Was ist das für eine Art von Münze?

Kopf - (alt, Muenzen) Löwe - (alt, Muenzen)

2 Antworten

Der Kopf zeigt einen römischen Kaiser. In der Umschrift steht Philippus I.

Also ein Antonian vom römischen Kaiserreich 244 bis 249 nach Christus.

Der Löwe deutet auf einen arabischen Zahlungsraum hin. In Nordafrika war es oft Elefant oder Nashorn.

Die Erhaltung ist ziemlich gut bis vorzüglich und der Wert bei 100 - 150 EUR anzusetzen.


Tut mir Leid, aber die halte ich für eine bekannte moderne Fälschung dieses Typs.

 - (alt, Muenzen)

Danke für deine Antwort, aber woran erkennst du das denn? Weil sie so neu aussieht :D? Oder der Form?

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@PeterJurgen09

An Deiner Münze erkennt man es am Stil. Dazu muss man natürlich Erfahrung haben und viele Originale gesehen haben, um das vergleichen zu können. Auch die vollkommen ebene und gleichförmige Oberfläche der Münze sieht nicht antik aus. Die Bestätigung für meine Vermutung ist, dass ich eine gleichartige Fälschung in einem amerikanischen Forum (forumancientcoins.com) gefunden habe. Siehe mein beigefügtes Bild. Beide Stücke sind stempelgleich und gleich zentriert, was die Sache eindeutig macht.

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@Alexander62

Interessant.

Die Standlinie des Löwen erschien mir auch ungewöhnlich gerade. Eher wie bei Bronzemünzen üblich. Wir sind nun mal keine forschungsstabilen Numismatiker. Zu der enorm inflationären Zeit der Römer war es noch nicht mal unüblich, dass Bronzemünzen versilbert wurden.

Seltsam ist eher, dass eine Fälschung von einer häufigen Münze vorgenommen wird. Einen sammlerischen Hintergrund kann ich mir dabei nicht vorstellen..

Bei der Philatelie ist es oft so, dass eine historische Fälschung einer renommierten Werkstatt wegen der geringeren Auflage einen höheren Wert erreichen kann, als das Original. Schon als Vergleichsobjekt oft gesucht. Dort existieren aber auch geringwertige Nachprägungen vom Originaldruckstock.

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@DerRumpelrudi

Aber gerade deswegen weil die häufig verwendet wird und man keine Fälschung vermutet wird man die wohl fälschen. Kenne den materialwert nicht, aber wenn die die für 50 verkaufen würden, machen die doch sicher schon gewinn oder irre ich mich da?

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@HansFassbinder

Der heutige Materialwert für solch eine 4g Münze aus 625er Silber wäre wohl 90 Cent, wenn sie original ist. Bedeutet auch, dass die Herstellung in Bronze sich beim Materialwert nicht lohnen würde. Die Herstellung eines Prägestempels ist entsprechend teurer, so dass allein die hohe Auflage mit entsprechender Absatzmöglichkeit eine Fälschung belohnen würde. Der Sammlermarkt ist für solche Stücke aber sehr begrenzt. Lediglich im ideellen Bereich (Medaille) lassen sich Kunden finden. So bei (Um)Prägeautomaten in Touristengebiete.

Je weiter jedoch in historischer Zeit zurückgegangen wird, um so mehr lohnte sich eine Fälschung. Beispiel: Zur Zeit Heinrich II kostete die Jahressteuer für ein festes Haus (Burg) drei Silbergroschen aus dünnen Silberblech. Weshalb viele Burgen ein Bergwerk in unmittelbarer Umgebung unterhielten. Bei Plünderungen waren dann solche römischen Münzen sehr viel wert. Siehe auch wiki "Geldschneider". Spätestens bei Umprägungen wär der Schwindel jedoch aufgeflogen.

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@DerRumpelrudi

Viele dieser Fälschungen kommen seit einigen Jahren aus Bulgarien. Die fälschen auch spätrömische Bronzemünzen, die einen Handelswert von 10 € haben. Das lohnt sich anscheinend schon und die Fälschungen rutschen unerkannt durch, weil man nicht so genau hinsieht. Die Herstellung soll ca. 1 € kosten. Entweder machen sie Abformungen von Originalmünzen und daraus Stempel (man nennt das englisch "transfer die", dann ist der Stil in Ordnung) oder sie schneiden Prägestempel neu (dann ist der Stil falsch, wie hier). Geprägt wird dann nicht mit dem Hammer, wie in der Antike, sondern mit Maschinen bzw. Pressen. Dadurch entsteht z.B. diese gleichförmige Oberfläche.

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