was ist denn jetzt mit fiktionalität und faktualität gemeint?

3 Antworten

Faktualität und Fiktionalität schließen sich ja aus. Entweder ist eine Sache wahr oder erfunden. Natürlich kann man zum Beispiel realen Personen eine erfundene Handlung zuschreiben und bekommt dann eine krude Mischung. Aber eben nur eine MISCHUNG, die weiterhin aus den beiden unterschiedlichen Substanzen "wahr" und "erfunden" besteht.

Etwas naive (oben in dem Text etwas zurückhaltend ausgedrückt mit "nicht mit wissenschaftlicher Nüchternheit" herangehende) Menschen erregen sich manchmal bei Geschichten oder Filmen so sehr, werden aufgrund persönlicher Verfassung so sehr involviert, dass Fiktionalität und Faktualität bei ihnen durcheinander gehen. Kranke Menschen zum Beispiel. Ein schönes Beispiel war vor vielen Jahren die Arztserie "Schwarzwald-Klinik", über die ich mal gelesen  habe, dass Zuschauer  ihren Arzt voller verzweifelter Hoffnung nach Medikamenten  gefragt haben, die mit erfundenen Namen in der "Schwarzwaldklinik" gehandelt wurden. "Herr Doktor, können sie mir nicht mal dieses Prontomobilon verschreiben?" 

 

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Die Medikamente bekommen hohe Präsenz und Plastizität. Siehe den Text unten.

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Noch ein einfaches Beispiel aus der "Schwarzwald-Klinik". Dieses Serienkonzept war damals neu. Sehr realistisch gedreht. Der fiktive Chefarzt "Dr. Brinkmann" wurde gespielt von dem Schauspieler Klaus-Jürgen Wussow. Schau ihn dir bei Wiki an in seinem Arztkittel. Dieser Mann hatte eine unglaubliche PRÄSENZ in den Serienfolgen. Die Folge war, dass Herr Wussow manchmal meines Wissens hauptsächlich von alten Frauen in der Öffentlichkeit angesprochen wurde: "Herr Doktor, können SIE mir vielleicht helfen?" Grauzone zwischen Fiktionalität und Faktualität.

Du Arme!

Ich erkläre mir das eher so, dass man die Schauspieler gesehen hat. Und das Sehen ist eben wichtiger als alles andere.

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