Was ist das Ziel von Buddhisten?

8 Antworten

Ich bin Buddhist der Soto-Zen-Tradition und helfe dir gerne weiter.

Das "Ziel" der Buddhisten unterscheidet sich etwas, je nachdem zu welcher buddhistischen Traditionslinie man gehört.

Im Theravada-Buddhismus ist das Erwachen und die Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) durch Verlöschen im Nirvana das Ziel.

Im Mahayana-Buddhismus gibt es das Ideal des Bodhisattva - ein Wesen das im Nirvana verlöschen könnte, aber darauf verzichtet, um anderen Wesen zum Erwachen zu verhelfen.

Dort geht es also nicht um das egoistische Ziel der "Selbsterlösung", sondern man stellt das eigene Verlöschen aus Mitgefühl mit anderen Wesen zurück.

Im Reines-Land-Buddhismus will man zunächst im so genannten "Reinen Land" wiedergeboren werden, da dort die Umstände günstiger sind.

Dabei vertraut man auf die Kraft des Buddha Amitabha.

Letztlich besteht das übergeordnete Ziel aller buddhistischen Schulen aber tatsächlich darin, dass alle Wesen das Erwachen erfahren sollen.

Aber kann man vom meditieren wirklich erleuchten ?

Das "Erwachen" ist nichts, was man willentlich erreicht, wie beim Sport, wo man mit genug Anstrengung und Leistung ein Ziel erreicht.

Es ist eine Erfahrung, bei der das Ego mit all seinen Bewertungen und Konzepten zurücktritt und man die Erfahrung absoluter Präsenz im Moment macht.

Ob man überhaupt an das Erwachen glaubt, muss aber natürlich jeder slbst entscheiden, das ist eben der religiöse Aspekt des Buddhismus.

Übrigens sehen nicht alle Buddhisten die "Wiedergeburt" als etwas an, das erste nach dem Tod geschieht. Das habe ich hier mal erklärt

https://www.gutefrage.net/frage/wenn-es-die-wiedergeburt-wirklich-geben-sollte-wie-kann-es-dann-sein-dass-aus-vielleicht-10000-menschen-milliarden-geworden-sind-rest-steht-unten?foundIn=list-answers-by-user#answer-189570040

Ich habe Erfahrungen in tibetischen und Zen-Buddhismus sowie christlicher Mystik. In erster Linie wollen wir Menschen uns gut fühlen glücklich sein, um das zu erfahren, gibt es verschiedene Methoden, eine davon ist die Meditation.

Ob Erleuchtung oder tiefer dauerhafter innerer Frieden ausschließlich durch Meditation möglich ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Wichtig ist ein Lebenswandel, in dem das Ego zurückgestellt wird ohne es zu unterdrücken. Wichtig ist unangenehme Gedanken, Verhaltensweisen, Gewohnheiten liebevoll anzunehmen.

Alles was wir in uns ablehnen, kann sich z. B. in Form von Krankheiten äußern bzw. uns Probleme im Kontakt mit anderen Menschen machen.
Wenn wir noch unverarbeiteten Groll auf Eltern, Geschwister usw. haben, dann kann es passieren, dass wir diesen Groll auf andere Menschen wie Vorgesetzte, Kassierer im Supermarkt, aber auch Institutionen wie Regierungen usw. übertragen.

Mitgefühl, Vergebung, Selbstliebe sind in jeder spirituellen Praxis unabdingbar um sich weiter zu entwickeln.

Ein Buddhist wird so lange wiedergeboren bis er im Nirvana landet. Das ist sein Ziel. 

Man kann nicht erleuchten, sondern erleuchtet werden. Dieser Zustand der Erleuchtung wird angeblich durch Meditation erreicht.... wenn der Buddhist ganz, ganz doll daran glaubt, klappt das auch - wiedergeboren wird er dennoch nicht.

*Bitte korrigiere deine Tags. Was soll "Busshismus" sein?


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