Was ist der Bernullieffekt in einfachen Worten

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2 Antworten

Wenn z.B. die Tragfläche eines Flugzeuges von vorn nach hinten von Luft umströmt wird, dann hat die Luft, die über die obere Tragflächenseite strömt, einen längeren Weg als die Luft an der Unterseite, weil die Tragfläche eines jeden Flugzeuges (wie z.B. auch die Flügel bei Vögeln) an der Oberseite eine Wölbung aufweist. Du obere Luft muss deshalb schneller strömen als die untere und wird deshalb gestreckt, die untere wird gestaut. Unter dem Flügel entsteht also ein größerer Druck als darüber. Der Druckausgleich führt zu einem Auftrieb an der Tragfläche. Das ist der Bernoulli-Effekt. Das Flugzeug wird dadurch bei einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit angehoben. Reißt die Strömung an der Tragfläche ab ("Strömungsabriss"), dann stürzt die Maschine ab.

AJay1 22.06.2011, 20:30

Ein Flugzeug fliegt nicht aufgrund des Bernoulli-Effektes. Das ist nur ein kleiner Nebeneffekt. Das sieht man auch daran, dass Sportflugzeuge oft symmetrische Flügel haben (sprich: oben die gleiche Wölbung wie unten). Wichtig ist der Anstellwinkel. Der Auftrieb wird hauptlich durch den Impuls der Luftmoleküle erreicht (wenn man das Flugzeug als ruhendes Inertialsystem ansieht). Das mit dem Bernoullieffekt und den Flugzeugen ist ein hartnäckiger Trugschluss.

Im übrigen ist der Bernoulli-Effekt oben falsch erklärt. Die Begründung, dass die Luft am oberen Teil der Tragfläche schneller strömen muss als am unteren macht keinen Sinn. Was sollte die Luft dazu veranlassen schneller zu strömen? Die Luft oben weiß nichts von der Luft unten. Die Form der Flügel ist deshalb so wie sie ist, weil man eine möglichst perfekte Stromlinienform erreichen will und weil der Flügel so besonders stabil ist.

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dompfeifer 24.06.2011, 02:37
@AJay1

Die Luft "muss" nicht so oder so schnell strömen im Sinne einer bewußten Vorgabeverpflichtung, sondern im Sinne einer physikalischen Notwendigkeit. Es werden schlicht unterschiedliche Wegstrecken in gleicher Zeit zurückgelegt. Und die Druckverhältnisse in Fluiden verhalten sich umgekehrt zu den Strömungsgeschwindigkeiten. Daher der Auftrieb. Die Erklärungsversuche mit dem Wettlauf der Moleküle, die am Flügelende alle gleichzeitig "ankommen wollen, weil sie das müssen", sind mir bekannt.

Dessen ungeachtet zielte die Frage auf den Bernoulli-Effekt und nicht nach anderen Auftriebseffekten. Dass der Anstellwinkel bei Flugzeugen mehr zum Auftrieb beiträgt als der Bernoulli-Effekt, halte ich übrigens für ein Gerücht. Der ist (schon zur Vermeidung von unnötigen Luftwirbeln) bei Verkehrsflugzeugen so klein, dass er mit dem Auge nicht zu erfassen ist. Spezielle Sportflugzeuge mögen da einen Sonderfall darstellen.

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