Was ist damit gemeint : Eine Rückbesinnung auf den Strafzweck der Vergeltung kann das Strafrecht [...] rechtsstaatlicher machen?

2 Antworten

Wenn ich das richtig verstehe, setzt dieser Satz das Schaffen von Gerechtigkeit, beziehungsweise eines "Schuldausgleiches" als rechtsstaatlich fest.

Beispielsweise wird in Deutschland ein Mörder potentiell lebenslänglich weggesperrt. Allerdings wird ihm die Möglichkeit gegeben, nach einer gewissen Zeit in die Gesellschaft einzutreten und wieder am Leben teilzuhaben.

Das ist für den Mörder zumeist angenehmer und bietet ihm eine bessere Zukunft, allerdings ist das nicht immer gerecht.

Wird beispielsweise der Mörder nach 17 Jahren freigelassen und verwirkt diese Freiheit nicht wieder durch Begehen einer anderen schweren Straftat, wäre ein unschuldiges Menschenleben vom Wert her auf 17 Jahre Leben festgesetzt worden.

Gerechter wäre es wohl, den Mörder im Gegenzug sein Leben wegzunehmen, so würde ein Menschenleben mit einem Menschenleben aufgewogen, ein gerechtes Gleichgewicht wäre wieder hergestellt.

Vergeltung würde das gesetzte Ziel also erreichen.

Allerdings ergeben sich dabei schon wieder ein paar Schwierigkeiten, denn wäre es nicht schlimmer, ein Kind zu töten, welches noch 70 Jahre zu leben hätte, als einen 80-Jährigen, welcher nur noch Wochen zu leben hätte ?

Und wie wollte die Vergeltung Gerechtigkeit schaffen, wenn der Mörder mehrere Personen tötete ? Man kann ihn ja nicht mehrfach hinrichten oder mehrere Leben wegsperren, man müsste also die erhöhte Schuld irgendwie anders darstellen.

Die schiere Unumsetzbarkeit echter Gerechtigkeit und die Folgen dieser (unnötig hohe Rückfallquoten), sowie das Zeigen von Gnade resultieren in unserem Rechtssystem.

Wir definieren Rechtsstaatlichkeit nicht nach absoluter Gerechtigkeit in Form eines absoluten Schuldausgleiches, der ist ja auch nahezu unmöglich zu erreichen.

Wir definieren Rechtsstaatlichkeit nach der Gleichheit vor dem Gesetz, nach dem Schutz vor staatlicher Willkür und einer unabhängigen Justiz, welche diese überwacht.

Ergo lässt sich dieser Satz nur anwenden, wenn man Rechtsstaatlichkeit ausschließlich mit einem Schuldausgleich gleichsetzt. Und das ist ja nicht einmal die halbe Miete.

Wie immer bin ich für Anmerkungen und Kritik offen.  

Ich würde das als eine Behauptung ansehen, daß eine Rückbesinnung auf primitive Rachegelüste angeblich mehr Rechtsstaatlichkeit hervorruft.

Ich meine, das ist kein Grund, den Faden zu verlieren, wenn man sich zuvor bereits darüber klar ist, daß ein Rückfall ins Primitive niemals eine Verbesserung sein kann.

Selbst Blutrache oder "die Wiederherstellung der Familienehre" als primitivste Form von "Rückbesinnung" hat noch niemals mehr Rechtsstaatlichkeit erzeugt, dafür aber Familienfehden über viele Generationen hinweg. Da spielt es dann keine große Rolle mehr, ob jemand privat Rache übt oder ob der Staat diese Rolle in der Weise übernimmt, daß er ausschließlich den Rachegedanken verwirklicht.

Ich benötige einen kurzen knappen Satz :)

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@Gutfre

Na gut, dann eben ein Satz, der aus einem einzigen Wort besteht:

Erbärmlich!

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Die Richtige Antwort wäre übrigens, dass es sich hierbei nicht um die Resozialisierung handelt, sondern nur auf die Vergeltung bezieht . Erbärmlich bist du

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Und ich hoffe, dass du Bescheid weist wie man Sätze bildet und was dazu gehört ;) lächerlich

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@Gutfre

Warum wirst du denn so ärgerlich, nur weil du schlecht getrollt hast?

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