Was ist das Problem am Kapitalismus?

14 Antworten

Da gibt es mehrere, zum einen benötigt es Geld, das mit Zinsen zurückgezahlte werden muss, wir müssen also über Produktion und Multiplikatoreffekte immer einen Mehrwert schaffen oder anders gesagt wir leben auf Pump. Das lässt sich auch nicht durchbrechen, um die Kredite zu bedienen müssen wir produzieren und konsumieren, somit ist Verschwendung und Konsum inheränt in einem kapitalistischen System. Bei sieben Milliarden Menschen ist das nicht nachhaltig und selbstzerstörend.

Das ist weniger ein Problem des Kapitalismus, sondern jeder Gesellschaftsform aber durch immer größere Macht durch Kaptialkonzentration, können Kapitalisten immer mehr Einfluss auf die Kapitalverteilung nehmen. Somit ist das System letzendlich inhärent ungerecht (dass Mächtige einer jeweiligen Gesellschaftsform die Regeln zu ihren Gunsten ändern ist aber kein spezifisch kapitalistisches Problem. Deswegen spricht Marx auch vom Klassenkampf, der jedem System innewohnt).

Das System schafft Zwietracht zwischen Gesellschaften und innerhalb von Gesellschaften. In einer globalen Welt können Werte, Anlagen, Körperschaften mit Leichtigkeit in unterschiedliche Gerichtsbarkeiten verschoben werden, somit müssen Kommunen, Länder, Nationen, Unionen letzendlich sich gegenseitig unterbieten um möglichst attraktiv für Investoren zu bleiben, was dazu führt, dass Menschen und Körperschaften, die ohnehin schon am meisten von dieser Gesellschaftsform profitieren auch gleichzeitig immer weniger veranwortlich sind und Verlierer dieser Form, die ihr Kapital aus unselbstständiger Arbeit schöpfen, immer mehr finanzielle Verantwortung tragen müssen. Letzendlich müssen also die Armen die Systeme finazieren von denen die Reichen profitieren. Auch das ist inheränt ungerecht und schafft Konflikte.

Zudem wird eine vollkommen hohle Werteethik geschaffen. Wir mögen zwar proklamieren, jeder Mensch sei gleich, jeder Menschen hätte die gleichen unabdingbaren Rechte und Freiheiten häufig steht das aber diametral zu einer kapitalistischen Wirklichkeit in der Rechte und Freiheiten letzlich Werte sind die erkauft werden müssen. Wir finden es z.B. vollkommen logisch, dass jemand, der sich die unselbstständige Arbeit von Millionen Menschen, die über Generationen eine Infrastruktur für das Strom- und Informationsnetz schufen, bedient - wie z.B. Bezos - hunderte von Milliarden besitzten darf, mehr als das BSP vieler Länder, während viele Menschen in dieser Welt nicht einmal Zugang zu sauberen Trinkwasser haben oder Internet oder Strom oder Impfungen. Z.Z. besitzten die reichsten acht Menschen der Welt mehr als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, d.h. acht Männer bestitzen mehr als die ärmsten 3,9 Milliarden - M i l l i a r d e n - Menschen gemeinsam. Ausgehend von einer möglichst gerechten Verteilung der Güter und Produktionsmittel ist das völliger Irrsinn. Es ist absurd. Aber es ist Teil des Systems und wir nehmen das einfach als gegeben hin.

That said, kein anderes System ist in der Lage so schnell so viel Geld zu kumulieren um Möglichkeiten zu schaffen, die ansonsten undenkbar wären. Kein anderes System schafft eine Güterverteilung, die ohne Empathie und Eigenverantwortung funktioniert. Kein anderes System schafft so schnell Wohlstand, wenn auch die Nachhaltigkeit und Stabilität dieses Wohlstands nicht immer gegben ist.

Kapitalismus bedeutet in erster Linie, dass du nicht nur durch Arbeit Geld verdienen kannst, sondern auch dadurch, dass du schon Geld hast. Das hat zum Effekt, dass der Unterschied zwischen Armen und Reichen immer grösser wird und sich weiter vererbt, bis eine kleine Gruppe die gesamten Reichtümer und die gesamte Macht haben. Siehe hier: https://fragen-raetsel-mysterien.ch/sample-page/das-zinsproblem-die-tieferen-ursachen-der-schuldenkrise/ Kapitalismus ist also ein instabiles System, dass immer mal wieder zu einem Zusammenbruch führen muss, zumindest, wenn es nicht immer mal wieder korrigiert wird.

Häufig wird die freie Marktwirtschaft ebenfalls zum Kapitalismus gezählt. Freie Marktwirtschaft bedeutet aber etwas anderes, nämlich, dass jeder in der Berufswahl frei ist und arbeiten, kaufen und verkaufen kann, was er will. Die Preise werden durch Angebot und Nachfrage festgelegt. Die Theorie ist, dass die 'unsichtbare Hand des Marktes', dann dafür sorge, dass die Güter zu den tiefstmöglichen Preisen gekauft werden können, was für jeden Einzelnen zum maximalen Wohlstand führen soll. Dass dies in der Realität nicht so ist, ist zwar seit langem bekannt, wird aber von vielen Ökonomen ignoriert, weil die Theorie so schön und einfach ist. Siehe dazu: https://fragen-raetsel-mysterien.ch/die-fehlerhafte-grundlage-des-neoliberalismus-2/

Kapitalismus ist also ein instabiles System, dass immer mal wieder zu einem Zusammenbruch führen muss

Nö, eben nicht. Die letzten Zusammenbrüche in Deutschland waren:

  • der ideologiegetriebene Untergang des Nationalsozialismus im Krieg
  • der ebenso ideologiegetriebene wirtschaftliche Zusammenbruch der sozialistischen DDR.

In der kapitalistischen Bundesrepublik haben wir nun schon seit ihrem Beginn vor über 70 Jahren keinen Zusammenbruch.

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Kapitalismus bedeutet in erster Linie,

...dass wir von primitiven Aufgaben befreit sind. Wer damit ein Problem hat, kann sich auch gerne mit dem Holzeimer Wasser aus dem nächsten Bach holen.

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@lesterb42

Vermutlich zählst du die gesamte wissenschaftliche, technologische und gesellschaftliche Entwicklung und die freie Marktwirtschaft auch zum Kapitalismus und bist nun irritiert, wenn man dies alles kritisiert. Man kann aber auch in einem guten Gesamtsystem einzelne Teile kritisieren und überdenken. Schade, dass du dies nicht kannst. Es gibt nicht nur Kapitalismus oder Kommunismus.

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@diderot2019

Schade, dass du dies nicht kannst.

Doch, das kann ich . Gerade bei der Trinkwasserversorgung haben wir den blanken Sozialismus, der als Beimengung auch gut funktioniert. Gleichwohl wird auch dort erhebliches Kapital eingesetzt, was seine Richtigkeit hat.

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Dass so wenige Leute so viel Kapital haben und so viele Leute so wenig davon.

so viele Leute so wenig davon.

Na und? Können doch sowieso nicht damit umgehen.

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höher, schneller, weiter, besser - jedoch ohne Rücksicht und Verantwortung - nur Zahlen sind entscheidend

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Life - Elite University of the Universe [L-EUotU]
höher, schneller, weiter, besser - jedoch ohne Rücksicht und Verantwortung -

Redest Du da gerade vom Fünfjahresplan im real existierenden Sozialismus? Jedenfalls ist das keine Besonderheit des Kapitalismus.

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Dass alle Werte schaffen, aber nur einzelne sich den Mehrwert aneignen. Deshalb muss alles immer nur wachsen, wachsen und wachsen - wie bei Krebs, der letztlich seine Lebensgrundlasge zerstört und mit dieser stirbt.

Die Mehrwerttheorie ist nun wirklich Unsinn aus der Klamottenkiste des Marxismus.

Und wurde bisher noch von jedem Versuch einer sozialistischen Gesellschaft als Unsinn entlarvt.

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@tevau

Erzähl das den Herren Musk, Bezos etc. ^^

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@cas65
Erzähl das den Herren Musk, Bezos 

Was soll ich denen erzählen? Denen muss ich nichts erzählen. Du schmeißt hier nur zusammenhanglos mit irgendwelchen Stichworten um Dich.

Was findest Du denn besser: Einen Herrn Musk, der ein modernes Elektroauto auf den Markt bringt und dabei vielen Menschen Arbeit gibt und Autos verschafft?

Oder ist Dir die nichtkapitalistische Wirtschaftsordnung à la DDR lieber, die nach 40 Jahren unter enormem Ressourcenverbrauch immer noch einen stinkenden, unsicheren, völlig veralteten Kleinwagen produziert, auf den Kunden 15 Jahre warten müssen?

Kapitalismuskritik mag in bestimmten Kreisen in Mode sein, aber sie ist unreflektiert und -sorry - dumm.

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@tevau

Du kannst für alle offensichtliche Fakten gerne weiter ausblenden.

Aber Kapitalismuskritik "dumm" zu nennen, sagt einzig etwas über DEINEN Geisteszustand aus. Und das in aller Deutlichkeit. ^^

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@cas65

Kannst Du Argumente bringen? Sachverhalte etc.? Nein, sonst würdest Du es ja tun.

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