Was ist da in Syrien los?

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6 Antworten

Hallo,

der Bürgerkrieg in Syrien fing 2011 zwischen der Regierung unter Assad, welche von Russland unterstützt wird, und den Rebellen an, welche demokratische Reformen forderten und vom "Westen" (EU, NATO und USA) unterstützt werden, an.

Inzwischen haben sich die Kurden, die Al-Nusra Front (ehem: Al-Quaida) und die Anti-IS Allianz eingemischt.

Um mal zu differenzieren:

Regierung Assad: Diktaorischer/Autoritärer Regierungsstil. Wird von Russland untzerstützt, da Assad ein wichtiger Verbündeter Russlands im Nahen Osten ist (u.a. Stütztpunkte für die Russische Flotte). Kämpft gegen "Pro westliche" Rebellen, den IS und die Al-Nusra Front.

"Pro-westliche" Rebellen: Fordern demokratsiche Reformen und eine Annäherung an den Westen. Kämpften zunächst gegen Assad, dann auch gegen den IS, die Al-Nusra Front und nun auch gegen die russische Luftwaffe.

Islamischer Staat (IS): Nannte sich früher "Islamsicher Staat in Irak und Syrien" (ISIS), benannte sich dann aber nur noch in "Islamischer Staat" um. 

Will den "Westen" mit Krieg und Terror aus dem Nahen Osten vertreiben und einen "islamsichen Gottesstaat" errichten. Der IS wird von allen anderen Kriegbeteligten bekämpft und kämpft auch im Irak. 

Kurden: Haben sich am Anfang aus den politischen Entwicklungen rausgehalten, haben aber im März diesen Jahres einen de facto Staat im Norden Syriens errichtet. Kämpfen hauptsächlich gegen den IS.

Al-Nusra Front: Früher ein Teil von Al-Quaida. Hat sich aber von Al-Quaida wegen ideologischer Differenzen losgesagt.

Anti-IS Allianz: Besteht aus den NATO-Staaten (u.a. Deutschland, Türkei und Frankreich) und Russland. Kämpft (wie der Name vermuten lässt) hauptsächlich gegen den IS. Russland kämpft aber auch wieder gegen die "Pro-westlichen" Rebellen.

Da Russland, als auch die USA, Großbritannien und Frankreich und auch China einen ständigen Sitz mit Veto im UN-Sicherheitsrat haben, kann Russland sein Veto einlegen, wenn die Westmächte unter der Führung der USA eine Intervention in Syrien machen wollen. Umgekehrt genauso.

Für Russland würde eine westliche Intervention den Verlust eines wichtigen Verbündeten im Nahen Osten bedeuten. 

Für die USA würde es bedeuten, dass alles wird, wie vor dem Krieg: Eine autoritäre Regierung mit Assad an der Spitze.

Wer die Bösen sind, hängt vom Standpunkt ab, ob man nun prorussisch oder proamerikanisch eingestellt ist. Aber alle haben sie gemeinsame Feinde: den IS und die Al-Nusra Front.

MfG

Steven Armstrong

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Kommentar von JBEZorg
12.08.2016, 08:48

den Rebellen an, welche demokratische Reformen forderten und vom "Westen" (EU, NATO und USA) unterstützt werden, an.

Merkt ihr ncht wie absurd das klingt? Islamisten, die demokratische Reformen wollen. Und nein, es gibt dort keine "gemässigten" Nichtislamisten, die angeblich alle von Hause aus arabische Demokraten sind. Diese Lügen sind inzwischen nur noch lachhaft.

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"Gut" und "Böse" sind nach einem jahrelangen Bürgerkrieg nicht mehr zu trennen. Es gibt eine Vielzahl von Rebellengruppen, die irgendwie miteinander und irgendwie gegeneinander kämpfen, mal mehr demokratisch angehaucht sind, mal mehr islamistisch. Dann gibt es noch innerhalb dieser Rebellengruppen Strömungen...

Inwzwischen hat auch vermutlich jede Kriegspartei Kriegsverbrechen begangen.

Nur mal zur Illustration, warum das so schwierig ist: Stell Dir vor, Du hast mit der ganzen Sache nichts zu tun, willst eigentlich nur Dein normales Leben weiterführen. Dummerweise lebst Du im umkämpften Gebiet.
Seit einiger Zeit kontrolliert der IS Dein Dorf. Du hast irgendwie versucht, Dich damit zu arrangieren, bist vielleicht sogar froh, dass es jetzt so etwas ähnliches wie Rechtssicherheit gibt und nicht einfach jeder Rebell ohne Begründung dich ausrauben kann.
Jetzt rücken die "gemäßigten Rebellen", irgendeine halbwegs demokratische Truppe, auf Dein Dorf vor. Freust Du Dich? Oder hast Du nicht eher Angst, dass entweder Dein Haus beschossen wird, Du zur Verteidigung gezwungen wirst oder - falls die Rebellen das Dorf erobern - Du plötzlich als "Kollaborateur" des IS an der Wand stehst?

Alles nicht so einfach...

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  1. Warum muss immer etwas vertuscht werden? Manchmal ist es wirklich so einfach, dass ein autokratischer Despot, der seine eigene Bevölkerung mit Giftgas angreift, einer der Bösen ist.
  2. Kriegsparteien lassen sich nicht immer einfach in gut und böse unterteilen
  3. Nur weil die USA und der IS zufällig an einer Stelle dasselbe Ziel verfolgen, heißt das nicht, dass sie zusammenarbeiten. Die USA bombardieren in Syrien nämlich ausschließlich den IS.
  4. Auch die Bundesrepublik unterstützt rebellische Kurden in Syrien, weil das die einzige Gruppe ist, die in Syrien erfolgreich einen Bodenkrieg gegen den IS führt.
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Kommentar von phalangit
11.08.2016, 13:39

komischer weise werden durch die Waffen welche von der Bundesregierung für den Kampf gegen die IS geliefert werden türkische Soldaten erschossen 🤔

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Assad ist der Bösewicht in dem Spiel, der seinerseits von Russland unterstützt wird.
Weshalb die USA ihrerseits die Rebellen unterstützen.
Der Dritte im Bunde ist die Türkei mit eigenen Interessen, u.a. wollen die einen kurdischen Staat verhindern.

Der Westen ist hier keinesfalls von Unschuld gesegnet.
Syrien ist ein Kunststaat, der wie andere auch in Folge des Ersten Weltkrieges entstand, was letztlich die Wurzel der innerislamischen Konflikte ist.

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Kommentar von JBEZorg
12.08.2016, 08:45

Bösewichte gibt es nur in der westlichen Propaganda. Assad ist der Präsident, der die Unterstützung der Mehrheit seines Volkes geniesst und der Westen sind eben Verbrecher, die wider das Gesetz sich in interne Angelegenheiten eines souveränen Staates einmischen.

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Klar ist das so gewollt, wie immer ist der Westen gut, der Osten Böse.

Da zählen keine Argumente und Tatsachen.

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Da ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Bomben-Stimmung.

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