Was ist besser für die Oberstufe, Montessori oder Waldorfpädagogik?

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3 Antworten

Sieh Dir die Schulen an und die Menschen, die dort sind. Theoretische Vor- und Nachteile der Schulsysteme werden schnell unwichtig, wenn es darum geht, ob Du Dich an einer Schule wohlfühlst oder ob Du es hasst, jeden Morgen hinzugehen.

Das erste Problem bei Deiner Frage ist, dass kaum jemand beides gut genug kennt, um Dir objektiv raten zu können.

Das zweite Problem ist, dass Dir sowieso niemand die Entscheidung abnehmen kann. ;-)

Zu Montessori weiss ich nichts, aber an unserer Waldorfschule wäre die Situation etwa folgendermaßen: Die Schüler sind schon seit 10 Jahren gemeinsam in einer Klasse und kennen sich sehr gut, haben vieles gemeinsam erlebt von der Einschulung über diverse Klassenfahrten und Klassenspiele - Du wirst möglicherweise eine Zeit brauchen, um Dich dort zugehörig zu fühlen.
Die Schüler hatten in der Unterstufe viel Zeit, Umwege zu machen und es langsam angehen zu lassen, aber von diesem Vorzug der Waldorfschule ist in der 11. nichts mehr zu merken: Es geht aufs Abitur zu und da wird ordentlich rangeklotzt.
Trotzdem hast Du immer noch Religionsunterricht und Eurythmie, obwohl Dir der Sinn vielleicht nicht klar ist und Du in der Zeit vielleicht lieber Mathe oder Französisch Nachhilfe machen würdest. Dazu kommen die Klassenfahrten (Astronomiefahrt in der 11. und Kunstfahrt in der 12.), die Praktika (Industriepraktikum in der 11. und Sozialpraktikum in der 12.) sowie das Klassenspiel in der 12.
Da das Abitur nicht Bestandteil der 12jährigen Waldorfschulzeit ist, brauchst Du an der Waldorfschule (wie früher im Westen an den staatlichen Schulen) 13 Jahre fürs Abi. Schliesslich der Hammer-Nachteil: Da die Waldorf-Oberstufe nicht als gymnasiale Oberstufe anerkannt ist, kannst Du keine Punkte fürs Abi sammeln - Du gehst also nicht wie die Staatsschüler mit einem satten Punktepolster entspannt ins Abi, sondern wirst in allen 8 Fächern (mit kleinen Unterschieden je nach Bundesland) geprüft: Das ist ein hoher Leistungsdruck, damit musst Du klarkommen.
Die Vorteile wären: Es macht vermutlich eine Menge Spaß in der 11. und 12.
Und das Abi scheint trotz erhöhtem Leistungsdruck kein Problem zu sein: Die durchschnittlichen Abiturnoten an Waldorfschulen entsprechen etwa denen der Staatsschulen.

Ob irgendwelche dieser Vor-und Nachteile in gleicher oder anderer Weise auch für Montessorischulen gelten, kann ich Dir nicht sagen.

Da gibt es keine klare Antwort, die Gründe hat heffenberg schon erläutert.

Kennst du die Schulen, die infrage kommen schon, kennst du Leute die dorthin gehen? Denn nicht nur die Schulformen sind verschieden, gerade bei den Montessorischulen gibt es da oft krasse Unterschiede, wie gut das Prinzip umgesetzt wird, wie die Lehrer damit umgehen... Zumindest hier in Österreich ist "Montessori" ein sehr dehnbarer Begriff.

Ich kann dir gezielte Fragen zu den Montessorischulen beantworten, allerdings habe ich keinen (guten, allumfassenden) Vergleich zur Waldorfschule. Zudem gehen die Schulen mit denen ich in Kontakt bin nur bis zur österreichischen Pflichtschulzeit.

Die Schulen die ich kenne nehmen keine Kinder über 11 Jahren mehr auf, außer sie wechseln von einer Montessorischule. Der Grund ist, dass die Materialien und das Prinzip doch sehr aufbauend ist und sich (auch aus eigener Erfahrung) gezeigt hat, dass viele Kinder um die 12 nicht mit dieser Freiheit und Selbstbestimmung umgehen können und sich dann mehr oder weniger "geschleppt" haben, obwohl das natürlich individuell angesehen werden musst, du wirst es vermutlich selbst einschätzen können. Eine große Umstellung ist es aber schon. Alles Gute für deine Zukunft :-)

Montessoripädagogik

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