Was ist der Unterschied zwischen einem Grafik- und Mediendesigner?

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3 Antworten

Hallo!

Auch  bin mir Vorsicht! Ich bin "alt".

"Früher" (und heute auch noch) wurde Gestaltung an einer FH studiert. Dort konnte man sich dann im Hauptstudium auf ein Spezialgebiet wie z.B. Graphik-Design spezialiseren. Danach hatte man eine gute Ausbildung und war für das Berufsleben gewappnet. So ist m.E. immer noch der einzig wahre Ausbildungsweg für einen echten Designer. Alles andere ist Geldmacherei oder Blödsinn.

Danach kam irgendwann mal einer auf den Gedanken, einen Billig-Graphiker zu machen und hat daraus einen klassichen Ausbildungsberuf gemacht. Da man sich unterscheiden musste, nannte man sich Mediendesigner oder -gestalter. Schließlich mussten vom Fassadenanstreicher bis Repro- und Vorlagenhersteller dort alle unter einen Hut gebracht werden. Daher ist der Name möglichst allumfassend.

Wenn ich in dem Unternehmen, wo ich angestellt bin, ein derartiger Posten besetzt wird, dann mit einem Studium als Hintergrund.

Ich weiß - Provokant. Aber ich kenne zu viele gute studierte Designer und zu viele schlechte Mediengestalter/designer. Privat wie beruflich.

Gruß
Falke

Gege3210 05.02.2016, 16:10

Hallo, @Falke !

Ich wusste nicht, dass es bereits so weit gekommen ist. Ich bin schon seit zig-Jahren aus diesen Berufen weg. Ich habe mehreren Kindern von Bekannten bezahlte Lizenzen für entspechende Programme geschenkt, damit sie sich da einarbeiten können, vorbereiten, verstehen, anwenden. Auch 3D. Und ihnen Kontakte zu Professionnellen besorgt.

Alle haben sich davon abgewendet.

Ein schönes Beispiel ist und bleibt jedoch ein Junger, zuerst machte er schwarz-weiss-Fotografien und wollte Beruf draus machen.

Oups, aua... Ich selbst war mal Berufsfotograf gewesen, hauptsächlich Industrie- und Gebäudeaufnahmen. Contessa-Nettel Plattenapparat, Linhofkammer, Zenza Bronica usw. Und habe ihm hart abgeraten.

Ich habe ihm jedoch meinen alten Vergrößerungsapparat  (der ist sehr stabil) und die Bäder auf "unbeschränkte Dauer" geliehen ;-) .

Heute ist er Toningenieur, ist scheint's gesucht, für Filme, reist auf fast der gesamten Weltkugel rum, man weiss nie wo er ist : Wenn er etwas auf facebook zeigt, ist er schon ganz woanders.

Und nebenbei macht er phantastische scharz/weiss-Photos, wenn er in Laune ist.

Quintessenz : "Breitbändig" werden und bleiben, sich nicht in einen Engpass stauen, Ausweichsmöglichkeiten vorsehen.

Ist leichter gesagt als getan...

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Gege3210 05.02.2016, 16:14
@Gege3210

Ich kann nur hoffen, dass die Fragestellerin unsere Kommentare liest...

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Ich (vermutlich noch älter ;-) habe hier, http://fss.schule.ulm.de/ , 1988 ein 3-jähriges Berufskolleg zum Grafik-Design-Assistenten abgeschlossen (die Bezeichnung hat sich X-mal geändert), später wurden die Mediengestalter (Fachrichtung Druck oder Medien) erfunden und auch an der selben Schule ausgebildet.

Bin nach der 2. Bewerbung bei ner bodenständigen Agentur gelandet und behaupte, in 3 Wochen Beruf so viel, wie in 3 Jahren Schule gelernt zu haben. Und dann kam der Computer und ich habe den Job quasi, learning bei doing, nochmal gelernt. Bin aber 24 Jahre in dem Laden geblieben, während manche Schulkameraden alle 14 Tage den Job wechselten und weiß der Kuckuck, wo gelandet sind.

Wenn du bei dem Link unter Berufe das Kolleg auswählst, gibts unten nen netten Imagefilm, bei dem ich ich aber frage, wieso dort das Malen und Zeichnen einen so großen Stellenwert einnimmt,. Ich habe in meinen 24  Jahren das Zeichnen verlernt und nur abundzu Entwürfe geskribbelt.

Z'erscht mal mit den zwei Begriffen auf Suchmotore gehen und sehen, was die entspechenden Schulen anbieten und wohin das führt (Anerkannten Abschluss, oder bloss ein Papier).

Zu meiner Zeit (Vorsicht, ich bin alt !) ging es bei "Grafik" um das Bild selbst, auch um Gestaltung einer Seite.

Bei "Medien" (Jahre später) ging es jedoch weniger um den Inhalt, sondern eher um die Organisierung mehrerer Informationsquellen und diese interaktiv zu verknüpfen.

Zum Beispiel Seiten von Internetprovidern. Textnachrichten, Fotos, Clips, Fernsehen und (bezahlende) Werbung automatisch und schön anreizend  verdaulich auf eine Ankunftseite zu stellen.

Ich hatte beides gemacht. Bitte jedoch dies nicht als bedeutende Auskunft ansehen : Wie gesagt, bin ich alt, und Alles ändert sich derart schnell. Selber suchen und finden...

Gege3210 05.02.2016, 14:49

Noch mal, hinterher :

Vor Allem, die möglichen Berufsaussichten ansehen und durchdenken. Wie lange kann ein Beruf gefragt sein ? Wie lange etwa kann ich damit und davon leben, bevor der Beruf unnötig wird und es keinen Arbeitsplatz in dieser Richtung mehr gibt ? Bleiben dann Möglichkeiten, auf etwas Anderes umzusteigen ?

Es scheint bestimmt voreilig zu scheinen, bereits im jungen Alter darüber nachzudenken.

Jedoch hatte ich unverschämtes Glück gehabt, das hatte ich nicht gewollt vorbereitet. Meine Ausbildung, zuerst Maurer, dann Zimmermann, dann Ingenieur, erlaubte mir, mehrere Ausweichsberufe zu haben. Manchmal musste ich eben verstecken dass ich auch nur's Abi hatte, um Arbeit als Maurer zu finden..

Mehrere meiner Zwischenberufe sind voll in den Eimer gegangen, zum Beispiel Gebrauchsgrafiker, Zeichner, Fotograf, Linototypesetzer. Im schlimmsten Fall Currywurstverkäufer, Lieferfahrer, Möbelmontör, Pornofilmprojektor nachts.

Verzeigung. Berufe wie Grafik und Medien scheinen derart voll überlaufen zu sein, dass man da im Allgemeinen nur eben Job als zeitliche Aushilfsarbeiter findet.

In meiner Bekanntschaft habe ich Gegenbeispiele :

• Ein Kumpel, er hatte ein Gasthaus. Bär, unfreundlich hart und deutlich, direkt. Stank ihm, hat Getränke-, Eis- und Crèpesbude an einem Atlantikstrand gemacht. Ist jetzt auch aus. Er hat kein Geld, aber ist eben "anders". Er hat mal Trockenklo mit Sägespänen entwickelt. Letzthin machte er phantastische 3D-Landschaften, darunter für eine bekannte Whiskymarke. Ich weiss nicht, was er derzeit tut.

• Ich kannte einen Architekten. Er krabbelte immer "unten" rum. Dann hatte er sich auf naturgetreue Modelle zu machen verlegt, und war damit fast weltweit bekannt gewerden. Leider ist er letzthin gestorben :-(.

Und so weiter. Zweitens kommt es immer anders, als man erstens denkt...

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