was ist der preisindex?

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2 Antworten

Das ist ein Index, der zeigt, wie sich die Preise in aufeinanderfolgenden Jahren entwickeln. zu dem Zweck nimmt man in einem Basisjahr, nehmen wir mal an, 2005, einen "fiktiven Warenkorb" und füllt den mit allem, was eine vierköpfige Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder" brauchen, also Nahrung, Wohnung, Kulur, alles eben. Und angenommen, da kommt man auf 2400 €. Im Basisjahr setzt man den Index auf 100 % . In 2006 koste derselbe Inhalt 2448. Das bedeutet, dass die Preise um 2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, jetzt ist der Preisindex 102. usw. usw. Im Allgemeinen nimmt man alle 10 Jahre ein neues Basisjahr, man fängt wieder bei 100 % an, sonst würde das zu unübersichtlich. Num zum BIP. Mal angenommen, in einem Jahr sei das BIP, nominal, 1.550.000.000.000 (eine Billion, 550 Milliarden) Und in dem Jahr sei der Preisindex gegenüber dem Vorjahr um 3 % gestiegen. Dann teilst du das BIP nominal durch 1,03 und erhältst das reale BIP, also das um die Preisssteigerung des Jahres bereinigte.

Der Preisindex ist einfach ein Korb aus verschiedenen Gütern, die der Durchschnittsbürger eben so im Durschnitt braucht - angeblich! Denn damit soll auch die Inflation gemessen werden und die Statistiker passen diesen Warenkorb eben auch immer so an, dass man meint die Inflation sei geringer als sie tatsächlich ist (das merkst ja selber, wenn Du einkaugen gehst und die EZB sagt, die Inflation liegt bei 2,4% und Du bezahlst aber im Laden 20% mehr für die Milch)

Der Preisindex funktioniert im Prinzip genauso, wie ein Aktienindex. Der DAX wurde z.B. am 01.07 1988 auf gelegt und zum Start bei 1000 Punkten fest gesetzt. Allen Unternehmen wurden in diesem Index dann ein bestimmter Anteil zugesprochen. Wenn nun ein wert Steigt, ein anderer fällt, hängt es davon ab, welcher Wert in dem Index höher gewichtet wirdund welcher Wert sich dann um wie viel verändert. 2008 war es z.B. so, dass der DAX stieg, obwohl alle Werte Gefallen sind, außer VW - weil eben VW einen so hohen Anteil an dem Index in dem Moment hatte ;-)

Das gleiche Phänomen hast auch bei einem Preisindex, denn da fließen z.B. auch die Preise für Fernseher, Autos,... mit ein. Aber Milch kaufst eben jeden Tag, Fernseher aber nur alle paar Jahre. Und dementsprechend wird der Fernseher auch geringer gewichtet als die Milch. Aber trotzdem werden Fernseher eher billiger, Milch aber eher teurer - und schon laufen die offizielle und die gefühlte Inflation auseinander.

Um das BIP nun zu berechnen musst es ja mit der Inflation vergleichen, also die Preissteigerung heraus rechnen. Da aber schon allein die berechnung der Inflationsrate sehr schwammig ist, ist auch die aussagekraft eines BIP-Wachstums/-Rückgangs mit sehr viel vorsicht zu genießen. Vor allem wenn man weiß, dass das BIP auch noch nach jahren mehrfach angepasst wird. Die Aussagekraft des BIPs beträgt also absolut gesehen = 0, außer für Statistiker, die nichtssagende Zahlen brauchen um die Politik zu füttern - und das muss man nicht mal anpassen ;-)

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