Was ist ausschlaggebend ob man eine künstliche oder natürliche Herzklappe implantiert bekommt?

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3 Antworten

mechanische klappen, die aus metall und/oder kunststoff bestehen, haben eine weitaus höhere haltbarkeit als biologische klappenprothesen. letztere sind meist modifizierte xenografts (nicht menschlicher ursprung: meist schwein, manchmal rind) oder homografts (menschliche transplantate). Die lebensdauer eine mechanischen klappe ist soweit ich weiß lebenslang, die biologische klappe hält im schnitt je nach krankheit, risikofaktoren, alter des patienten ca. 10 jahre oder so (hab ich mal gehört, verbürg ich mich nicht für). ein bedeutender nachteil der mechanischen klappen ist aber daß man die blutgerinnung medikamentös hemmen muß, meist mit vitamin-k-antagonisten den kumarinen, um zu verhindern, daß sich blutgerinnsel auf der klappe bilden.

bei bestimmten patientengruppen, kann/sollte man diese therapie jedoch nicht anwenden. so zum beispiel bei schwangeren, da sonst der fetus geschädigt werden kann, daher nimmt man bei frauen mit kinderwunsch meist biologische klappen und ersetzt diese später. ebenfalls bei leuten mit einem erhöhtem risiko für schlaganfälle (hirnaneurysmata, unkontrollierbarer erhöhter blutdruck, diabetische oder hypertonische retinopathie), magen-darm-blutungen, unfälle (alte menschen, demente) oder patienten die ihre medikamente nicht diszipliniert einnehmen können (wie z.b. ebenfalls demente patienten) ist man zurückhaltend mit der gerinnungshemmenden therapie. Grade bei alten patienten ist die biologische herzklappe daher eh die bessere wahl, wenn die voraussichtliche lebenserwartung der klappe über der der patienten liegt.

Vielen Dank für diese Informative Antwort! Dann wäre je nach Alter des Patienten u.U. ein Grund für eine mechanische Klappe, dass man nicht den Ausfall der neuen biologischen Klappe und damit eine weitere Transplantation riskieren will, richtig?

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@Florian320

ja genau. die biologischen muß man halt austauschen. das kann man zum einen nicht beliebig oft tun, da es ja jedesmal zur narbenbildung und gewebsverlust kommt und zum anderen sind offene herzoperationen alleine halt schon ein risiko an sich. bei bestimmten patientengruppen die herzkreislauf-technisch zu instabil sind kann man solche operationen eh nur mit hohem risiko durchführen und nötige folgeoperationen daher tunlichst vermeiden.

gibt auch noch persönliche und religiöse überlegungen: nicht jeder läßt sich gerne eine schweineklappe einsetzen.

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Verfügbarkeit vom Organspender

Schweine sind eigentlich überall verfügbar, selbst bei uns hier auf dem Dorf.

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Frage den behandelnden Kardiologen und nicht in einem Forum für "schwanger ja/nein" oder "liebt er mich noch?"

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