Psychiater ist ein Arzt, der eine mehrjährige Weiterbildung im Bereich Psychiatrie und Neurologie gemacht hat.

Ist ein Heilpraktiker für Psychotherapie ein wirklich ernstzunehmender Titel?

Allein vom Titel, erlaube ich mir zu sagen, "nein".

Wie ich zu der Einschätzung komme?

Vorweg möchte ich sagen, dass ich sehr wohl Heilpraktiker kenne, die als Psychotherapeuten GUT arbeiten. Sie bringen die persönlichen Voraussetzungen für diese Arbeit mit und haben eine gute Ausbildung gemacht. Das ist aber ihr PERSÖNLICHES Verdienst, weil sie sich darum gekümmert haben.
Die GESETZLICHEN Voraussetzungen, um den TITEL erwerben zu können, sind aber, ehrlich gesagt, (nach meinem eigentlich ganz guten Kenntnisstand) sehr mager!!

Man muss zwar eine Prüfung über SACHWISSEN ablegen (Bereich Psychotherapie, psychische Erkrankungen, medizin. Grundwissen, inkl. Erkennung meldepflichtiger Krankheiten), die durchaus anspruchsvoll ist, aber das ist eben nur reine THEORIE. - Was tatsächlich an EIGENER Psychotherapie erfolgt ist und was man tatsächlich unter fachlicher Kontrolle an therapeutischem Handwerk gelernt hat, wird dagegen nicht bewertet.

Dagegen setzt ein Titel wie "Psychologischer Psychotherapeut " ein komplettes, erfolgreich abgeschlossenes Studium der Psychologie voraus und eine DANN folgende PSYCHOTHERAPEUTISCHE AUSBLDUNG, die - sage und schreibe - in VOLLZEIT 3 JAHRE dauert. Wenn man sie berufsbegleitend macht (also man bereits als Psychologe arbeitet) sich sogar über einen Zeitraum von 5 JAHREN erstreckt. Es ist eine EIGENTHERAPIE erforderlich und der Nachweis von einer größeren Anzahl durch Supervision KONTROLLIERTER Therapiefälle.

Es liegen also deutlich höhere Qualitätsanforderungen vor, um DIESEN Titel erhalten zu können.

Einige Zeit später:
Ein 'Danke' für meine Bemühungen nehme ich immer noch gerne entgegen. (:-)

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