Was gibt es für Vorteile bei der "Korsakoff" Methode der Homöopathie im gegensatz zu Hahnemanns Methode?

5 Antworten

Hallo ralphbraun,

Hintergrund ist, dass man beim derart starken Verdünnen (eigentlich "Entfernen") eines Stoffes aus dem Lösungsmittel, wie es bei einer C30 oder C200 stattfinden muss, genau genommen bereits nach weingen Verdünnungsschritten nicht mehr wirklich sagen kann, wie die Konzentration des Stoffes im Lösungsmittel nun genau ist.

Das liegt daran, dass sich gelöste Teilchen in einer Lösung tendenziell an den Gefäßwänden anlagern. Ohne da jetzt drauf eingehen zu wollen, das hat etwas mit den Eigenschaften der Moleküle zu tun.

Verwendet man deshalb - wie Korsakoff - jedesmal ein neues Glas bei jedem Verdünnungsschritt, dann sinkt die Zahl der tatsächlich noch vorhandenen Wirkstoffteilchen in der Lösung sogar noch schneller gegen Null, als man es durch das Verdünnungsverhältnis erwarten würde.

Bei der Einglasmethode hat man dagegen eher tendenziell eine etwas höhere Konzentration der Wirkstoffteilchen, weil sich ein Teil von ihnen eben an den Gefäßwänden festhält und somit trotz des konsequenten Verdünnens erst einmal zumindest länger da bleibt. Wie viele das nun sind, das ist aber eigentlich zufällig.

Man ersetzt hier also das sichere noch schnellere Verschwinden des Wirkstoffes durch eine Zufallsmethode. Abgesehen davon, dass die eventuell vorhandenen Teilchen dann natürlich auch nicht auf die Globuli kommen, weil sie sich natürlich auch beim letzten Ausgießen an der Gefäßwand festhalten.

In einer C30 oder C200 ist also so oder so kein Wirkstoff drin.

Gibt es ausser dem Preis, noch etwas anderes, also in der Wirkung wo es einen Unterschied gibt.?

Ich denke, es ist unmittelbar klar, dass es bei einer Methode, die in 200 Jahren nicht nachweisen konnte, dass sie überhaupt wirkstoffabhängige Wirkungen erzielen kann, vollkommen unmöglich sein muss, dass man einen Unterschied der Wirkung beider Methoden messen konnte.

Die Einglas/Mehrglas-Problematik ist ein wunder Punkt der Homöopathie. Homöopathen verdrängen das Problem schlicht, dass ihre sorgfältig  nach HAB hergestellten Arzneien im besten Falle zufällige Schwankungen von Inhaltsstoffen enthalten. Kurz: Das Thema wird - wie alle kritischen Fragen - in der Homöopathie-Literatur (oder gar der sogenannten "Forschung") nicht erwähnt. Würden Homöopathen wissenschaftlich arbeiten, hätte dieser Punkt schon vor über 100 Jahren geklärt werden müssen. Tun sie aber nicht.

Ein klassischer Homöopath wird "seine" Arznei immer streng nach der Bibel der Homöopathie - Hahnemanns Organon - herstellen. Und damit mit der Mehrglasmethode. Nicht, weil er Daten hat, die belegen, dass es sich um die bessere Methode handelt, sondern einfach allein deshalb, weil Hahnemann es vor 200 Jahren so beschrieben hat.

Insofern - nachdem Du ja selbst bei der anderen Frage geschrieben hast, dass Du es traurig findest, dass es so viele Menschen gibt, die an etwas glauben, was sich nicht wissenschaftlich belegen lässt - solltest Du nun Deinerseits auf gar keinen Fall versuchen, wissenschaftliche Fragen zur Homöopathie zu stellen. Denn aus naturwissenschaftlicher Sicht bleibt die Einschätzung absolut dieselbe: Eine Wirksamkeit über Placeboeffekte hinaus ist aufgrind der Widersprüche zum gesicherten Wissen und aufgrund der inneren Widersprüche der Methode auszuschließen und konnte auch nie bestätigt werden. Das gilt für beide Modelle gleichermaßen.

Die Placeboforschung sagt allerdings: Ein teureres Placebo erzielt höhere Effekte als ein billiges, Deswegen solltest Du das teurere Produkt wählen.

Grüße

Danke für deine Antwort. Ich wohne in der Schweiz hier werden Homöopathen von der Krankenkasse übernommenn von daher trage ich eigentlich keine Kosten. :)

Ps. du hast geschriben verwendet man wie Korsakoff - immer ein neues glas..? Korsakof hat doch die Einglasmethode erfunden..? nicht mehrglas.? LG

0
@ralphbraun
Ps. du hast geschriben verwendet man wie Korsakoff - immer ein neues glas..?

Richtig, danke, da hatte ich mich verschrieben, sollte "Hahnemann" an dieser Stelle heißen. Unten stimmt's (bei Ein klassischer Homöopath wird "seine" Arznei immer streng nach der Bibel der Homöopathie - Hahnemanns Organon - herstellen. Und damit mit der Mehrglasmethode.)

Ich wohne in der Schweiz hier werden Homöopathen von der Krankenkasse übernommenn von daher trage ich eigentlich keine Kosten.

Das wiederum ist für den Placeboeffekt nur bedingt wichtig - so lange Du nur weißt, dass Du das teurere von 2 Medikamenten bekommen hast.

2

Über die Wirkung kann man eigentlich nichts sagen, da man eine direkte Wirkung nicht nachweisen kann, man hat einfach Schwierigkeiten nach dem Zufallsprinzip eine Wirkung zu finden, die klar vom jetzigen Stand der Wissenschaft getrennt ist und laut diesem auch nicht zu existieren scheint. Laut der klassischen Homöopathie ist ausschließlich Hahnemanns exakte Methode als Homöopathie zu bezeichnen, wenn dir das weiterhilft. 

Schau Dir morgen, Donnerstag (16.10.) um 22.10  in ARTE die Sendung "Wie Quacksalber an Patienten verdienen" an, vielleicht hilft Dir das. 

Quacksalber ist ein Schimpfwort, das sowohl für Betrüger als leider auch für alle möglichen seriösen Berufe, die dem Mainstream und der Pharmaindustrie nicht passen, gerne verwendet wird. Von daher wäre ich vorsichtig...

0
@faymorgane

Vielleicht gefällt Dir dann der Ausdruck "Kurpfuscher", den die Österreicher gebrauchen, besser?

0

Was möchtest Du wissen?