Was ist an Meditation besonders?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Ich habe ein paar Jahre Meditationserfahrung und werde versuchen, dir die Frage zu beantworten.

Meditation ist keine bestimmte Technik, sondern ein Zustand entspannter Achtsamkeit, weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Diese Achtsamkeit, das bewusst im Augenblick sein, ist der entscheidende Unterschied zum "rumgammeln", "abhängen" und "relaxen".

Jemand der sich entspannt irgendwo hinsetzt und tagträumt mag sich dabei wohlfühlen, aber das ist keine Meditation, da es an Achtsamkeit mangelt.

Auch eine Entspannungsübung, bei der man sich einen blauen Himmel vorstellen soll ist vielleicht sehr angenehm - aber eben keine Meditation, weil der Geist mit Dingen beschäftigt wird.

Alles was wenig Anstrengung von uns verlangt, oder worin wir sehr geübt sind, wird leicht zu einem Automatismus, bei dem wir nicht mehr bewusst handeln, sondern die Arbeit wird mechanisch, ohne nachzudenken gemacht.

Wir geraten mehrmals täglich in Alltags-Trance, oft ohne es zu
merken. Wir sitzen zB im Zug, sehen die Landschaft vorbeiziehen, der Zug rattert....und fast hätten wir unseren Bahnhof verpasst - wir waren geistig weggetreten.

Dieses geistige Schlafen ist eines der Gegenteile von Meditation.

Bei der Meditation ist die Aufmerksamkeit auf ein "Meditationsobjekt" gerichtet, man beobachtet also zB den Atem, wie er kommt und geht, die Einatmung und die Ausatmung.

Man atmet nicht besonders tief, oder betont, sondern beobachtet einfach den Atemfluss aus Einatmen und Ausatmen.

Wann immer der Geist zu anderen Gedanken und Tagträumen wandern will, führt man ihn entspannter zum Meditationsobjekt zurück.

Dabei verdrängt man die Gedanken nicht - denn bereits "Verschwinde du Sex-Gedanke!" ist ja schon wieder ein Gedanke - sondern man kehrt mit der Aufmerksamkeit wieder zum Atem zurück.

Auch andere Tätigkeiten können somit meditativ geübt werden - als Übung für die Achtsamkeit bleibt man ganz auf das Putzen konzentriert.

Wir tendieren dazu, ein Lied zu pfeifen, das Radio anzumachen, oder ähnliches, um uns bei der "langweiligen Arbeit" des Putzens abzulenken.

Meditativ putzen bedeutet dagegen achtsam zu sein und tatsächlich mit dem Geist im Moment - und nicht schon beim erwarteten Besuch der Freundin, wegen der man sich zum Putzen überwunden hat. ;-)

Andererseits ist Meditation natürlich auch keine übertriebene geistige Fixierung auf etwas, keine verkrampfte Anspannung, sondern ein natürlicher Zustand, in dem man seinen Geist gewissermaßen beobachten kann.

Ich hoffe, diese Erklärung war hilfreich. :-)

Wenn du noch weitere Fragen hast, helfe ich gerne weiter.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von cloudbreak
02.11.2016, 22:42

wow! danke, DAS war vielleicht ausführlich! ♡ eine frage hätte ich noch: erlangt man durch das meditieren mehr energie und kreativität? wenn ja, warum?

0
Kommentar von Enzylexikon
02.11.2016, 23:28

Vielen Dank für den Stern. :-)

0

Durch die Meditationsübungen, die zur imaginativen Erkenntnis führen sollen, wird das gesamte seelische Innenleben des Menschen verwandelt. Ebenso werden verwandelt die Beziehungen der Menschenseele zur umliegenden Welt. Es handelt sich ja darum, daß Meditieren in dem Sinne, wie es in den letzten Vorträgen hier gemeint war, besteht in einem Konzentrieren aller Seelenkräfte auf einen bestimmten, leicht überschaulichen Vorstellungskomplex. Es ist wichtig, daß man dies ins Auge faßt: ein leicht überschaulicher Vorstellungskomplex, ein solcher, auf den das Geistig-Seelische des Menschen in der unmittelbaren Gegenwart alle Aufmerksamkeit verwenden kann, so daß während des Ruhens der Seele auf diesem Vorstellungskomplex nichts in sie einfließt von irgendwie unterbewußten oder unbewußten oder irgendwie aus der Erinnerung heraufspielenden Seeleneindrücken.
Man muß, wenn die imaginative Erkenntnis in der richtigen Weise herbeigeführt werden soll, beim Meditieren den ganzen Vorstellungskomplex, dem man sich mit allen Seelenkräften hingibt, so vor sich haben wie etwa ein mathematisches Problem, so daß in das Meditieren nichts hineinspielt von gefühlsbetonten Vorstellungen oder von willensdurchzogenen Vorstellungen. Wenn man sich einem mathematischen Problem hingibt, weiß man in jedem Augenblick, daß man mit der Seelentätigkeit in dem verharrt, was man unmittelbar vor dem Seelenauge hat. Man weiß, daß nichts Emotionelles, nichts Gefühlsmäßiges, keine Reminiszenzen aus dem verflossenen Leben in das hineinkommen dürfen, was man sich vorstellt und was zur Urteilsfällung in dem betreffenden Problem führt. In einer solchen Seelenverfassung muß man auch sein bei dem richtigen Meditieren.
(GA215, Seite 45 von R. Steiner)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo, vielleicht probierst du einmal eine Meditation aus. Am besten ist es dabei, dass du zu Hause an einem Platz sitzt, an dem du dich am wohlsten fühlst.

Weil ich die Adresse nicht kopieren kann, kann ich dir aber angeben, was du im Google eingeben kannst:

"Sahaja-Yoga Lektion 1" Und auf dieser Seite ist an dritter Stelle "Geführte Meditation" aufgelistet.

Ich würde mich für dich freuen, wenn du in einen angenehmen und gedankenfreien Zustand kommst.

Alles Gute!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das Ziel von Meditation ist ,sich zu Erden, du sollst dir deiner selbst bewusst sein und erkennen wer du bist.

Meditation ist das Reinigen des Geistes und Herzens von Egoismus; durch diese Reinigung entsteht das richtige Denken, dass den Menschen vom Leid befreien kann.

Krishnamurti , ind. Philosoph

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Meditation ist keine Handlung, es ist ein besonderer Zustand. Ein Zustand jenseits von Gedanken, ein Zustand, der Selbstwahrnehmung, Selbstannahme und damit auch Selbsterkenntnis möglich macht

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn du schon meditiert hast dann wirst du das doch bemerkt haben. Im Bus oder Auto sitzen ist doch keine Meditation, da kann man nicht entspannen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von cloudbreak
01.11.2016, 18:56

doch wenn man chillt

1

Was möchtest Du wissen?