Was ist der Ausgangspunkt der Erkenntnisgewinnung beim Empirismus, was bei der Phänomenologie Sind es nicht in beiden Fällen die sinnliche Wahrnehmung?

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3 Antworten

In der Philosophie geht immer das Ringen um die Bewertung, wieviel unserer Erkenntnis rationalen Ursprungs oder Einflusses ist und wieviel von den Inputs und deren Verarbeitung abhängt. Empirismus und Phänomenologie betonen letzteres. Das Problem ist jedoch, dass beides nur Etiketten sind, die zur Einordnung einzelnen, in sich durchaus unterschiedlichen philosophischen Denkungsarten von Interpreten aufgeklebt werden, manchmal von "Schulgründern" selbst, um ihre Denkschule gleich gegen andere abzugrenzen.

Ich würde die Phänomenologie als eine modernere Denkungsart des Empirismus bezeichnen, denn auch der Empirismus der unterschiedlichen Jahrhunderte bleibt nicht der gleiche, weil sich die Autoren mit der Historie und der Kritik daran auseinandersetzen und neue Antworten suchen. So geben die Etiketten "Empirismus" und "Phänomenologie" immer nur grundsätzliche Einstellungen wieder, was einen nicht dazu verführen sollte, zu glauben, dass alle Autoren, denen dieses Etikett aufgeklebt wurde, gleicher Ansicht waren.

Richtig ist, dass beide von der sinnlichen Wahrnehmung ausgehen. Aber das ist nur eine Abgrenzung zu rationalistischen Einstellungen. Innerhalb der empiristischen Einstellungen stellt sich die Frage, wie die Inputs verarbeitet werden, ob es reicht, zu sagen, dass Begriffe auf Erfahrungen zurückgehen, ohne dass näher aufgeschlüsselt wird, wie die Erfahrungen konkret aussehen. Husserl will da präziser sein. Da werden Phänomene unterschieden: Ein Glas in einer Sperrmüllsammlung erscheint mir anders als ein Glas, schön beleuchtet in einer Ausstellungsvitrine. Auch die Erwartungen, mit denen ich eine Sperrmüllsammlung anschaue sind andere als die, mit denen ich durch eine kunsthistorische Ausstellung gehe. Hier geht es also nicht um den "nackten" Eindruck.

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Kommentar von Happiness88
18.02.2016, 15:32

Superlieben Dank!!! 👍🏼👍🏼👍🏼

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Naja, ohne die Sinne gibt es keine Wahrnehmung und dann ist ja äh alles egal welche Methodik man anwendet.

Empirismus ist ein Sammeln von Daten über einen längeren Zeitraum. Die Phänomenologie beschreibt lediglich das Phänomen und wie man es wahrscheinlich reproduzieren kann. Dabei beschränkt man sich nicht unbedingt auf seltene Phänomene, sondern auch auf häufig zu beobachtende.

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