Was ist das Wir-Bewusstsein?

4 Antworten

N´Abend. Wenn du schon morgen deine Arbeit schreibst stellst du die Frage recht spät,- vor allem zu spät, um dir noch den "Symbolischen Interaktionismus" von G. H. Mead oder andere komplexe Theorien zur Materie "reinzuziehen".

Deshalb hier nur kurz: Es gibt kein ICH ohne DU. Ich-Wahrnehmung kann sich nur über die Reflektion des (potentiellen) Ich im "Alter-Ego", also dem Du als eigene Figur strukturieren. Du brauchst also quasi einen sozialen Spiegel, um dich selbst als du selbst als Unterscheidung von Ich und Du wahrnehmen, d. h. realisieren und konkretisieren zu können.  Schon die alten Griechen wußten, daß das Denken sich selbst nicht wahrnehmen kann, ohne dass es sich in einem Denkgegenstand, also dem was es denkt nicht selbst sozusagen bei der Arbeit beobachten kann. Dasselbe Prinzip findest du auch in der Sozialen Systemtheorie von Niklas Luhmann (ein Standardklassiker) in der Soziologie (Sozialphilosophie).

In der Folge ist es nur logisch, dass die unauflösliche Ich-Du - Konstellation als notwendige wechselwirksame Interaktionsfigur der Selbst- und Fremdwahrnehmung einen sozial übergeordneten Wahrnehmungsraum bildet: das WIR,- also Ich und Du als gemeinsamer Interaktionsraum, der die Klammer bildet ohne die weder das eine noch das andere möglich wäre weil definitorisch sinnlos.

Gruß

Hallo,

die Frage nach dem wir ist sehr komplex. Man kommt einer Definition näher, wenn man folgende Fragen klärt:

Ist das wir eine Wertegemeinschaft?

Braucht das Wir eine gemeinsame Religion und Bräuche?

Welche Rolle spielt die familäre Abstammung? Bezieht sich familiäre Abstammung auf die eigene Blutlinie oder ist die Staatsangehörigkeit gemeint?

Was wird unter dem Begriff Kultur verstanden? Ist diese kennzeichnent für ein Wir?

Handelt es sich allgemein um das Sprechen einer gemeinsamen Sprache oder muss es das Sprechen einer gemeinsamen Muttersprache sein?

Es scheint, als wäre ‚wir’ ein abstrakter Begriff, den jeder Mensch situationsabhängig subjektiv anders beantwortet.

Die Antworten auf diese Fragen definieren das WIR der Menschen. Tiere mögen auch auf Ziele hinarbeiten, doch diese Fragen sind für Tiere offenbar nicht von Interesse.

Vergesse diesen "philosophischen Kram", denn unser ewige Gott schuf uns Menschen "Ihm" zum Bilde (1.Mose 1,26-27).

Wir sollen "zu Götter werden" (Joh.10,34) und keine Tiere (1.Mose 1,25).

Der "Gott dieser Welt" (2.Kor.11,14) verführt allerdings gerne (Offb.17,1-14).

Aber nicht mehr lange (Offb.20,2).


Tiere arbeiten doch auch auf gleiche Ziele hin und arbeiten dabei gemeinsam. oder

Stimmt - bei Tieren passiert das aber instinktiv, um zu überleben, Menschen dagegen können sich ihre Ziele bewußt auswählen und dabei ein kollektives Bewußtsein für die notwendigen Schritte dorthin entwickeln.

Menschen können sich mit allgemein gültigen Vorstellungen identifizieren - sie könne es aber auch lassen.

Wir haben die Wahl - Tiere nicht

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