was ist besser? western oder englisch reiten? was ist besser fürs pferd? und eure begründung

Das Ergebnis basiert auf 4 Abstimmungen

Englisch 50%
Western 50%

8 Antworten

Um an RalRams Argumentation anzuschließen:

Was passiert, wenn wir heute alle Pferde frei lassen, die der Mensch domestiziert hat? In ein paar Jahren gibt es keine Rassenvielfalt mehr, ein Pferd hat absoluten Seltenheitswert, man bestaunt es im Zoo. Die Nutzung durch den Menschen ist die Existenzberechtigung dieser tollen Tiere, so schwer das einigen von uns fallen wird.

Wären die Pferde nicht neugierig, würden sie sich nicht gerne leiten und damit beschützen lassen, wäre es nie möglich geworden, sie so zu domestizieren, wie wir sie heute kennen. Das hierzulande am weitesten verbreitete Warmblutpferd wiegt durchschnittlich 600 kg. Wenn einem das den Vogel zeigt, keine Lust auf Zusammenarbeit mit dem Menschen hat, sieht der ganz schön alt aus.

Natürlich sind wir ihnen für ihren Dienst nicht nur eine gute, bewegungsreiche Haltung, möglichst in der Herde und pferdegerechtes Futter (würden sie, einmal freigelassen auch nicht mehr finden) schuldig, sondern auch eine gute Portion dessen, was man heute mit dem Begriff Horsemanship umschreibt: Sich gegenüber dem Pferd qualifizieren als ein Mensch, dem man sich anvertrauen kann, unter dessen Obhut man keinen Schaden erleidet. Als ein Mensch der weiß, wann er sich drauf setzen kann, wann er das Pferd physisch und psychisch so weit vorbereitet hat, dass es einen tragen kann und als ein Mensch, der merkt, wann beim Pferd was gesundheitlich nicht in Ordnung ist und der seine Ziele dann eben zurücksteckt, um erstmal wieder das in Ordnung zu bringen, was dem Pferd fehlt.

Dabei ist es völlig unerheblich, aus welcher Reitweise er seine Ausrüstung kauft oder welche Übungen er ausführt, interessant ist einfach in jeder einzelnen Sekunde, ob er auf das Pferd und seine Befindlichkeiten achtet und entsprechend umfassendes Wissen hat, korrekt drauf zu reagieren, sodass die Arbeit mit dem Pferd dessen Gesundheit eher verbessert denn verschlechtert.

Daher keine Abstimmung von mir. Es gibt in beiden Reitweisen genug Menschen, die das können und es gibt in beiden welche, die drüber hinweg gehen, die Pferde, die protestieren, ausmustern und die, die resignieren unterdrücken. Und es gibt Menschen, die sich (gibt sogar eine Webseite, die danach heißt) als Reitwaisen bezeichnen, weil sie bezüglich der Reitweise zu niemandem gehören, sondern sich einfach von überall das auspicken, was sie weiter bringt. Davon gibt es sogar sehr viele. Auch ich zähle mich dazu: Bin früher von einem Barockreiter ausgebildet worden, auf meinem Pferd würde ein Barocksattel liegen wir eine Elefantenschaukel, also reite ich im Springsattel und meine heutige Trainerin ist so "gemischt" wie ich und richtet die Elemente ihrer Lehre nach deren Funktion für die Biomechanik von Pferd und Reiter aus.

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Schöne Antwort.

So weit es geht, dem Pferd gegenüber Verantwortung beweisen. Das kann ich unterschreiben.

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Das ist wirklich eine super Antwort! DH!

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Fürs Pferd ist immer die Reitweise am besten und schonensten die der Reiter kann und ordentlich ausführt.

Es gibt nicht " die Reitweise" und die ist es jetzt. Ich z.B. hol mir aus allen Reitweisen das raus was mir stimmig scheint und das ich gesund am Pferd anwenden kann.

Allerdings ist mein Favorit die Hohe Schule Lektionen in der Barocken Schule.

Das hat nichts mit der Reitweise zu tun, sondern nur mit der Sensibilität oder Unsensibilität der Hilfengebung.

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