Was ist bloß mit unseren heutigen Politikern los und ist Merkel wirklich an allem schuld?

22 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, Politik muss nicht zu 100% alle zufriedenstellen, und das geht auch gar nicht.
Ich selbst habe eben in Berlin mein Kreuz bei Parteien gemacht, die laut "Wahl-O-Mat" viel weniger mit meiner Meinung übereinstimmen, als andere. Aber es gibt eben ein oder zwei Kernthemen, die für mich relevant sind und die mein Leben in dieser Stadt direkt betreffen. Daran habe ich meine Entscheidung festgemacht.

Das Problem das wir heute haben ist, dass sich die Parteien in vielerlei Hinsicht überhaupt nicht mehr voneinander unterscheiden. Bei sehr vielen Themen blasen alle ins selbe Horn und sprechen (natürlich immer mit leicht verändertem Text) die gleichen Parolen aus. Das merken die Menschen und bekommen das Gefühl, dass wir von einer Einheitspartei "CDUCSUSPDFDPGRÜNELINKE" regiert werden.

Merkel, als aktuelle Bundeskanzlerin, bietet sich da natürlich am ehesten als Sandsack an. Die Schuld trifft aber alle Parteien, die inzwischen so weit in die politische "Mitte" (was soll das überhaupt sein?) gerückt sind, dass sie keine eigene Identität mehr haben. Jüngstes Beispiel sind hier die Grünen, die nach der letzten Wahl deutlich nach rechts gerückt sind und sich mittlerweile als eine Art öko-kapitalistische PETA-Partei präsentieren.
Der Trend zu diesem Mitte-Ruck ist übrigens älter als Merkels Kanzlerschaft: schon Schröder gab sich alle Mühe, die ehemalige Arbeiterpartei SPD in eine unternehmerfreundliche Institution zu verwandeln.

So groß meine Probleme mit den USA auch sein mögen, in Sachen politischem Diskurs stecken sie uns Deutsche locker in die Tasche.

Heutzutage sehe ich nur noch Unzufriedenheit. Alle sind mit Merkel zusätzlich noch wegen der Flüchtlingskrise unzufrieden.

Deine persönliche Sichtweise sei dir unbenommen, aber ich sehe nicht nur "Unzufriedenheit". Und wer ist "alle sind"? Ich finde die Entscheidung Merkels vom letzten Jahr, vielen bedauernswerten Menschen Zuflucht in Deutschland zu gewähren, um eine humanitäre Katatstrophe zu entschärfen, mutig und begrüßenswert. Merkel kann weder für die Entstehung "der Flüchtlingskrise" noch für die unsolidarische Haltung vieler, besonders osteuropäischer EU-Staaten in die Haftung genommen werden.

Die meisten Leute können mit denen nichts mehr anfangen, weil viele Leute es auch so meinen, dass die Partei einfach keine richtigen Lösungen mehr anbietet.

Die CDU hat noch immer viele Unterstützer. Außerdem ist die Aussage des Fragestellers mehr als kryptisch: "Lösungen" wofür? Wenn nur Lösungen für die Flüchtlingskrise gemeint sein sollten: das ist nicht das einzige Thema, um das sich eine verantwortliche Regierungspartei zu kümmern hat, sondern nur eines unter sehr vielen!

Aber inzwischen sehe ich diese Meinung auch bei anderen Parteien von Leuten, die SPD oder die Grünen wären beispielsweise noch viel schlimmer heißt es nämlich, dann gibt es da noch die FDP, Linke etc. Dann gibt es auch da die AfD ...

Was soll das denn bedeuten, dass alle anderen genannten Parteien "noch viel schlimmer" wären? In welcher Beziehung? Es wäre sehr dumm, wenn die deutschen Wähler ihre zukünftigen Wahlentscheidungen alleine von der Frage der Behandlung von Flüchtlingen in Deutschland abhängig machen würden. Außerdem muss sehr differenziert beurteilt werden, was genau negativ an der Regierungspolitik zu kritisieren ist und was auf welche Weise besser gemacht werden könnte und sollte?

Aber was bringt es dann dafür die AfD zu wählen? Die bringt doch auch keine richtige Alternative.

Sehr wahr! Alle Wähler, die die AfD als "Alternative" wofür auch immer halten, sind mindestens unfähig, politisch zu urteilen. Sie sind von destruktiver Gesinnung, weil sie ohne Rücksicht auf die Werte und Interessen unseres Landes und der gesamten deutschen Gesellschaft diese Partei, deren freiheitlich-demokratische Gesinnung höchst zweifelhaft ist, aus emotionalem und unvernünftigem Protest heraus wählen. Solche Dummheiten hat das deutsche Volk schon einmal begangen und offenbart auch heute wieder, dass Demokratie für intellektuell minderbegabte, ungebildete und unwissende Menschen eigentlich nicht verantwortbar ist.

Meine Frage lautet: Muss die Politik etwa für alle 100 % zufriedenstellend sein?

Niemals konnte, kann und wird die Politik und die Regierung alle Teile der Bevölkerung und ihre höchst individuellen Interessen befriedigen.

MfG

Arnold

Politik kann nicht alle Bürger zufriedenstellen. Dazu sind die Menschn viel zu unterschiedlich. Es ist auch niemals ein einzelnes Staatsoberhaupt "schuld" Ausser in totalitären Staaten.

Unterhalte dich einmal in größerer, privater Runde über Politik. Wenn man Glück hat, endet es friedlich. Meistens wird es allerdings hitzig bis kritisch.

Das kann man gut auf die große Politik übertragen. Das Problem scheint die Masse "Mensch" zu sein. Leider.

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