Was ist der Unterschied zwischen der Einschätzung russischer Personenstandsgesetzen und der Halacha, wer jüdisch ist. ?

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4 Antworten

Im russichen Personenstandsgesetz war man jüdisch, wenn man einen jüdischen Vater oder eine jüdische Mutter hatte.

Nach dem jüdischen Religionsgesetz (Halacha) ist man jüdisch, wenn man eine jüdische Mutter hat.

Wenn man einen jüdischen Vater hat, aber keine jüdische Mutter, dann ist man nicht jüdisch. Falls man jüdisch werden möchte, muss man konvertieren, so wie jeder andere Nichtjude, der jüdisch werden möchte.

Hingegen ist man auch mit weiter zurückliegenden jüdischen Vorfahrinnen in rein mütterlicher Linie jüdisch. Allerdings ist es nicht ganz einfach, das nachzuweisen und anerkannt zu werden.

Umgekehrt kann es aber auch sein, dass wenn eine Vorfahrin in rein mütterlicher Linie konvertiert ist, aber nicht nach orthodoxen Standards, dass die Person dann von den orthodoxen Gemeinden nicht als jüdisch anerkannt wird, obwohl sie in dem Bewusstsein aufgewachsen ist, voll jüdisch zu sein.

d.h. es kann vorkommen, dass jemand quasi jüdisch aufgewachsen ist, aber nicht religiös, und religiös werden will, und plötzlich sagt man der Person, sie sei nicht jüdisch und müsse konvertieren.

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Bei der Halacha ist es ganz eindeutig geregelt.

Genaue Regeln und Gesetze habe ich auch nicht zur Hand, aber meinen Freundin, die in der UdSSR geboren wurde, hat es mir Erklärt.

Also mit Vorbehalt der Falschinformation oder/und falscher Weitergabe.

  • Bei unterschiedlicher "Nationalität" bestimmte die Eltern, was beim Kind eingetragen wurde. Es musste eine der beiden Nationalitäten sein. Also aus Jude und Deutsch konnte nie ein Russe werden. Als Staatsbürgerschaft war es ohnehin CCCP. Russe war natürlich das Beste!
  • Das Kind konnte mit 16 den Passeintrag ändern lassen und quasi zwischen den Nationalitäten der Eltern wählen.
  • Bei den neuen Pässen gibt es den Eintrag in Russland nicht mehr. Ob diese Klassifizierung weiterhin in den Akten steht, weiß ich nicht,
  • Bei den CCCP-Nachfolgestaaten ist es unterschiedlich, z.T. kompliziert geregelt. So gibt es in Lettland Letten mit russischer, polnischer, weißrussischer, litauischer ... Abstammung. Lette ist, wer den sowjetischen Eintrag hatte oder vor 1940 in die Lettische Sowjetrepublik eingewandert ist oder als ansässiger "Ausländer" (zuvor Sowjetbürger) sich zu Lettland ausdrücklich bekannt hat und eine Prüfung (Sprache, Staatsbürgerkunde) abgelegt hat. Es gibt aber auch noch Russen, Weißrussen mit entsprechendem Pass und festem Wohnsitz in Lettland. Wer sich keinen Pass besorgen konnte oder wollte ist staatenlos und wie die "Ausländer" Nichtbürger. Die haben kein Wahlrecht und fast keinen vernünftigen Berufschancen. Im Süden Lettlands leben überwiegend Russen mit lettischer Staatsbürgerschaft. Auch die will Putin sicher gern "befreien".
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Ja. Halacha geht nach der Mutter (oder Übertritt), laut russischem Gesetz konnte man es sich aussuchen, es konnte also auch nach dem Vater gehen, wenn die Mutter nicht jüdisch war.

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Meines Wissens ist die Angabe zur Religionsangehörigkeit nicht Bestandteil der allgemeinen Personenstandsdaten und somit liegt meines Erachtens auch keine Kollision vor.

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Kommentar von BVBDortmund
24.02.2017, 14:30

In Russland und früher in der Sowjetunion stna die jüdische Zugehörigkeit im Pass.

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