Was ist der Ablass?

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9 Antworten

Hallo perlahak,

In der frühen Christenheit war es üblich, dass nach dem öffentlichen Sündenbekenntnis vor der Gemeinde eine zeitliche Sündenstrafe
verhängt wurde. Die konnte dann beispielsweise in einem Ausschluss aus dem Gemeindeleben für eine bestimmte Zeit bestehen. Später konnte man diese Strafe durch eine Geldspende oder durch eine bestimmte Handlung (Gebete, Wallfahrt o.ä.) ersetzen. Man bekam also innerkirchlich eine zeitliche Sündenstrafe erlassen, daher der Ausdruck „Ablass“.

Sinn der Sache war: Wenn ich von mir aus eine Strafe auf mich nehme und auf diese Weise büße, so wird Gott hoffentlich auch eine Strafe, die er verhängen könnte, vermindern.

Die Auffassung war, dass zu einer Sünde auch einen Strafe
gehört.

Voraussetzung war allerdings immer, dass Reue, Vorsatz und eine Beichte mit Sündenvergebung vorausgegangen war. Denn durch einen Ablass wurden nie Sünden erlassen.

Das Ganze ist natürlich ein typisch abendländisch juristisches Denken, dass zwar überlegt ist, aber durchaus nicht von allen geteilt wird.

Auch Luther hatte grundsätzlich nichts gegen den Ablass einzuwenden, sehr wohl aber gegen den Missbrauch, der in verschiedenen Dingen bestand und am deutlichsten von Tetzel aus dem Bistum Mainz kaufmännisch betrieben wurde (Finanzierung des Petersdomes). Die wesentlichen Punkte waren
hier:

- Es entstand der Eindruck, dass Sünden vergeben werden, sogar
zukünftige.

- Es wurde dargestellt, dass man Gott genau vorrechnen könne,
wie weit die Sündenstrafen zu erlassen sind. 300 Tage Ablass, die ursprünglich bedeuteten, dass eine Kirchenstrafe von 300 Tagen Gemeindeausschluss entfiel, wurden als 300 Tage reduzierten Fegfeuers betrachtet – eine unsinnige Fehldeutung!

Man kann Gott keine Vorschriften machen und auch nicht mit ihm
aushandeln, inwieweit er die persönliche Buße bei eventuell von ihm geplanten
zeitlichen Strafen, zu denen auch das Fegefeuer gerechnet wurde,
berücksichtigt. Da hat Gott wohl seinen eigenen „Umrechnungsfaktor“.

- Es wurde dargestellt, dass man den Ablass für Verstorbene nicht nur fürbittweise, sondern mit absoluter Sicherheit anwenden könne
(Schlagwort: Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegfeuer
springt.)

Es ist durchaus berechtigt, dass man nach Reue und Sündenbekenntnis eine Buße auf sich nimmt und hofft, dass Gott das wertet.

Meine private Meinung ist allerdings, dass man in der Kirche wegen der
Vorbelastung in der Reformationszeit generell auf den Ablass verzichten sollte.

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Kommentar von Nadelwald75
22.02.2017, 19:44

....vielen Dank für den Stern!

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Zur Zeit Luthers verkaufte der Mönch Johannes Tetzel  in allen möglichen Städten Ablassbriefe mit Gebeten drauf im Namen der Kirche. Er gaukelte den Menschen vor, Gott würde ihnen nur dann vergeben, wenn sie diese Briefe kauften. So verkündete er z.B.: „Wenn ihr mir euer Geld gibt dann werden eure toten Verwandten auch nicht mehr in der Hölle schmoren sondern in den Himmel kommen“.

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Die geldlich, durch andere Sachleistungen oder besonderes Gebet gegenüber der katholischen Kirche erworbene Anspruch auf die Verkürzung der Aufenthaltsdauer im Fegefeuer von gläubigen Sündern vor dem Einzug ins Himmelreich wird durch den Ablaß geregelt.

70 Jungfrauen pro Nase Märtyrer werden aber auch da nicht garantiert!


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Vom Ursprung her ist es ein an die falschen Leute gezahltes Schmiergeld für etwas, das in der von den Betrügern dargestellten Form nur in der Einbildung existiert.

Die moderne Grauzonen-Wirtschaft hat diese Methode aufgegriffen und interessenbezogen umgebaut. Besonders Bankster sind von der Idee begeistert (Bankenrettung gegen geringe "Ablass"-Gebühr anstatt 15 Jahre Knast).

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Das ist die Erlassung von zeitlichen Sündenstrafen im Fegefeuer durch die katholische Kirche - allerdings nicht die Erlassung der Sünden selbst.


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Ein Beispiel für den gebetsweie zu erwerbenden Ablass bietet das Kreuz von Schriefers.

Liest der "Gläubige" die Inschrift, so erfährt er einen Nachlaß von 300 Tagen Aufenthalt im Fegefeuer.

Guckst Du hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ablasskreuz_Schriefers#/media/File:Sch_031_(Schriefers_-_Erkelenzer_Str.).jpg

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Kommentar von Furino
14.09.2016, 16:32

Berühmt wurde ein gewisser Tetzel:

"Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!"

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Kommentar von Eselspur
14.09.2016, 23:29

Die meisten meinen, wenn es heißt " 300 Tage Ablass" so sind "300 Tage weniger Fegefeuer" gemeint. Das ist aber falsch. 

Die "300 Tage" bezogen sich immer auf den Nachlass der Kirchenstrafe. Dass der Aufenthalt im Reinigungsfeuer nicht einfach durch Tage zu messen ist, hat man auch in früheren Zeiten gewusst.

LG

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Die katholische Kirche hat früher sogenannte Ablassbriefe verkauft, die den jenigen der sie gekauft haben oder Verwandte vermeintlich von seinen Sünden freigekauft haben. 
Der Ablassbrief ist also quasi ein käuflicher Freispruch von seinen Sünden, im wesentlichen war es ein Mittel der Kirche um Kohle zu machen und den Leuten dafür weniger Fegefeuer zu versprechen.

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Kommentar von Nadelwald75
14.09.2016, 19:30

Hallo DietmarDreist,

.... sachlich falsch, dass von Sünden freigekauft wird.

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Das ist das Geld, welches die katholische Kirche (Offb.12,9) für "Sündenvergebung" kassiert, welche nur unser ewige Gott vergeben kann (Eph.1,7).

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