Was ist aus Deutschland geworden?

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8 Antworten

Dein langer Beitrag lässt sich in deinen eigenen Worten kurz beantworten, wenn man folgende Passagen gegenüberstellt:

Was ist aus Deutschland geworden!?

(...)
Aber das ist kein Grund sich so zu verhalten! Ich versteh einfach diesen ganzen nationalsozialistischen Gedanken nicht und ich bin einfach nur schockiert.

Du unterscheidest Zu Recht zwischen Deutschen, sog. Neonazis, die bildungsfern und dumm sind und daher "nationalsozialistischen Gedanken" und ihren propagandistischen Vorbetern folgen, und Deutschen, die gebildet sind und aus der Geschichte ihre Lehren gezogen haben, daher jede Form von Nazionalsozialismus und seine verbrecherische Weltanschauung ablehnen so wie du und deine Klassenkameraden. Die Neonazis sind nur eine kleine Gruppierung, die mit der großen Mehrheit der Deutschen nichts gemein haben. Daher solltest du dir keine übertriebenen Sorgen und Gedanken um Deutschland machen! Deutschland ist ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat, in dem die Menschenrechte respektiert und Verbrechen jeder Art, gerade auch die der Neonazis, strafrechtlich verfolgt werden. Solange es historisch gebildete Deutsche wie dich und deine Klassenkameraden gibt, haben Dummköpfe wie die Neonazis in Deutschland keine Chance, sondern sie bleiben eine randständige Parallelgesellschaft mit der Tendenz, vor Gericht und im Gefängnis zu landen!

MfG

Arnold

naja mittlerweile hat sich Deutschland verbessert und vieles aufgearbeitet.

Aufgearbeitet? Wohl kaum. "Verdrängt" trifft es besser.

Wenn ein Mann, wie Gröning, 70 Jahre lang unbehelligt in Deutschland leben kann, damit man ihm im Alter von rund 90 Jahren einen Schauprozess angedeihen lässt, dann hat das NICHTS mit "Aufarbeitung" zu tun.

Wenn Deutschland sich bis zum Jahr 2012 weigerte, die IG Farben aufzulösen, (also die Firma, die maßgeblich für den "industriellen Massenmord", dessen Auswirkungen du in Auschwitz gesehen hast, verantwortlich zeichnet) um so Schadenersatzansprüche ehemaliger Häftlinge und Opfer zu vermeiden, dann hat das NICHTS mit "Aufarbeitung" zu tun.

Wenn KEIN EINZIGER KONZERN in Deutschland bis heute bereit ist, Entschädigungen für vergangene Kriegsverbrechen zu zahlen, dann hat das NICHTS mit "Aufarbeitung" zu tun.

Wenn eine Familie, wie die Quandts, die dank privater(!) KZ reich geworden ist und heute als "Leistungsträger der Gesellschaft" bezeichnet werden, sich BIS HEUTE WEIGERN, Entschädigungen oder auch nur wenigstens Entschuldigungen an die Opfer ihrer Raffsucht zu leisten, dann hat das NICHTS mit "Aufarbeitung" zu tun.

Wenn ein Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes am Grab eines verstorbenen Nazi-Richters, der noch in den letzten Kriegstagen deutsche Soldaten, die Fahnenflucht begingen, zum Tode verurteilt hatte; und der auch danach als Ministerpräsident und stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU tätig war, behauptet, "es hätte sich um einen Mann gehandelt, der nie Nazi war", dann hat das NICHTS mit "Aufarbeitung" zu tun.

Wenn zwangsenteignete "Juden-Betriebe" bis heute ohne Entschädigung oder Rückgabe fest in deutscher Hand sind, dann hat das NICHTS mit "Aufarbeitung" zu tun.

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.... wir haben GAR NICHTS aufgearbeitet. Aber wir haben viel verdrängt.

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Und den Beweis treten wir heute immer wieder an: 

Militärisch: Wir rüsten die Armee auf und um. Wir verletzen das Grundgesetz, in dem steht, dass die Armee eine reine Verteidigungsarmee auf dem Boden der Bundesrepublik ist. Wir sind drittgrößter Rüstungsexporteur der Welt. Wir exportieren Waffen in gigantischen Mengen - gern auch an Diktatoren, die damit nur ihre Macht festigen wollen.

Politisch: Wir hetzen Völker und Volksgruppen aufeinander. Unser Verständnis von "Schlichtung" sind Boykotte der Bevölkerungen bis zum Hungertod und Unterstützung von Kriegen. Unsere Parteien hetzen gegen Ausländer, "Islamisten" und alles und jeden, solange es ihrem Machterhalt förderlich ist.

Stammtisch: Ich sage nur "Zuwanderung". Reicht das, um zu erklären, wie der "neue Jude" heißt? Wenn nicht, sage ich noch "Islam". Reicht das, um zu erklären, wie der "neue bolschewistische Jude" heißt?

Wieso müssen sich diese Leute aufführen wie vor 100 Jahren oder was in dem sie mit Fackeln rumrennen und diese Leute verschrecken.

Weil ihnen unsere Parteien Recht geben. Und weil sie sich deshalb im Recht fühlen.

Wenn die CSU - eine im Bundestag sitzende Partei(!) - ungestraft von "Völkerwanderung", "Überfremdung" und "Zusammenbruch des deutschen Sozialsystems" faseln darf; wenn weder die CSU, noch die SPD, noch die GRÜNEN, noch die FDP (als irgendwie immer noch präsente Partei) sich davon distanzieren; ... nun, dann kann ein "Normalsterblicher" schon den Eindruck bekommen, es sei legitim, dieser "Völkerwanderung" einen Riegel vorzuschieben und den "Zusammenbruch des Sozialsystems" zu verhindern. 

Volksverhetzung zum Wohle des Deutschen!

Ist es das Unwissen?

Es ist vor allem die Angst. Angst um den eigenen Arbeitsplatz. Angst um das bisschen Hartz IV oder den kargen Lohn. Angst vor der Zukunft.

Es ist die gleiche Angst, mit der Hitler die Deutschen dazu bewegt hat, das zu tun, was sie dann auch getan haben.

Und es sind - vor allem - unsere "gewählten Vertreter", die diese Angst schüren. Weil Angst bedeutet, dass man sich weniger um das kümmert, was sie machen. Weil Angst Machterhalt bedeutet.

wenn sie mit der hat Art hohen Zahlen an Menschen konfrontiert werden

Hohe Zahlen? In Deutschland leben ca. 20 Prozent mit Migrationshintergrund. Die meisten davon aus dem europäischen Ausland. Etwas mehr als die Hälfte der "Migrationshintergründler" ist sogar hier geboren.

Jeden Tag kommen etwa 3000 Flüchtlinge. Und jeden Tag wandern etwa 2000 Deutsche aus. Per Saldo wandern im Jahr also rund 360.000 Menschen zu. Das ist gerade so viel, dass die Bevölkerungszahl Deutschlands halbwegs stabil bleibt. 

... Wo sind da hohe Zahlen?!

Des weiteren werden diese Leute in Flüchtlingsheime gepfercht, was Wut schüren kann, wodurch eine schlechte Basis für Annäherung da ist.

Wie gesagt: Das ist politisch gewollt...

speech1bubble 23.08.2015, 11:24

Ich gebe dir zu 100%recht. Das und ich danke dir für deine Sehr hilfreiche Antwort Mit hohen Zahlen meinte ich diese 3000 pro Tag weil ich mich auch versucht habe in andere Menschen hinein zu versetzen. Und zum Thema Aufarbeitung wollte ich nich sagen, dass mir das alles noch nicht im dem Maß bewusst war und ich finde es echt krass, dass einohrig schlimmer/ dümmer ist als ich gedacht hatte. Das kann und darf doch echt nicht sein! Ich hatte zudem eher die Aufarbeitung an Schulen gemeint,mdie zumindest an meiner echt gut klappt. 

Ich würde mich gerne mehr in diesem Thema ( also Flüchtlinge) engagieren, nur bin ich eben sehr jung. Im Moment bin ich ( in einer Gruppe) 'nur' dabei in Kontakt mit den Flüchtlingen zu treten, die an unserer Schule in 'Flüchtlingsklassen' z.b. Deutsch lernen. Ich finde, dass das schon mal ein Anfang ist aber wo kann man sich noch engagieren? 

Vielen Dank nochmal für deine detaillierte Antwort!:)

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Unsinkable2 23.08.2015, 12:52
@speech1bubble

Ich würde mich gerne mehr in diesem Thema ( also Flüchtlinge) engagieren, nur bin ich eben sehr jung. ... Ich finde, dass das schon mal ein Anfang ist aber wo kann man sich noch engagieren?

Du engagierst dich bereits mehr als die meisten anderen Menschen, wenn du dir eine eigene Meinung bildest. Bleibe dabei! 

Lass dir nichts aufschwatzen! Hinterfrage ALLES! Informiere dich selbst! Immer. Überall. Ständig.

dass mir das alles noch nicht im dem Maß bewusst war 

Es ist noch sehr viel "krasser". Allerdings beschränkte die Zeichenbegrenzung dieser Plattform die Aufstellung.

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Funzel88 23.08.2015, 11:28

Du hast mit vielem dass du schreibst recht, aber die Hintergründe nicht verstanden.

Die Politik ist nicht der Chef sondern allenfalls ein Handlanger des Systems:

Wirtschaft > Medien > Politik > Bevölkerung

Natürlich hätte die Politik die Möglichkeit einiges zu verbessern, dafür bräuchte es aber mehr Politiker mit Idealen und Rückgrat (also quasi das Gegenteil von Frau Merkel).

Dabei gibt es 2 Probleme... Macht korrumpiert (das stimmt leider wirklich) und Ereignisse wie der Tod von John F. Kennedy, die jedem Politiker, spezielle in den USA, gezeigt haben was passiert wenn man sich erfolgreich in die höhere Politik einmischt.

Es vergeht zwar kaum ein Tag, an dem ich nicht wünsche, dass sich in der Politik etwas ändert, aber letztlich verursachen die Politiker nicht die Probleme, sie sind einfach nur nicht Teil der Lösung.

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Unsinkable2 23.08.2015, 13:02
@Funzel88

Die Politik ist nicht der Chef sondern allenfalls ein Handlanger des Systems

Du machst es dir zu einfach, wenn du die Politik zum "Nur-Handlanger" degradierst. 

Sie sieht sich selbst gern so, um die "Alternativlosigkeit" ihrer Politik zu unterstreichen. Das ist aber unwahr. Tatsächlich KÖNNTE sie, wenn sie wollte.

Ereignisse wie der Tod von John F. Kennedy, die jedem Politiker, spezielle in den USA, gezeigt haben was passiert wenn man sich erfolgreich in die höhere Politik einmischt.

Es ist wie überall: Man kann EINEN Politiker umbringen. Wenn sich aber ALLE engagieren, kann man nicht mehr viel ausrichten. Du kannst einfach nicht einen ganzen Bundestag samt seiner 631 Abgeordneten um die Ecke bringen und es wie den Massenmord eines Verwirrten aussehen lassen...

Und wenn du dir nur einfach anschaust, wie die "Nebenverdienste" der Politiker aussehen, dann weißt du auch, dass sie GERN Handlanger jener Leute sind, auf die du - zu Recht - zeigst. Weil es sich finanziell lohnt. Weil sie weniger "Politiker" als wirtschaftlich orientierte Subjekte sind. Weil sie - nicht zuletzt - auch GEGNER der DEMOKRATIE sind.

Natürlich hätte die Politik die Möglichkeit einiges zu verbessern, dafür bräuchte es aber mehr Politiker mit Idealen und Rückgrat

Es bräuchte überhaupt erst mal POLITIKER und nicht nur "Macht-Broker mit kurzfristigen Rendite-Zielen".

Das Verhalten unserer Politiker ist der deutlichste Indikator dafür, dass wir das Mittelalter mit seinem Standesdünkel und der Machtpolitik noch lange nicht verlassen haben. In einer Demokratie wäre dieses Verhalten jedenfalls per definitionem ausgeschlossen.

Dennoch: Sie könnten, wenn sie wollten. Nicht gleich die ganze Welt verändern; aber beispielsweise bereits vorhandene Rechte nicht zusammenstreichen.

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Funzel88 23.08.2015, 15:07
@Unsinkable2

Also erstmal vorweg bevor hier noch ein falscher Eindruck entsteht, ich kann dir bei allem was du sagst zustimmen, finde aber du ziehst die falschen Schlussfolgerungen aus deinem Wissen. Der Schlusspart wird vermutlich ein wenig provokant, ich hoffe, dass ich dir damit nicht zu nahe trete.

Ich werd mal versuchen dir das auf deine Weise zu verdeutlichen ;-)

Du machst es dir zu einfach, wenn du die Politik zum "Nur-Handlanger" degradierst.

Das ist so ein bisschen die Kernaussage deiner Beiträge, so aber nicht ganz richtig.

Zum einen hab natürlich nicht ich die Politik degradiert, sondern sie machen sich, wie du schon sagtest, freiwillig zum Handlanger. Das mit der Korruption habe ich schon angesprochen, das läuft meist über eine Art nachträgliche Bestechung mit Positionen in Banken, Vortragshonoraren usw. ab, aber das wirst du ja sicherlich wissen.

Der andere Punkt lässt sich hiermit verbinden:

Man kann EINEN Politiker umbringen. Wenn sich aber ALLE engagieren, kann man nicht mehr viel ausrichten.

Die Frage dabei ist recht simpel... Wer soll anfangen?

Versuch dich mal in die Lage eines solchen Politikers zu versetzen. Du riskierst vielleicht nicht zwangsläufig dein Leben bzw. das deiner Familie, aber zumindest mal wirtschaftlichen/politischen Selbstmord. Denk daran, dass du nicht nur gegen die Wirtschaft, sondern auch gegen die Medien ankämpfen musst. Ich persönlich würde es in einer solchen Situation drauf ankommen lassen und mich für die Leute einsetzen, du vielleicht auch, aber das kannst du nicht von jedem erwarten.

Mit dem Strom zu schwimmen ist einfacher und lukrativer, daher werden die meisten Menschen diesen Weg bevorzugen und... zumindest vermitteln deine Beiträge hier diesen Eindruck, du machst das in gewisser Hinsicht genauso.

Du hoffst auf einen Politiker, der alles angeht und für dich gegen die Probleme in der Welt kämpft.

Du hast ein Problem mit der Situation, also sind es auch deine Probleme. Warte nicht darauf, dass irgendwann mal jemand anderes deine Probleme löst, sondern werde selbst aktiv.

Du machst es dir entschieden zu leicht, wenn du nur über die Politiker schimpfst, was machst du denn besser als sie? Gib deine Stimme nicht alle 4 Jahre ab sondern erhebe sie. Wie heist es doch so schön... Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.

Ich bin da selbst auch nicht unbedingt besser und stehe selber bestenfalls erst am Anfang, aber den Politikern alle Verantwortung zuzuschieben, wird das Problem nicht lösen, zumindest nicht in den nächsten 50 Jahren.

Wir brauchen ein neues Wirtschafts- und Finanzsystem, eine direkte Demokratie, ein Verbot von Waffenexporten, ein Austritt aus der Nato und noch einige andere Dinge. Das wird ein langer und harter Weg, und ich möchte die Politiker keinesfalls in Schutz nehmen, aber nur mit Schuldzuweisungen kommen wir leider nicht weiter.

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Unsinkable2 23.08.2015, 15:27
@Funzel88

Du hast ein Problem mit der Situation, also sind es auch deine Probleme. Warte nicht darauf, dass irgendwann mal jemand anderes deine Probleme löst, sondern werde selbst aktiv.. Gib deine Stimme nicht alle 4 Jahre ab sondern erhebe sie.

Ein guter Denk-Ansatz. Schauen wir mal, ob das mehr als Theorie und Wunder-Glaube ist...

Wir brauchen ein neues Wirtschafts- und Finanzsystem, eine direkte Demokratie, ein Verbot von Waffenexporten, ein Austritt aus der Nato und noch einige andere Dinge. 

Und da sind wir am Dreh- & Angelpunkt angelangt. Doch die entscheidende Frage stellst du gar nicht:

Wie kann man das mit dem aktuellen System erreichen?

In einer Demokratie sind "Macht" und "Geld" getrennt. Das ist eine der wichtigsten Lehren aus der Weimarer Republik und dem Zweiten Weltkrieg.

Dass beides hier & heute nicht getrennt, sondern eng verflochten ist, hast du bereits selbst erkannt.

Beantworte mir nach deiner romantischen Einleitung nun diese einfache Frage: Wie kannst du deine Ziele erreichen? Nur Ziele propagieren, kann doch auch nicht die Lösung sein, oder?! Zeige mir deinen Weg!

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Funzel88 23.08.2015, 16:01
@Unsinkable2

Zu dem Lösungsweg gibt es, von einer Partei bis hin zu Gerichtsverfahren, unterschiedlichste Ansätze, ich bin aber der Meinung, dass echte Veränderung nur durch eine Volksbewegung zustande kommen kann.

Das ist natürlich ein sehr langfristiges Ziel und ich sage nicht, dass ich alle Antworten habe, aber ich bin bereit für diese Ziele einzutreten.

Die Tendenz dazu sehe ich übrigens bereits. Immer mehr Leute erkennen langsam, dass sich etwas verändern muss und auch das Internet hat einen Anteil daran.

Es ist zwar immer schwer zu sagen was am Ende dabei rauskommen wird, die ursprünglichen Demonstranten in der DDR hatten z.B. einen Sozialismus unabhängig von Russland im Sinn, aber letztlich kann es nur besser sein als ein 3. Weltkrieg.

Die Fragen finde ich aber sehr gut über manche Dinge habe ich bisher nur flüchtig nachgedacht.

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Unsinkable2 23.08.2015, 16:51
@Funzel88

Es ist zwar immer schwer zu sagen was am Ende dabei rauskommen wird, die ursprünglichen Demonstranten in der DDR hatten z.B. einen Sozialismus unabhängig von Russland im Sinn, aber letztlich kann es nur besser sein als ein 3. Weltkrieg.

Und du glaubst, dass jene, die heute Macht und Geld besitzen, freiwillig aufgeben, was du von ihnen forderst ... weil du es forderst, da du denkst, in einer Demokratie zu leben?

Und wenn du nicht glaubst, in einer Demokratie zu leben, woher nimmst du den Glauben an "Gerichtsverfahren"? 

Ein Kauder (CDU) darf ungestraft am fundamentalsten verfassungsmäßigen Recht der deutschen Demokratie, nämlich an der "Gewissensfreiheit" der Abgeordneten zweifeln. Ein Seehofer (CSU) darf ungestraft Volksverhetzung betreiben. Ein Gabriel (SPD) darf ungestraft seinen Chef (= das deutsche Volk) belügen. Ein Maas (SPD) darf ungestraft in die Arbeit der Justiz, die eigentlich NEBEN der Politik stehen sollte, eingreifen. Eine Merkel kann dem deutschen Volk ungestraft, unverblümt und in klarem und unzweifelhaften Widerspruch zur FDGO und zum Grundgesetz verkünden, dass man gedenke, eine "marktkonforme Demokratie" zu errichten; also die Demokratie dem Markt unterzuordnen; Demokratie zur "Nebensache" zu machen.

Und alle zusammen dürfen sie das Grundgesetz nach Belieben brechen und aushebeln, wie sie gerade lustig sind, und Gesetze beschließen, von denen man von vornherein weiß, dass sie verfassungswidrig sind, die aber - dank der (notwendigen) Klagen - oft Jahre oder sogar Jahrzehnte Bestand haben, bevor das Verfassungsgericht sie endlich kippt, ohne dass irgendjemand etwas machen könnte.

... und du glaubst wirklich an die "Kraft der Justiz"?

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Funzel88 23.08.2015, 17:34
@Unsinkable2

Nein ich glaube nicht an die "Kraft der Justiz", wie du es ausdrückst, sondern habe nur angemerkt, dass es Leute gibt die das System auf diesem Wege bekämpfen wollen/wollten.

Ich hab auch nie gesagt, dass das System so einfach aufgibt...

Du hast einen langen und harten Weg vor dir und ich werde dir hoffentlich dabei helfen, aber ich denke er lohnt sich.

(ist aus meinem eigenen Beitrag gleich hier drunter)

Wir brauchen viele Menschen um diese Riesen-Ziele zu erreichen, es ist sogar möglich, dass sich zumindest ein kleiner Krieg nicht abwenden lässt.

Die politischen Verbrechen sind mir durchaus ein Begriff, auch wenn ich ziemlich schlecht darin bin mir Zahlen und Namen zu merken (was es ein wenig schwierig macht Beispiele anzuführen). Mal abgesehen davon ist das auch einer der Gründe warum ich dir garantieren kann, dass sich nichts ändert wenn du auf die Politik wartest/schimpfst. Ich persönlich bin übrigens eher ein Freund des demokratiekonformen Marktes.

Da wir uns offenbar beide einig sind, dass das mit dem Kapitalismus nicht so weitergehen kann, wie sähe denn "dein" System aus?

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Unsinkable2 23.08.2015, 19:02
@Funzel88

Wir brauchen viele Menschen um diese Riesen-Ziele zu erreichen, es ist sogar möglich, dass sich zumindest ein kleiner Krieg nicht abwenden lässt.

Ein "kleiner" Krieg? Wer, glaubst du, nimmt daran teil, wenn du gegen das System rebellierst? Denkst du wirklich, die USA, die schon in Vergangenheit und Gegenwart willkürlich und zu Zehntausenden morden (übrigens ohne dafür belangt zu werden), hätten ein Problem damit, ein paar Zehn- oder Hunderttausend mehr oder weniger zu ermorden?

Und wer, glaubst du, will "der Erste" auf "deiner Seite" sein? ;) Du, schon klar. Und wer noch?

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Funzel88 23.08.2015, 19:48
@Unsinkable2

Ehrlich gesagt gibt es schon viele mit einem ähnlichen Engagement, ich möchte hier gerne mal auf die Friedensbewegung, oder auf die Mitglieder der www.wissensmanufaktur.net hinweisen. Wie gesagt solche Tendenzen dass sich etwas ändern muss, gibt es bereits.

Es ist auch garnicht mal unbedingt meine Seite, ich will eigentlich kein Anführer oder Präsident oder sowas werden, sondern einfach nur den Menschen in der Welt helfen.

Denkst du wirklich die USA hätten ein Problem damit, ein paar Zehn- oder Hunderttausend mehr oder weniger zu ermorden?

Es gibt derzeit 2 Supermächte auf der Welt. Die erste ist, wie du schon richtig erkannt hast, das Imperium USA, die andere Supermacht ist nicht China oder Russland sondern die öffentliche Meinung und, auch wenn sich das bereits ein wenig ändert, steht diese immernoch auf der Seite der USA.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Nahost, Afrika, Russland und bspw. Deutschland... die erstgenannten sind weit weg. Hier wird viel von den Medien verheimlicht und verdreht und die Bedrohungssituation für Europa ist eher mittelmäßig. Würden die USA aber sagen wir mal Berlin bombadieren, so lässt sich das innerhalb Europas nicht verheimlichen. Auch ein Feindbild, z.B. "die Nazis sind zurück", muss lange vorbereitet werden.

Man kann zwar eine derartige Verzweiflungstat nicht ausschließen, aber spätestens dann würde die öffentlichen Meinung entgültig umschwenken. Außerdem gilt es auch hier wieder zu beachten, dass wir auch in den USA nicht von der breiten Bevölkerung sprechen, sondern von ein paar Eliten. Der breiten Masse in den USA geht es noch deutlich schlechter als uns und sie sind entweder selber Systemgegner oder sind genauso verblendet. Die Amerikaner sind höchstens ein Stück naiver, was aber auch daran liegen könnte, dass sie bereits deutlich länger mit Kriegspropaganda bestrahlt werden.

Nun habe ich versucht "meinen" Plan möglichst verstädlich zu verteidigen, möchte aber immernoch gerne wissen was du denn für Ideen hast. Vielleicht hast du ja eine bessere Alternative, außer abwarten und meckern ;-)

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Unsinkable2 24.08.2015, 11:44
@Funzel88

Würden die USA aber sagen wir mal Berlin bombadieren ... eine derartige Verzweiflungstat nicht ausschließen, aber spätestens dann würde die öffentlichen Meinung entgültig umschwenken.

Ehrlich gesagt, dachte ich gar nicht an so einen krassen Fall. Es geht viel einfacher

Auch ein "neues System" muss "geführt" werden. Das sind nur ein paar Hundert Leute. ... Muss ich mehr sagen?

Auch ein "neues System" muss produzieren, kaufen und verkaufen. Dabei ist es vom Weltmarkt abhängig. Und der wird ... Na?! Von wem wohl?! ... dominiert. 

Deine "öffentliche Meinung" ist in solchen Fällen - NACHWEISLICH - gleichgültiger, als die Frage, ob in China ein Sack Reis umgefallen ist oder nicht. Denn sie lässt sich - NACHWEISLICH - auch von außen manipulieren. Und der "europäische Wirtschaftsstandort" ist längst nicht mehr so wichtig, wie noch vor 20 Jahren. Im Gegenteil: Es dürfte einen Haufen Länder geben, die erleichtert aufatmen, wenn man um Zentraleuropa einen "Boykott-Ring" schließt ... Auch - und gerade - EU-Mitgliedsstaaten.

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Funzel88 24.08.2015, 12:25
@Unsinkable2

Du hast durchaus recht mit dem was du schreibst. Ein Systemumsturz lässt sich natürlich nicht ausschließen, das haben speziell die USA schon mehrfach gemacht (das letzte Mal dürfte die Ukraine gewesen sein).

Solche Sachen lassen sich in Zentraleuropa aber deutlich schlechter verbergen und die öffentliche Meinung der Welt über bspw. die Amerikaner, hängt sehr stark von Europa ab. Du kannst ja mal vermuten was Asien oder Afrika von den USA und ihren Ausbeutungen und Killerdrohnen halten :-)

Die Meinung der Weltbevölkerung muss geopolitisch durchaus beachtet werden, hierbei geht es natürlich vor allem um die Stimmung im eigenen Land. Die USA haben z.B. erst aktiv am 2. WK teilgenommen nachdem sie Pearl Harbot (vermutlich) inszeniert hatten und der Bevölkerung so den Krieg schmackhaft machen konnten.

Auch die Sache mit der globalen Wirtschaft ist natürlich ein Problem, allerdings haben die USA global nicht so viel Einfluss wie sie gerne hätten. Eine Zusammenarbeit mit dem resourcenreichen Russland wäre z.B. eine Möglichkeit, die die Amerikaner trotz bestehendem Kapitalismus derzeit recht erfolgreich zu verhindern versuchen (Stichwort Ukraine).

Langsam bin ich aber wirklich gespannt wie denn deine Alternative zum jetzigen System aussieht :-)

Falls dich "mein" System interessiert, kann ich dir empfehlen dir mal den Artikel der eigentlichen Ausarbeiter anzuschauen:

http://www.wissensmanufaktur.net/plan-b

(sind ein paar Seiten zu lesen, ich finde aber es lohnt sich)

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Saatgut 23.08.2015, 11:33

gute fundierte Darstellung Unsinkable!

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ctest 23.08.2015, 11:48

Schlimm ist auch, dass Politiker diese Themen immer nach ca 40 Jahren "aufarbeiten" und sich "entschuldigen", während sie selbst in ihrem Regime Menschenrechte verletzen ... es geht dabei immer darum von der aktuellen Situation abzulenken indem man die alten Sachen "bedauert". Politiker "entschuldigen" sich für vergangene Greultaten ... und begehen selbst Menschenrechtsverletzungen. Egal ob das nun die Frau Merkel in Deutschland oder die Frau sommarouga in der Schweiz ist: das "System" ist immer dasg Gleiche ... sie "entschuldigen" sich für Sachen von vor XX Jahren um davon abzulenken, dass es unter ihrem eigenen "Regime" auch Sauereien gibt, die zum Himmel schreien.  

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Oh man das ist ein wirklich komplexes Thema, ich werde versuchen dir das zu erklären, wenn ich alles aufschreibe, werde ich aber heute nicht mehr fertig :-)

Zum einen ist das was du beschreibst nicht nur ein deutsches Problem, das gibt es (genauso wie im 2. WK) in allen Ländern, speziell in Europa und Nordamerika. Dir sollte auch klar sein, dass das was du hier zu Gesicht bekommst, immer Extremistenpositionen sind. Der Großteil der Leute ist eigentlich deutlich anders eingestellt, warum auch das oft nicht so wirkt, darauf komme ich gleich nochmal zu sprechen.

Erstmal zum Umgang mit der Geschichte:

Es ist gut, dass du die Geschichte kennst und auch versuchst dich damit auseinanderzusetzen. Wie heißt es doch so schön... wer sich der Geschichte nicht errinnert, ist dazu verdammt sie zu wiederholen. Wir können aus der Geschichte lernen und versuchen es besser zu machen, du darfst dich aber nicht von der Geschichte einschränken lassen. Du hast das nicht getan und das Selbe gilt für deine Mitdeutschen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Israel, ein Staat, der schon fast jedes seiner Nachbarländer überfallen hat. Besonders als Deutscher darf man da kein kritisches Wort verlieren, sonst kommt nämlich gleich die Antisemiten- oder Nazikeule, obwohl es sich hier ja eigentlich um einen Staat und nicht um eine Religion handelt. Geschichte ist keine Fessel.

Als nächstes kümmern wir uns mal um die Medien: (das NPD-Video kenne ich nicht, hab da aber wahrscheinlich auch nix verpasst)

Die klassischen Medien, also Zeitung, Radio und Fernsehen, haben einen Besitzer und sind abhängig von der Wirtschaft (Werbung usw.). Das bedeutet, dass es sich hierbei nicht um unabhängigen und objektiven Journalismus, sondern um die Vertretung von Interessen handelt. Schau einfach mal an 1 Tag durch viele Zeitungen und Nachrichtensendungen durch und beobachte was zu einem wichtigen Thema, z.B. zur Ukraine, gesagt wird. Du wirst sehr schnell feststellen, dass überall das Gleiche berichtet wird, meist mit den gleichen Quellen und gleichen Schlussfolgerungen. Bei unabhängigen Medienanstalten würde soetwas nie passieren, aber die Journalisten müssen nunmal das schreiben was dem Chef gefällt, sonst fliegen sie raus.

Da wir nun festgestellt haben, dass die Medien nur das Sprachrohr der (Finanz)wirtschaft darstellen, müssen wir uns überlegen was deren Interessen sind. Hier geht es natürlich darum Geld zu verdienen, Macht zu erweitern und die Superreichen noch ein bisschen reicher zu machen.

Das funktioniert am besten mit Krieg. Da kann man Waffen verkaufen (Deutschland ist 3.größter Waffenexporteur der Welt), Rohstoffe erbeuten, z.B. Öl, und noch einiges anderes tun. Die Medien berichten daher sehr einseitig und stellen den Krieg als sinnvoll und richtig da, das nennt man Kriegspropaganda, ein Begriff der dir sicherlich aus dem Geschichtsunterricht zum 2.WK bekannt vorkommen dürfte.

Kriegspropaganda wird verwendet um ein Feindbild zu erzeugen. Das läuft sehr subtil ab und dauert meist Monate und Jahre. Aktuelle Beispiele dafür sind z.B. Putin=Hitler und Moslems=Terroristen. Selbiges läuft auch bei den Flüchtlingen ab, allerdings in einer abgeschwächten Version.

Ein gutes Beispiel um dir zu zeigen wie unterbewusst das gemacht wird, ist das Fluchthelfer inzwischen Schlepper genannt werden. Auch Bilder werden benutzt um Personen und Gruppierungen in einem bestimmten Licht darzustellen. Das alles führt dazu, dass die breite Masse der Bevölkerung ein komisches/schlechtes Gefühl hat, wenn sie mit diesen Personen konfrontiert werden.

Wir haben die allgemeine Ablehnung der Masse geklärt, jetzt kommen wir noch zu den Nazis/Faschos/Einzeltätern:

Auch hier helfen die Medien mit im dem sie ständig berichten wie viele Probleme doch die Ausländer verursachen. Ja, ein kleiner Teil der Migranten/Asylanten macht Probleme, aber ein nicht ganz so kleiner Teil der Deutschen macht auch Probleme. Idioten gibt es immer und dass ein Volk oder eine Bevölkerung von Natur aus besonders kriminell, gewaltätig etc. sein soll, ist einfach nur ein dreiste Lüge.

Bei Straftäter hilft es oft die Hintergründe zu analysieren. Viele wachsen so auf, haben kaum/keine Perspektiven und "lernen" solche Verhaltensmuster in der Kindheit/Jugend. Dazu kommen noch psychische Störungen aller Art, die irrationales Verhalten begünstigen oder verursachen.

Das nationalistische Gedankengut ist besonders in Europa bereits seit der Kolonialzeit fest verankert und war immer ein willkommenes Argument um die Ausbeutung andere Völker/Nationen aus reiner Profit- und Machtgier zu begründen. Solche Denkweisen haben sich ein wenig abgeschwächt, sind aber immernoch tief eingegraben und lassen sich nur schwer ablegen, dafür brauchen wir einen größere gesellschaftlichen Umschwung und der braucht Engagement und Zeit.

Sich nicht in andere hineinzuversetzen sondern deren Situation einfach zu ignorieren ist genau das Problem und der Rat des Gegenteils auch der beste Tipp, den ich dir geben kann.

Friedensbewegung ftw ;-)

speech1bubble 23.08.2015, 11:57

Also erstmal danke für deine echt gute Antwort! Ich finde diesen Ansatz des "nicht einschränken lassens" sehr richtig und gut von dir erklärt. 

Du meintest ja in einem anderen Kommentar, ich hätte die Hintergründe nicht verstanden wo ich dir auch in gewissem Maße Recht gebe. Meine Frage besteht aus meinem bisherigen Verständnis dieser Problematik und ich habe sie gestellt um eben das Ganze besser zu verstehen. Ich finde echt krass, wie dieses subtile Feindbild  erzeugt wird, was fest in den Köpfen vieler sitzt. Wenn doch nur mal mehr Leute sich eine eigene Meinung bilden und Medienberichte kritischer lesen würden... Dazu habe ich auch noch eine Frage undzwar sagst du ja, dass sozusagen alles von der Wirtschaft ausgeht. Heißt das, dass eigentlich viele dieser Probleme daher kommen, dass andere Leute mehr Geld wollen?( das jetzt mal grob ausgedrückt) kann man dann daran überhaupt irgendwas ändern?  

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Funzel88 23.08.2015, 14:43
@speech1bubble

Also der beste Tipp zum Medienkonsum dem ich jemandem geben kann, ist, schmeiß deinen Fernseher weg. Ein schöner Spruch von einem schweitzer Friedensforscher: Ketchup an der Wand ist nicht so gefährlich wie ein Fernseher an der Wand.

Es gibt (geo)politisch immer einen recht simplen Grundsatz wenn du wissen willst wo etwas herkommt: Wer profitiert davon?

Wer profitiert von Steueroasen? Die Superreichen

Wer profitiert von Krieg? Der militärisch-industrielle Komplex

Wer profitiert von der Zerstörung der gesetzlichen Rente? Die Privatrente

Du kriegst nen Eindruck :-)

Die Urheber solcher Ideen und Pläne sind natürlich nicht alleinverantwortlich, aber insgesamt sind das ziemlich wenig Leute. Eine kleine Info dazu... die reichsten 770 Menschen/Familien besitzen genauso viel Geld wie die restlichen 7 Milliarden zusammen. Das schwnkt immer mal ein kleines bisschen aber so in etwa sieht es aus.

Du darfst dich aber von dem ganzen Geld und der Macht nicht entmutigen lassen, denn solche Meinungen sind nicht mehrheitsfähig. Frag z.B. bei deinen Bekannten mal durch was sie von Krieg halten, oder von Folter. 95% werden dir sagen, dass sie das Sch**** finden.

Die Mehrheit der Leute hat ein Gewissen, moralische Grundeinstellungen und keine Ahnung was vor sich geht.

Genau hier liegt auch die Chance. Mit einer Volksbewegung lässt sich das System ändern. Ein Abschaffung des Kapitalismus, ein Stop der Waffenexporte, freie Einreise für alle usw. ist alles möglich, aber das wird natürlich nicht einfach und auch nicht sofort klappen.

Auch die kapitalistische Denkweise des eigenen Vorteils wird sich irgendwann ändern müssen, dafür brauchen wir aber wahrscheinlich erstmal ein anständiges System.

Wenn du dich für das Thema interessierst, kann ich dir empfehlen dich mal mit dem "Plan B" der wissensmanufaktur.net zu beschäftigen.

Du hast einen langen und harten Weg vor dir und ich werde dir hoffentlich dabei helfen, aber ich denke er lohnt sich.

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speech1bubble 23.08.2015, 15:11
@Funzel88

Wow du hast echt ne starke Meinung zu dem ganzen, was ich echt gut finde. Wenn nur mal mehr Leute sich mit solchen Sachen beschäftigen und dann für ihre Meinung einsetzten würden,käme man so viel weiter... Danke dir für deine Antworten:)

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MrRayman 24.08.2015, 10:39

Da wir nun festgestellt haben, dass die Medien nur das Sprachrohr der (Finanz)wirtschaft darstellen, müssen wir uns überlegen was deren Interessen sind. Hier geht es natürlich darum Geld zu verdienen, Macht zu erweitern und die Superreichen noch ein bisschen reicher zu machen.

Diese Aussage sehe ich nicht so. Jeder könnte einen Verlag gründen und dort seine eigene Tageszeitung herausbringen. Da man jedoch dann auch quasi ein Spielball des freien Marktes ist, wird man eine Zeitung entwerfen, die möglichst viele Leute anspricht. Leider ist hierbei nicht immer guter Journalismus gefragt, sondern häufig Schlagzeilen und polarisierende Aussagen. Es geht eben nicht nur ums informieren, sondern auch Unterhaltung.

Ich verweise hier mal auf die Bildzeitung, die eine ernorm hohe Auflage hat, trotz des offensichtlichen Boulevardjournalismus.  Der Konsument ist also an der Medienlandschaft selbst schuld, nicht irgendwelche geheimen Absprachen zwischen Medien und Wirtschaft.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Israel, ein Staat, der schon fast jedes seiner Nachbarländer überfallen hat.

Ich erwähne hier den Sechstagekrieg und den Jom-Kippur-Krieg. In beiden Kriegen wurde Israel angegriffen, zumindestens nach meinen Wissen. Man muss auch berücksichtigen, dass Isreal selbst schon häufiger andere Staaten angegriffen hat. Streitpunkt in den Meden ist im Moment die Siedlungspolitik. Natürlich ist sie extrem aggressiv und es passiert viel Unrecht, jedoch auf beiden Seiten. Politisch wird dies sehr schwer zu lösen sein.

Ich wollte hier nur einmal betonen, dass Israel natürlich nicht alles richtig macht, aber als Sinnbild für das absolute Böse lässt es sich auch nicht verwenden. Auch hier gilt, dass man nicht schwarz und weiß denken sollte.

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Funzel88 24.08.2015, 12:13
@MrRayman

Ich gebe dir mit allem recht was du schreibst, anders habe ich es auch nicht gemeint.

Natürlich gibt es auch freie Journalisten, ein gutes Beispiel hierfür ist KenFM (youtube), der mit Crowdfunding arbeitet und daher unabhängig ist.

Selbstverständlich ist auch der Konsument für seinen Medienkonsum verantwortlich, ich wollte nur mal darstellen wie das mit den klassischen Medien abläuft. Ich kann jedem nur rate seinen Fernseher wegzuschmeißen und sich bspw. auf youtube jeden Tag 30min über ein Thema zu informieren, dass ihn gerade interessiert (das kann auch sowas wie Basketball sein).

Persönlich habe ich nicht unbedigt etwas gegen Isareal, auch wenn sie die Atombombe besitzen und schonmal kurz davor waren den 3. Weltkrieg auszulösen. Alles hat immer 2 Seiten und auch die arabischen Völker gehen sehr aggresiv vor.

Mir geht es allgemein nicht um Schuldzuweisungen, nichtmal bei den USA, sondern mehr um Aufklärung über das was die Medien nicht berichten.

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Hallo,

Zitat:

"Insgesamt hat die Bundesrepublik Deutschland auf dem Gebiet der Entschädigung für NS-Unrecht ca. 71 Milliarden Euro erbracht (Stand: Ende 2013). Innerhalb der Bundesregierung ist das Bundesministerium der Finanzen für das Thema Entschädigung von NS-Unrecht federführend zuständig. Eine detaillierte Darstellung des Themas findet sich unter:"

www.bundesfinanzministerium.de

Hier ist schon relativ viel zur Erklärung  nationalsozialistischer  Bewegungen  damals und heute gesagt worden. Auch, dass es sich hier um kein typisch deutsches Phänomen handelt. Verstehen im eigentlichen Sinn des Wortes können wir solche menschenfeindlichen Grundhaltungen nicht. Hilfreich im Sinne von "damit umgehen können",  finden wir gute Beispiele einer gelebten "Willkommenskultur", zu finden auf den Seiten des  Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. 

Man kann die eine Zeit, nicht mit der anderen Zeit vergleichen. Radikales Gedankengut ist nie Vorteilhaft. Hass und Radikales denken verbrennt Quasi jedes vernünftige Wort. Das war zu Nazizeiten so, das war zu RAF Zeiten so (in den 1970iger Jahren) und das war zu DDR Zeiten so. Und es gäbe noch X andere Beispiele. Ich war mit 15 in der Gedenkstätte in Buchenwald. Wenn man dort war und sich auch danach damit Beschäftigt hat, bzw. auf sich hat wirken lassen, dann vergisst man das nicht. Das Areal ist ja ziemlich groß und man legt einen Fußmarsch hin. Nur, man legt diesen Fußmarsch in Friedenszeiten hin. Jeder einigermaßen vernünftige Mensch kann nicht ernsthaft wollen, das aus einen Konflikt, am Ende ein Krieg wird. Zu Deiner obigen Frage. Ja, das Thema beschäftigt mich auch, doch jede zeit ist einem Wandel unterzogen. Negativ, wie positiv. Die Frage ist, wie man mit den Problemen umgeht. Hass führt zu Hass, dessen muss man sich klar sein. Und was rechtsextremes Gedankengut angeht, da stehen die Linken denen in fast nichts nach. Soviel dazu. Das einzige was diese Richtungen kennen, ist Gewalt und Zerstörung.

speech1bubble 23.08.2015, 15:17

Du hast vollkommen recht! Man kann Hass nicht mit Hass bekämpfen, denn je nach dem wie extrem man ist, ist man nicht besser als die anderen. Ich kann nur nicht verstehen, wie Leute heute noch hinter dieser nationalsozialistischen Idee stehen, weswegen ich meine Frage gestellt habe. 

Ich verstehe übrigens genau was du meinst mit deiner Erfahrung im KZ. Ich war da auch mit14/15. ich finde auch, dass eigentlich alle da mal gewesen sein sollten und sich damit beschäftigen sollten, damit es nicht nochmal eine Entwicklung in diese Richtung gibt!

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Als 1989 die Stimmung in der DDR auf der Kippe stand, sind viele von ihnen nach Prag in die Botschaft geflüchtet, etliche über Ungarn nach Österreich und dann nach Deutschland. Und sie bekamen hier Bananen, Schokolade und Begrüßungsgeld. Da stand niemand im Westen und hat protestiert, auch nicht als später der Soli eingeführt wurde. Haben die das alles schon vergessen? Gerade in der ehemaligen DDR sollte man mal wieder sein Gedächtnis aktivieren! Beschämend!

Unsinkable2 23.08.2015, 11:22

Gerade in der ehemaligen DDR sollte man mal wieder sein Gedächtnis aktivieren! 

Du bist ein bisschen geschichtsvergessen, hm?!

Erstens: Vor der Wende gab es in der DDR - trotz proportional sehr viel mehr "Ausländern" - praktisch keinen "Rechtsextremismus". 

Zweitens: Der aktuelle Rechtsextremismus ist der Tatsache geschuldet, dass die DDR-Volkspolizisten, als man sie auf "Westen" umschulte, gelehrt wurde, dass "Meinungsfreiheit" nun das höchste Gut sei. Polizisten, die damals gegen den wachsenden Rechtsextremismus vorgingen, wurden oft einfach aus dem Beamtendienst entfernt. Das prägt die, die bleiben durften, nachhaltig.

Drittens: Rechtsextreme Strukturen aus dem Westen nutzten die Gelegenheit, den "Wilden Osten" aufzuteilen. Bis heute - 25 Jahre später - sind die Strukturen stark von "westlichen Anführern" geprägt.

Viertens: Die Argumente der Rechten verfangen ... mit tatkräftiger Hilfe der "Volksparteien". Der Ossi konnte SEHEN, was die Rechten behaupteten: Arbeitsplätze verschwanden, Freizeitmöglichkeiten für die Jugendlichen verschwanden. Ganze Landstriche wurden kulturell vernichtet. Stattdessen zogen Armut und Hoffnungslosigkeit ein. Und, als ob das noch nicht genug gewesen wäre, ignoriert die "völkische Politik" diese Leute völlig. 

Fünftens: "Rostock-Lichtenhagen" ist genau so ein Ergebnis. Hier kam alles zusammen. Der sich aus dem Westen ausbreitende Rechtsextremismus und eine völlig verunsicherte Polizei, die schlussendlich komplett überfordert war und von der Politik im Stich gelassen wurde.

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Ich will die Ossis wahrlich nicht in Schutz nehmen, weil sie sehr viele Möglichkeiten haben, sich dagegen zu wehren. Aber hier verhalten sie sich einfach, wie ihre West-Kollegen... Wegschauen. Ignorieren. Weitermachen, als sei nichts geschehen. ... 

Oder wie war das gleich noch mit "CDU" wählen, obwohl man WEISS, dass es vor allem diese Partei war, die den Verfassungsschutz über Jahrzehnte hinweg - und nicht nur bei NSU - versagen ließ, weil sie ihn "nur auf Rot" ausrichtete?

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Und da haben wir noch nicht über den Verfassungsschutz der Länder (bis heute durch die Bank von Westdeutschen "geleitet") gesprochen...

Und wir haben auch noch nicht über "Mölln", "DVU, als Rechtsabspaltung der CSU" und andere Wunderlichkeiten gesprochen, die nur wenig mit dem Osten zu tun haben...

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AalFred2 24.08.2015, 14:08
@Unsinkable2

Vor der Wende gab es in der DDR - trotz proportional sehr viel mehr "Ausländern" - praktisch keinen "Rechtsextremismus".

Ja, das hatte das ZK so beschlossen. Ebenso wie freie Wahlen und ein allzeit glückliche werktätige Bevölkerung. Mit der Realität hatt das aber alles nichts zu tun.

Der aktuelle Rechtsextremismus ist der Tatsache geschuldet, dass die DDR-Volkspolizisten, als man sie auf "Westen" umschulte, gelehrt wurde, dass "Meinungsfreiheit" nun das höchste Gut sei. Polizisten, die damals gegen den wachsenden Rechtsextremismus vorgingen, wurden oft einfach aus dem Beamtendienst entfernt. Das prägt die, die bleiben durften, nachhaltig.

Jetzt wird es echt abenteuerlich. Hast du noch mehr Schauergeschichten?

Rechtsextreme Strukturen aus dem Westen nutzten die Gelegenheit, den "Wilden Osten" aufzuteilen. Bis heute - 25 Jahre später - sind die Strukturen stark von "westlichen Anführern" geprägt.

Und stiessen und stossen auf einen Haufen willfähriger und motivierter Anhänger aus dem grossen Heer der glückseligen sozialistischen Werktätigen.

Die Argumente der Rechten verfangen ... mit tatkräftiger Hilfe der "Volksparteien". Der Ossi konnte SEHEN, was die Rechten behaupteten: Arbeitsplätze verschwanden, Freizeitmöglichkeiten für die Jugendlichen verschwanden. Ganze Landstriche wurden kulturell vernichtet. Stattdessen zogen Armut und Hoffnungslosigkeit ein. Und, als ob das noch nicht genug gewesen wäre, ignoriert die "völkische Politik" diese Leute völlig.

Die konnten sehen, dass ihnen die "Fijis" die Arbeitsplätze wegnehmen? Das meinst du nicht ernst.

"Rostock-Lichtenhagen" ist genau so ein Ergebnis. Hier kam alles zusammen. Der sich aus dem Westen ausbreitende Rechtsextremismus und eine völlig verunsicherte Polizei, die schlussendlich komplett überfordert war und von der Politik im Stich gelassen wurde.

Und eine riesige Menge Ausländerfeinde aus dem ehemaligen Werktätigenkollektiv, die jubelnd vor brennenden Häusern standen.

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TheJerror 23.08.2015, 14:56

In der DDR war deine Meinung verboten denk an den 17.juni ein normaler Protest dennoch kam die rote Armee und hat ihn brutal nuederfeschlagen

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Modem1 23.08.2015, 18:06
@TheJerror

Es hilft uns kein Kaiser ,Gott noch Tribun-Wenn wir uns befreien wollen dass müssen wir schon selber tun!!!!

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Ein großes Problem sehe ich in der bürokratischen und weltfremden Verwaltung. Sie Supermärkte bersten unter den vollen Regalen während Flüchtlinge medizinisch und lebensmitteltechnisch unversorgt auf bürokratische Entscheidungen warten. Hier treffen Welten aufeinander.

Insgesamt ist die satte Gesellschaft in den letzten 20 Jahren deutlich nach Rechts gerückt. Ausländerfeindlichkeit gehört längst wieder zu den bürgerlichen Ansichten in der Mitte.

Dann gibt es natürlich noch die Neonazis, die jetzt auf zwei hintereinander gefolgten Nächten wieder mit lauten Sieg-Heil Rufen auf Flüchtlinge und Polizisten in Sachsen losgingen. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte 2015. Erst vor 2 Tagen gab es wieder einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft - in meiner Heimat direkt vor der Tür.

Aber man darf sich davon nicht runter ziehen lassen. Immer seine Meinung sagen und die richtigen Leute unterstützen.

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