Was ist denn der Thomastag?

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3 Antworten

Der Thomastag war einer der wichtigsten Fest-, und bis 1805 auch Feiertage des bayerischen und fränkischen Brauchtums, und wurde mit volkstümlichen Bräuchen und Festen begangen. Ursprünglich gingen in der Nacht des 21. Dezember die Perchten, mit Fell vermummte Gestalten, um. Auch in Nürnberg hatte der Thomastag große Bedeutung und bereits im Jahr 1527 wurde dort an diesem Tag Markt gehalten. Wie oft fälschlicherweise behauptet, ist dieser Markt jedoch kein Christkindlesmarkt gewesen, sondern vielmehr ein inoffizieller Markt, der am Kirchenfeiertag zu Ehren des Kirchenheiligen Thomas stattfand.

Neben den Einwohnern Nürnbergs besuchten auch viele Leute aus dem Umland die Verkaufsstände, um sich für die Weihnachtsfesttage mit Lebensmitteln zu versorgen. Wegen des regen Andranges wurden die Zöllner im besagten Jahr durch den Nürnberger Rat angewiesen, alle Wagen und Karren zu zählen, die am 21. Dezember durch die Stadttore einfuhren. Über die Ergebnisse der Zählung gibt es verschiedene Aussagen. Die hier angegebenen Zahlen basieren auf den Ergebnissen der Untersuchung von Dr. Werner Schultheiß, der die Zahlen 1279 Wagen und 233 Karren angibt.

Für eine Stadt wie Nürnberg, die zu dieser Zeit um die 30.000 Einwohner gehabt haben dürfte, und damit zu einer der größten Städte Europas zählte, ist dieses Besucheraufkommen immens hoch und lässt Rückschlüsse auf die Wichtigkeit der Funktion des Marktes, und insbesondere der Sondermärkte in Nürnberg, zu.

Jene Historiker, die sich mit der Nürnberger Geschichte auseinandergesetzt haben, gehen davon aus, dass der Sondermarkt am Thomastag mit dem Weihnachtsverkauf, der ursprünglich ebenfalls ein Sonderverkauf war, zusammengewachsen ist. Auf diese Weise konnte innerhalb einiger Jahrhunderte der Christkindlesmarkt entstehen und seine typischen weihnachtlichen Waren auf dem Nürnberger Hauptmarkt regelmäßig vor Weihnachten anbieten.

Auch als der Christkindlesmarkt bereits eine gewohnheitsrechtliche Institution war (ab 1631), stellte der Thomastag noch lange Zeit den Haupteinkaufstag für die Nürnberger Bürger und Menschen aus dem Umland dar.

Nach Gründung der Universität Altdorf (1623), die zur Freien Reichstadt Nürnberg gehörte, gaben sich deren Hochschüler, und später auch die Erlanger Studenten, jährlich am 21. Dezember ein Stelldichein in der Stadt der Reichstage, um lautstark zu feiern. Sie zogen mit Waldteufeln, Ratschen, Pfeifen und Kindertrompeten über Markt und Straßen, was sicherlich im Zusammenhang mit dem Brauch der Perchtenumzüge zu sehen ist.

21.12. Festtag des heiligen Thomas

Namenstage sind im allgemeinen katholische Gedenktage. Manche allerdings - wie der morgige Nikolaustag - werden auch von evangelischen Christen begangen - oder sind sogar "gesellschaftliches Allgemeingut" geworden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Thomastag

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