Was ist der unterschied zwischen historischem und kerygmatischem jesus?

4 Antworten

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  1. Diese im 19. Jhd. entstandene Auffassung ist bereits überholt und wird heute allgemein nicht mehr verwendet.

Der Schwachpunkt dieser Auffassung besteht darin, dass es zu unterschiedlichen Ergebnissen über den historischen Jesus kam.

Es spielte dabei die persönliche(subjektive)Auffassung eine Rolle, die man leider nicht vermeiden kann.

  1. In ganz enger Verbindung zu dieser Doppelbedeutung der Person Christi steht der Entmythologisierungsprozess.

Die Grundlage dafür stellt die Vernunft(Ratio) dar.

Vernünftig ist das, was mit dem Verstand erklärt werden kann.

Das hatte zur Folge das alles, was mit der Vernunft im Widerspruch steht von der Person Jesu abgelehnt wurde.

Deshalb wurden z.B. die Wunderberichte von Jesus als Mythos bezeichnet, weil sie der Vernunft widersprechen. Menschen hätten das erst später Christus angedichtet.

Letztlich bleibt dann vom Jesus der Bibel nicht mehr viel übrig, nachdem der Rasenmäher der Vernunft darüber gefahren ist.

  1. Christus ist kein Produkt eines Mythologisierungsprozesses, sondern eine historische Person, die durch ihre Einmaligkeit aus der Geschichte herausragt.

Dem Mythologisierungs- und Harmonisierungsprozess widersprechen zwei wesentliche Gründe:

  1. Die Schreiber hätten dann nicht über das Unverständnis und den Unglauben der Beteiligten berichtet. Wer einerseits eine Person überhöht wird nicht gleichzeitig seine eigenen Fehler und Schwächen berichten. Das widerspricht der Logik.

  2. Christus tritt nicht plötzlich auf ohne in Verbindung zur Geschichte Israels zu stehen. Ein wesentlicher Schwerpunkt war prophetische Ankündigung des Messias/Christus. Er wurde von den Menschen erwartet.

Zwei Argumente werden deshalb immer wieder für die Glaubwürdigkeit (Legitimation) Christi verwendet:

  1. Die Vorhersagen über sein Kommen und sein Leben.
  2. Seine außergewöhnlichen Wunder.

Ohne beiden wäre die Person Christi bedeutungslos und ohne Wert für die Menschen.

Er stellt in der Geschichte eine historische Einmaligkeit dar, die in über alle andere Menschen stellt.

Darum ist die Hoffnung, die Er den Menschen gibt keine Fiktion, sondern Realität, die Er mit seiner eigenen Auferstehung bestätigt hat.

Das hast du sehr schön erklärt.

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Jesus ist keine historische Person, sondern eine Figur im NT, welche die Evangelisten erschaffen haben, um den im AT prophezeiten Retter, sein Kreuz und Auferstehung zu proklamieren. Proklamation heisst auf griechisch Kerygma.

Meine Antworten erhalten von jedem 7. Fragenden einen Dank. Gehören Sie etwa dazu?

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Historisch-kritische Theologen seit dem Wolfennbütteler Streit zwischen Lessing und Pastor Goetze machen diesen Unterschied, weil sie annehmen, dass dem historischen Jesus von Nazareth nach dessen Tod am Kreuz manches angedichtet oder in den Mund gelegt worden sei, letzteres sei eine nachösterliche Legendenbildung, aus der der "kerygmatische" (verkündigte) Jesus hervorgegangen sei.

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