Was ist der konkrete Unterschied zwischen Supervision und Fachberatung?

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1 Antwort

Die Fachberatung hilft einem Entscheidungsträger in dem Fall, wo er sich bezüglich seiner eigenen Kompetenz etwas unsicher fühlt. Auch bei sehr gewichtigen Entscheidungen kann es sein, dass der Entscheidungsträger die Verantwortung nicht allein übernehmen will und folglich den Rat weiterer Experten einholt. 

Die Supervision ist dagegen ein Verfahren, bei dem Leute mit Fachausbildung verantwortungsvolle Prozesse oder Verfahren durchführen, die nie ganz optimal zu erledigen sind, d.h., die immer noch weiteren Optimierungsstrategien unterworfen werden können.

Besonders in der beruflichen Anfangszeit von z.B. Ärzten oder Therapeuten führt man Supervisionen durch, bei denen die behandelnden Ärzte dann einem deutlich erfahreneren - meist älteren - Facharzt detailliert ihre Behandlung einer bestimmten Symptomatik schildern und dabei begründen, welche Überlegungen sie zur Diagnostik und schließlich auch zur Therapie angestellt haben. Der Supervisor nimmt alles zur Kenntnis, fragt dann nach, weist auf weitere Risiken oder Alternativen hin und bespricht so die weiterführende Therapie des betreffenden Patienten. Hier ist der behandelnde Jungmediziner noch begleitet, er fühlt sich sicherer und die Gefahr einer Fehldiagnose und darauf aufbauenden Fehltherapie ist substantiell vermindert.

Aber selbst erfahrene Ärzte unterziehen sich manchmal nach vielen Jahren wieder einer Supervision, weil sie irgendwie so ein Sorgemoment spüren, dass sie vielleicht in bestimmten festgefahrenen Denkschemata stecken könnten, die mal einer kritischen Überprüfung durch einen außenstehenden Experten unterworfen werden sollten. Man findet das auch bei Psychoanalytikern, die damit für sich klar stellen, dass keiner jemals auslernt und dass eine frische Außenperspektive manchmal eine große Bereicherung sein kann.

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