Was ist der Unterschied zwischen diesen zwei schrecklichen Syndromen?

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3 Antworten

Das Münchhausen-Syndrom ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen selbst körperliche Beschwerden erfinden bzw. selbst hervorrufen und meist plausibel und dramatisch präsentieren um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Beim Münchhausen-Stellvertretersyndrom werden dem eigenen Kind (in Stellvertretung) Krankheiten oder Verletzungen zugefügt, so dass man im Spital "Zuwendung" bekommt.

Richard Asher beschrieb das "Münchhausen-Syndrom" erstmals vor etwa 60 Jahren. Dabei beschreibt er eine artifizielle Störung, das ist eine psychiatrische Erkrankung, die gehäuft bei problembelasteten Menschen (durch den Tod eines nahestehenden Menschen, durch früheren Heimaufenthalt, auch durch früher erlittene sexuelle Mißbrauchserfahrungen) auftritt. Versucht wird, durch Vortäuschen von Krankheiten vermehrt Zuwendungen für sich selbst zu erfahren. Die Erkrankung bzw. artifizielle Störung wird jedoch ungern wenn überhaupt zugegeben und ist aus diesem Grunde leider einer erfolgversprechenden Behandlung durch z.B. Psychotherapie nicht zugängig. Von daher stehen die Behandlungschancen schlecht, die es durchaus geben würde! Wenn Patienten sich selbst jedoch nicht mit einer vorgetäuschten Krankheit beim Arzt einfinden, hingegen aber ihr (völlig gesundes!) Kind als erkrankt zur Untersuchung bringen, versuchen sie auf diese Weise, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Das nennt man dann nicht "Münchhausen-Syndrom" sondern "Münchhausen-by-proxy-Syndrom" oder auch "Münchhausen-Stellvertretersyndrom" (das ist beides dann das gleiche).

Ich weiß, daß das Münchhausen Syndrom diagnostiziert wird, wenn die Eltern dem eigenen Kind Schmerzen, etc., zufügen, damit sie selbst (also die Eltern) Aufmerksamkeit bekommen. Da war im Fernsehen mal so eine Frau, die ihrem Kind Fäkalien gespritzt hat ! Ich fand dies fürchterlich mitanzusehen, da ich zuvor vom dieser Krankheit noch nie etwas gehört habe.

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