Was ist der Unterschied zwischen dem evangelischen Glauben und dem katholischem?

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11 Antworten

Im Grunde unterscheiden sich evangelisch-protestantische Theologie und katholische Lehre nur in einer Vorentscheidung: Hat Gott sein Heilswirken an Menschen (und menschliche Institution) verbindlich weitergegeben? Die katholische Kirche beantwortet diese Frage munter mit »Ja« - Gott hat sich in die Hände des Menschen gegeben: »Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.« (Lk 10,16); »Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.« (Mt 16,19) oder auch: »Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.« (Joh 20, 23) Die protestantische Kirche weist diesen Anspruch empört zurück: Kann Gott daran gebunden sein, was Menschen tun? Sich regelrecht davon abhängig machen? Niemals! »Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus« (1 Tim 2,5). Nur einer, Jesus Christus, und kein weiterer Mensch. Damit es keine Missverständnisse gibt: Selbstverständlich kennt die protestantische Theologie Fälle, in denen Gott Menschen zu seinen Mitarbeitern erwählt und sie in seinen Heilsplan einbaut. Es gibt Propheten, Evangelisten, Apostel und aufrichtige Christen, die Gottes Willen tun und in seinem Namen handeln. Die Frage, die die beiden Konfessionen so unterschiedlich beantworten, ist allerdings nicht, ob das (gelegentlich oder häufig) vorkommt, sondern ob Gott sich an das menschliche Handeln unwiderruflich gebunden hat. Luther hat diese Frage klar beantwortet: In Bezug auf sein Heil kann der Mensch nichts wirken - in Bezug auf sein Heil ist der Mensch unfrei und unfähig zur Mitwirkung.

Bei den Protestanten herrscht also das Prinzip:

  • sola scriptura (allein die Schrift)
  • sola fide (allein der Glaube)
  • solus Christus (allein Christus)

Dem gegenüber steht die katholische Auffassung:

  • et traditio et scriptura (sowohl die mündliche Überlieferung als auch die schriftliche)
  • et fides et opera (sowohl der Glaube als auch die Werke)
  • Christus in ecclesia et cum ecclesia (Christus in und mit der Kirche)

Neben den theologischen Unterschieden gibt es auch weitere, u. a. Volksfrömmigkeit (Katholiken schauen gerne mal etwas tiefer ins Glas) oder Liturgie oder Marienverehrung. Aber besonders sieht man die Unterschiede in den Sakramenten.

Die Protestanten lehnen einen Großteil der katholischen Sakramente ab. Es gibt dort nur die Taufe und das Abendmahl. Die Taufe ist bei Katholiken und Protestanten gleich. Beim Abendmahl gibt es einen sehr großen Unterschied zur katholischen Eucharistie. Die Eucharistie beschreibt eine Transsubstantiation, also eine Wesensverwandlung, bei der Wandlung durch einen geweihten Priester, während evangelische Christen entweder die Wandlung erst im Glauben des Gläubigen sehen oder sie sehen eine Transfinalisation, also eine Zwecksentfremdung. Zusätzliche gibt es in der katholischen Kirche fünf weitere Sakramente:

  • Firmung
  • Weihe
  • Ehe
  • Beichte
  • Krankensalbung

Protestanten glauben meines Wissens übrigens auch an die eine, heilige Kirche. Nur glauben sie, dass diese auf Erden nicht sichtbar ist. Nach katholischem Glauben ist diese eine Kirche in der katholischen Kirche sichtbar. Und die Männer, die Jesus als Bischöfe in diese Kirche eingesetzt hat, geben ihre Sendung durch die s. g. apostolische Sukzession weiter an ihre Nachfolger. Dies lehnen Protestanten ab.

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Kommentar von Viktor1
30.07.2016, 01:15
sondern ob Gott sich an das menschliche Handeln
unwiderruflich gebunden hat.

Hat er. "Wenn ihr das...... tut werdet ihr das Heil erlangen."
Dieser "Tenor" zieht sich durch die ganze Botschaft Jesu in den Evangelien.
Mit dieser Verheißung hat sich Gott (durch Jesus) festgelegt, unwiderruflich.
Warum sollte er dann sagen: "April, April, ihr braucht gar nichts tun um zum Heil zu gelangen, daß hat mein Sohn mit seinem Opfertod schon erledigt". Dann würde Jesus als Lügner hingestellt, welcher ständig sagte, daß er die Wahrheit verkünde, welche er von seinem Vater hat.

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Es gibt bei den Protestanten einen grundsatz:
Sola gratia
Sola fide
Sola scriptura
Solus christus
Der besagt so ziemlich alles.
Einzig und allein Das, was in der Bibel steht, gilt ihnen als christlich wahr. So haben sie keinen Papst, keine heiligen oder Seligsprechung (bei den Protestanten bist du heilig, wenn du ein Mensch bist) ein Pfarrer darf heiraten und auch Frauen dürfen Pfarrerinnen werden. Auch wichtig: Homosexualität ist anerkannt, da sich die Bibel hier widerspricht.

Du findest weitere Unterschiede in Luthers 95 Thesen, einfach mal Googlen :D

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Der wichtigste Unterschied besteht in der "Heilslehre" oder Rechtfertigungslehre.
Die evangelische Theologie besagt, daß der Mensch nur durch den Glauben und die Gnade Gottes das "Heil" (Reich Gottes) erlangt.
Die kath. Lehre (welche sich an der Botschaft Jesu orientiert) besagt, daß der Mensch durch sein Tun entsprechend der Botschaft Jesu (Liebesgebot) bei der Gnadengabe Gottes mitwirken, sich selbst einbringen muß.
Die ganzen äußerlichen, organisatorischen, rituellen und sonstigen Unterschiede sind zwar auffällig und werden immer zuerst genannt.
Sie bilden aber nicht den wesentlichen Unterschied, weil sie von Menschen gestaltet sind. Die Heilslehre ist von Gott, durch Jesus (nicht Paulus)bezeugt.

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Der Hauptunterschied ist wohl, dass die "Weltkirche" in "Saus und Braus" lebt (Offb.17,1-5), während die "Abgefallene" etwas gegen den Ablasshandel dieser Großkirche hatte und sich auch nicht so prächtig schmückt.

Die "Lehre" der beiden "Glaubensorganisationen" ist ziemlich ähnlich verfälscht (2.Mose 20, Verse 4, 8 und 17).

Unser wahrer Schöpfer Gott (Jes.45,22) hat "Seine Gebote" (Offb.20,3-17).

In Bälde werden aber alle "abgefallenen Gruppen" wieder zur "Hauptkirche" zurück finden (Offb.17,1-5), um gemeinsam die "wahre Gemeinde Gottes" zu vernichten (Offb.13,4-7; 17,6).


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Nicht sehr viele. Pfarrer darf heiraten, Priester nicht. Es wird einfach lockerer gesehen

 

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Kommentar von Bodesurry
29.07.2016, 19:43

Von "außen" her gesehen nicht, vom Grundverständnis her einiges.

486lteraccount hat den Link dazu geliefert.

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Evangelische Pastoren dürfen heiraten, außerdem erkennen sie den Papbst nicht als Oberhaupt an. Google Luthers  95 Thesen

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gibt verschiedene Unterschiede:

http://www.glauben-und-bekennen.de/besinnung/begriffe-k/konfessions-unterschiede.htm

eines davon ist: z.B. in katholisch gibt es 7 Sakramente, in evangelisch nur 2

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Kommentar von Nadelwald75
29.07.2016, 18:33

Hallo 486teraccount,

der Link bietet eine gute Zusammenstellung. Es wäre noch interessant zu wissen, ob der Verfasser von kath. oder ev. Seite her kommt.

Was im Link nicht enthalten ist: Wieso kommen die Kirchen zu den jeweiligen Unterschieden.

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Eigentlich nur, dass es ein bisschen entspannter zugeht

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Kommentar von Anthropos
29.07.2016, 22:56

Katholiken sind halt einfach viel gechillter.

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Dass die Katholen zu dumm zum Gurgeln sind, die Evangelen zu faul?

So hab ich's in Erinnerung, allerdings waren wir damals alle dumm, Opas halt, oder natürlich damals noch nich, hoffe duvastehs.

Irngwas mit Papst odersojenfalls, unt lutta,

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Die Protestanten glauben nur an das was wirklich in der Bibel steht. Deshalb gibt es auch z.B. keinen Papst

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Kommentar von Viktor1
29.07.2016, 18:33
Die Protestanten glauben nur an das was wirklich
in der Bibel steht.

Nun - die lassen aber einiges aus z.Bsp. das Wichtigste in der Botschaft Jesu.
Dies besagt, daß der Mensch durch das Tun des Willen Gottes das Heil (Reich Gottes) erlangt. Dies wird von den meisten Religionsgemeinschaften aus der Reformation schlichtweg geleugnet.

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Zu dumm zu googeln ? 

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