Was ist damit gemeint, wenn jemand sagt: "Meistens findet man den richtigen Partner durch Zufälle..."?

12 Antworten

  • Das heißt (und entspricht auch der Wirklichkeit), dass absichtliches Suchen weniger zum Erfolg führt als zufälliges, ungeplantes Treffen.
  • Man muss viele neue Menschen kennenlernen, damit mal ein passender dabei sein kann. Daher oft ausgehen, neue Hobbys und Sportarten probieren oder sich in Vereinen engagieren, dann lernt man viele Menschen kennen.

Als Beispiel mal all die Zufälle, die dazu geführt haben, dass ich heute mit meinem Mann verheiratet bin:

  • Die Uni in dieser Stadt hier war die erste, die mir eine Zusage schickte, was zur Entscheidung für diese Stadt und mich somit hierher führte.
  • Mein Mann hat sein Studium in einer anderen Stadt abgebrochen und ist danach wieder hierher zurückgekommen.
  • Wir haben uns beide durch Zufall für eine Wohnung im gleichen Block entschieden (eine Art Wohnheim für junge Menschen aller Art).
  • Durch dieses wohnheimartige Wohnen hat sich dort in der Nachbarschaft ein loses Sozialleben mit gelegentlichem Weggehen entwickelt.
  • An einem Abend haben wir uns zufällig beide dafür entschieden, bei so einem Abend mitzugehen, wodurch wir uns kennengelernt haben.

An jedem dieser Punkte hätte einer von uns eine andere Entscheidung treffen können, die dazu geführt hätte, dass wir uns sehr wahrscheinlich niemals kennengelernt hätten und somit heute auch nicht verheiratet wären :).

WOW. Das heißt es war Schicksal. Ihr seid beide füreinander bestimmt gewesen. Herzlichen Glückwunsch. Ich wünsche euch beiden Alles, alles Liebe und Gute für weitere wunderschöne Stunden zu zweit. Ich habe durch dich wieder den Glauben an das Schicksal gewonnen. Dankeschön. Es gibt doch noch die Wahre Liebe.

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Es erschließt sich am Besten, wenn man es umgekehrt betrachtet: was bedeuitet es, wenn es kein Zufall wäre? Dann strebt man es als Ziel an, was nicht nur eine gewisse innere Verkrampfung und nicht selten ein "verkrampftes" und "zielorientiertes" Verhalten nach außen bewirkt (dazu gehört auch eine rational gesteuerte "Annäherungsstrategie"), was einen für andere uninteressanter und teils sogar abstoßend werden läßt, sondern auch eine rational dominierte Suchstrategie.

Aber wie viele glückliche Paare kennst Du, bei denen der Partner den rationalen Suchkriterien entsprochen hätte? Ich eigentlich keine. Bei den meisten ist es ein drei Monate haltendes "der entspricht meinen Kriterien, jetzt muß ich glücklich sein" gewesen und dann ging es wieder auseinander. Man kann den Partner eben nicht wie einen Mitarbeiter suchen, denn die wichtigsten Bestandteile einer Beziehung vollziehen sich unterbewußt und sind der Rationalität nicht zugänglich.

Bewußtes Suchen verändert damit nicht nur regelmäßig das Verhalten nach außen ungünstig, sondern erfolgt auch meist nach Kriterien, die für eine glückliche Beziehung eher nachrangig wären, also wäre die Suche selber suboptimal.

Beim Zufall verhältst Du dich natürlich, der andere kann Dich also auch besser wahrnehmen, zeigst kein "ergebnisorientiertes" Verhalten und die Auswahl wird unterbewußt und nicht rational getroffen, also über die für Beziehungen letztlich entscheidenderen Instanzen.

Das sollte es erklären, denke ich einmal. Ein bewußtes Suchen könnte sogar zu einem rationalen Ausschluß des eigentlich optimalen Partners führen, d.h. selbst wenn man ihm begegnete, würde man ihn ggf. als ungeeigneten Kandidaten aussortieren und ihm erst gar keine Chance geben.

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