Was ist besser wing chun oder boxen vom Straßenkampf her gemeint?

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9 Antworten

Derartige Vergleiche greifen meiner Meinung nach zu kurz.

In einer realen Notwehrsituation treffen nicht einfach zwei Kampfstile aufeinander, sondern gänzlich unterschiedliche Persönlichkeiten.

Entscheidend ist im Ernstfall nicht, welche Techniken man beherrscht, sondern dass man konzentriert bleibt und sich der Situation anpassen kann.

Wer trainiert schon im dicken Wintermantel mit Wollhandschuhen, den Schal vor dem Gesicht und mit schweren Stiefeln auf rutschigem Boden?

Doch genau in solche Situationen kann man geraten.

Dann ist nicht entscheidend, ob man die 108 geheimen Techniken der Shaolin, gemeistert, oder ein militärisches Nahkampftraining absolviert hat.

Wer mit den ungewohnten Umständen nicht klar kommt, panisch wird und die Fassung verliert, sich also nicht anpassen kann, hat die schlechteren Karten.

Man braucht also keine atemberaubenden Techniken, sondern in erster Linie einen klaren Kopf und die Fähigkeit, das gelernte auch anzuwenden.

Die notwendige "mentale Stärke" wird auf unterschiedliche Weise in den verschiedenen Disziplinen gelehrt und an die Schüler vermittelt.

Ob Karate-Kata, hartes Vollkontakttraining, oder das einstudieren realitätsnaher Situationen - sie alle helfen dabei, unter Stress klar im Kopf zu bleiben.

Deshalb ist die genaue Art des Stils nicht halb so wichtig, wie die richtige geistige Verfassung in solch einer Situation.

Dennoch sucht man natürlich nach der Disziplin, die am meisten den persönlichen Bedürfnissen entspricht.

Wenn man von Natur aus eine zurückhaltende Person ist, wird man vielleicht selbstbewusster - aber noch lange kein neuer Mensch.

Wer dann zB einen sehr harten Stil trainiert, wird möglicherweise im Ernstfall dennoch Hemmungen haben, die Technik voll durchzuziehen.

Es nutzt also nichts, auf Werbeversprechen vom "ultimativen Stil" zu hören, sondern muss die Disziplin finden, die zu einem selbst passt.

Erst dann wird man wirklich in der Lage sein, mentale Stärke zu entwickeln und die Techniken in Fleisch und Blut übergehen zu lassen.

Denn im Ernstfall muss man sich darauf verlassen können, dass der Körper jene Bewegungsmuster abruft, die in diesem Fall erforderlich sind.

Die Integration der Bewegungsabläufe und Techniken ist also für Stresssituationen von besonderer Bedeutung.

Dennoch braucht es mehr, als nur die reflexartige Anwendung von Bewegungen, sondern auch einen klaren Kopf.

Denn auch wenn die Bewegungen womöglich instinktiv erfolgen - die Anpassung an die konkrete Situation geht vom Kopf aus.

Andernfalls rattert der Körper eine Reihe von Techniken herunter, die völlig ohne Veränderung, in dieser Situation wenig effektiv sind.

Jemand, der konzentriert bleibt, kann das bislang gelernte den realen Erfordernissen der Gefahrensituation anpassen.

Sowohl technisches Können, als auch geistige Fähigkeiten kommen aber natürlich nicht über Nacht, sondern sind das Ergebnis eines langen Trainings.

Viele Anfängertechniken scheinen ineffektiv und vielleicht sogar sinnlos, doch man hofft darauf, irgendwann die gewünschten Erfolge zu haben.

Daher ist es wichtig einen Stil zu finden, der einem selbst so viel Freude bereitet, dass man langfristig dabei bleibt.

Wer nach einem Jahr enttäuscht aufgibt, weil er noch kein "krasser Kämpfer" geworden ist, wird die notwendigen Fähigkeiten nie erlernen.

Erst wenn man lange genug dabei bleibt, wird man zB das tatsächliche Potential in den scheinbar banalen Anfängertechniken entdecken

Was also machen?

Suche dir alle Kampfsportvereine in deiner Umgebung, informiere dich über die dort angebotenen Stile und vereinbare einen Termin für dein Probetraining.

Nur so - und nicht etwa durch Empfehlungen im Internet - kannst du jenen Stil finden, der dich wirklich fesselt und langfristig motiviert.

Dabei ist es letztlich egal, was Andere von dem Stil halten, ob sie ihn für kindisch, oder ineffektiv halten - Hauptsache du bleibst dabei.

Mit entsprechendem Training ist der Ruf, einen "schwachen Stil" zu trainieren womöglich sogar von Vorteil - denn desto eher wird man unterschätzt.

Also mache Erfahrungen in den verschiedenen Vereinen und finde die für dich passende Disziplin, damit kannst du (fast) nichts falsch machen.

Viel Erfolg. :-)

Jaaa ist echt so danke auf jeden und ja ich muss mir mal selber ein Auge drauf machen um zu schauen was mir gefällt danke dir hat mich echt zum nachdenken gebracht!

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 Als Kampfkünstler, der selber schon Jahrzehnte Kampfkunst betreibt, kann ich dir sagen, dass es keine beste Stilrichtung gibt. 

 Alles steht und fällt mit dem Trainer vor Ort und natürlich deiner Einstellung zu der Sache. Ich kenne sehr gute Leute im Boxen und im Wing Chun,  die sich sehr gut verteidigen können. 

Gerade beim Boxen sind die körperliche Fitness und ein gutes Auge eines sehr gute Grundlage zur Verteidigung. Schau mal auf YouTube, da gibt es genug Beispiele für Leute, die sich hervorragend verteidigen konnten.  gut trainierte Boxer sind sehr gefährliche Leute und können den meisten Asia-Meistern  kräftig den Hintern versohlen. 

 Wing Chun ist ziemlich gut, wenn du etwas mehr Zeit hast. Das Erllernen der Grundlagen benötigt etwas Zeit und Ausdauer. Hat man das unter einem guten Trainer einmal erlernt, dann ist es sehr effektiv.  Allerdings sollte der Trainer nicht unbedingt eine weichgespült der Variante vorzeigen. Wenn dir einer was erzählt von wegen "man braucht keine Kraft" oder "der Gegner liefert dir die Energie", dann sei lieber misstrauisch! 

 Gewisse kommerzielle Vertreter sind mehr an dem Geld als an der Sicherheit ihrer Schüler interessiert! 

 Zu dem Krav Marga habe ich eine sehr dezidierte Meinung.  Da wird jetzt ein ziemlicher Hype drum gemacht, aber die kochen auch nur mit Wasser. Das System lohnt sich, wenn man wenig Zeit hat 

 Ich persönlich halte nichts von Systemen, die sich ein Sammelsurium an Techniken aus anderen Stilen  wie ein Gebräu zusammen rühren und hoffen, dass das funktionieren möge. Es kann nämlich sein, dass bestimmte Techniken zwar gut in ein System passen aber dann ziemlich gegensätzlich zu dem anderen System sind. 

 Letztlich bleibt nur der Rat, probiere einfach beides aus! 

Ok danke dir für deine Aussage das werde ich auf jeden fall !

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Ich finde weder Wing Chun noch Boxen für das Verteidigen auf der Straße äußerst sinnvoll.

Ich gehe mal von einer Schlägerei aus und nicht von einem Straßenkampf. Es gibt einige Faktoren die dabei eine Rolle spielen..

Ist der gegenüber Nüchtern? Betrunken? Trainiert? Dünn? Dick? Schnell? Langsam? Groß? Klein? Geübt? nicht Geübt? Allein? Mit Freunden?

Bist du Selbstsicher und Trainert? Damit meine ich nicht, ob du einen guten Körperbau hast oder nicht. Ein Mensch kann nur das ausführen, was er fest verinnerlicht hat.

Für Nicht-Kampfsportler sind diese Situationen erstmal Stress pur. Was passiert wenn du Stress hast? Richtig, das logische Denken setzt erst einmal aus und der Körper vollführt die nötigsten und gelernte Schritte. Warst du nie in so einer Situation? Na dann Glückwunsch, du wirst zittern, nicht denken können und keinen geraden Schlag vollführen.

In einem normalen Zustand denkst du dir sicherlich, wie viele Andere auch: "Wenn diese Situation kommt, dann mach ich das und das".

Das ist auch nicht schlecht, soetwas in der Art geschieht auch beim Schattenboxen. Allerdings ist das - meiner Meinung nach - anstrengende Konzentration.

Allerdings kam dein Körper nie in diese Situation, dir fehlen die Reize und der Stress um wirklich zu Wissen wie du reagieren wirst.

In meinem Verein kommen teilweise Anfänger rein, die einen guten Kopf größer und breiter sind als ihre Gegner. Die Anfänger bemerken gar nicht wirklich wie ihnen geschieht bevor sie die ersten Treffer "kassieren". Beispielsweise wurde ich am Anfang meines Hobbys von einem Kerl gehauen, der gut 4-5 Jahre jünger ist als ich. Beim Boxen? keine Change gehabt, in echt? Hätte ich ihn mir vermutlich einfach schnappen und schubsen können wir ich munter gewesen wäre.

Schlägereien halten sich in den wenigsten Fällen an diverse Regeln. Der Kampfsport Boxen zum Beispiel, ist schlecht in diesen Fällen. Wir lassen das Thema Waffen aus, denn dann solltest du lieber rennen, egal ob "Könner" oder "Anfänger".

Über Wing Chun kann ich mich nicht äußern, wenn ich mich darüber so halb erkundige werde ich nicht schlauer und das schreit ebenfalls nach extrem viel Übung und vorallem Scripting.

Am Effektivsten sind vermutlich Kampfsportarten wie Krav Maga oder Thaiboxen. Solange du Übung in Griffen, Würfen, Ausweichen, Kontern und Bewegung bekommst, wirst du meistens einen Vorteil gegenüber dem "Gegner" haben.

Wirst du beim Boxen ungünstig gepackt, weißt du schon nicht mehr was du tun sollst, außer Schubsen oder Schlagen, und aus nächster Nähe wirst du da als Laie nicht viel Kraft aufbringen können. Bei Griffen endet meistens das Wissen eines Boxers. Achtung, wir reden hier nicht von "professionell" sondern vom Training und Können in normalem Maße. Das heißt nicht offiziellen Kämpfern, die Trainieren ganz anders.

Solltest du allerdings ein "fortgeschrittener" Boxer sein, sitzen meistens die ersten Schläge und die Sache ist gegessen. Vermutlich das Gleiche bei Wing Chun. 

Bevor ich mit Kampfsport angefangen habe, habe ich Boxen und Kickboxen für koordinatorisch Einfach gehalten, allerdings wurde ich sehr schnell eines Besseren gelehrt. Schritt-, Stellung-, Kopf- und Armkoordination sind ziemlich schwer.

In den seltensten Fällen sind Kampfsportler aggressiv. Durch Kampfsport habe ich gelernt wie man Kämpfe aus dem Weg geht und wie man sich am "besten" verteidigt. Du wirst ruhiger und überlegter in Stresssituationen und das erlaubt dir vorallem das Denken. Irgendwann ist es relativ einfach zu sagen ob jemand geübt ist oder einfach nur ein großes Mundwerk hat.

Werde aber nicht zum "Überflieger" wenn du Kampfsport machst, denn selbst dann kann es noch gefährlich für dich werden, wenn du dich überschätzt.

Ok perfekt danke für die info hat mir sehr geholfen!

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Beide "Systeme" haben seine Vor- und Nachteile. Informiere dich doch erstmal über den Kampfsport.

Boxen, halte ich aber persönlich eher für schwach da man den Unterkörper vernachlässigt welcher sehr viel Kraft aufbringen kann.

Ok danke ich wollte halt nur erst mal eure Meinung hören!

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Eine Kampfsportdisziplin "Straßenkampf" ist mit nicht bekannt. Aber wenn es um Selbstverteidigung gehen sollte, dann wäre ggf. Krav Maga eine Überlegung wert.

Ach stimmt ja das kommt eher hin also ich mein Selbstverteidigung aber tut man sich bri wing chung nicht auch verteidigen ?!?

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@Moise1

Schon - und auch beim Hapkido lernt man es. Sei offen und schau Dir verschiedene Sachen an. Auch die Chemie zu den anderen Leuten und zu den Ausbildern muß stimmen. Mit Spaß lernt man besser und schneller. Und lieber eine möglicherweise nicht optimale Kampfkunst richtig beherrschen als eine "bessere" Kampfkunst nur unzulänglich können :)

Krav Maga setzt auf einen einfachen Stil und die bereits bei jedem vorhandenen instinktiven Bewegungsabläufe. Es ist im Vergleich relativ schnell erlernbar. Das könnte sich als Vorteil erweisen.

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Ok das hört sich auch gut an Danke für die idee !

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Ich möchte gerne mit dem Kampfsport anfangen..

Damit hast du dir deine Frage selbst beantwortet. Du willst KAMPFSPORT trainieren. Dann geh Boxen. Wing Chun ist eine Kampfkunst. Wenn du also Kampfsport suchst ist WC vielleicht nicht das was du willst, eben weil es kein KS ist, wobei es auch sehr effektiv sein kann. Probier beides einfach mal im Probetraining aus.

Ja auf jeden fall mache ich eins ich probiere beides aus!

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für den ernstfall ist wahrscheinlich wirklich boxen das beste. denn kaum einer beherscht seine beine wirklich . da hast du mit starken armen die beste chance. Wenn du aber auf einen Asiaten triffst sei vorsichtig;)

Hahahaha... ok danke der war gut ja :D aber ich überlege mir das noch

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@Moise1

Boxen ist keine Sportart für den "richtigen" Straßenkampf. Boxen baut auf Regeln auf. Bei Boxen handelt es sich um eine Kampfsportart nach Regeln, Regeln sind bei solchen "Straßenkämpfen" nie wirklich vorhanden :-)

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@AsuraDeYien

das stimmt schon , aber mit schnellen starken armen ist man ziemlich gut dran. Aber es gibt sicher noch wesentlich besser geeignete..

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@LoparkaLisa

Im Fall von Griffen oder einem "geschickten" Gegner bringt das wenig. Als fortgeschrittener Boxer sicherlich etwas anderes, aber als Laie sollte man Kämpfe noch lange Zeit meiden.

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Meiner Meinung nach ist Wing Chun besser, aber erst wenn du Meister bist, also nach 10 Jahren oder so.

Wenn du also schnell kampffähig sein willst, mach Boxen.

Ja aber die meisten die wing chun machen brauchen auch keine 10 Jahre um gut zu sein ..

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@Moise1

Sagen sie ... Man kann es ja auch schlecht messen.

Auf jeden Fall dauert es meiner Erfahrung nach länger im Wing Chun gut zu werden als im Boxen - bezogen auf Straßenkampf jedenfalls.

Besser übrigens wäre vielleicht noch ein Stil, der auch Ringen o.ä. beinhaltet, also MMA etc.

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Win chun, weil man d auch die Beine einsetzt, und ein Gegner der auch mit den Beinen kämpft ist schwieriger als einer der nur mit den Händen kämpft.

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