Was ist an Fussball eigenlich so besonders?

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Ich spiele selber im Verein und bin auch Fan und alles begann als mich mein Vater mit 4 oder 5 Jahren ins Stadion mitgenommen hat und das war damals einfach ein faszinierendes und bleibendes Erlebnis. Als Kind läuft man ja schon gerne mal einem Ball hinterher und wenn du da dann auch schon in einem Verein mit deinen Freunden spielst förderst es meistens nochmal den Spaß und auch dein Können.

Ich verfolge aber auch seit den letzten Play Offs die NFL (American Football) und obwohl diese beiden Sportarten von der Art her eigentlich total verschieden sind, gefällt mir auch diese Sportart.

Es geht zuerst nicht um Fußball, sondern darum, daß es eine "Massensportart" ist, bei der es (neben dem menschlichen Bewegungsdrang, auch eigentlich ein [abtrainierbares] Grundbedürfnis) auch um soziale und gruppendynamische Erfahrungen geht. Entscheidend ist das "Miteinander", nicht so sehr, daß es Fußall ist, dies bildet sich sekundär über soziale Übung aus. Wenn es an Fußball als spezifische Sportart läge, müßte z.B. auch in ostasiatischen Ländern Fußball Volkssport sein.

Damit aber geht es um Tradierung, nicht so sehr um den Sport selber, aber Sport ist in der europäischen Kultur insbesondere bei Männern tradiert und Teil der Erziehung (positive Kind-Eltern-Erfahrungen in Verbindung mit Sport in der frühkindlichen Entwicklung wirkt deutlich prägend), da Frauensport eher nicht "schicklich" war. Dies hat sich erst deutlich ab den 70ern verändert. Damit aber wird Fußball zum Mittel zum Zweck, um eine Gruppendynamik und Gruppenintegration zu entwickeln, aber Gruppendynamik besitzt auch Suchtpotential, denn das Gefühl "dazuzugehören" ist für Menschen als soziale Wesen fast essentiell und Mannschaftssport bietet die besten Möglichkeiten der Identifikation (ein "Wir"-Gefühl ist bei Individualsportarten nur schwer zu etablieren).

Das Fantum zeigt auch deutlich Tendenzen zur Ausgrenzung (die Anderen, i.e. die gegnerische Mannschaft, als Feindbild), auch ein menschliches Grundbedürfnis, sich selber, zumindest in der Gruppe, abzuheben. Intoleranz ist ein menschlicher Zug, der bei Mannschaftssportarten legitim gelebt werden darf. Ergänzt man es jetzt noch um Adrenalinausstoß (in der modernen Gesellschaft und damit relativ abnehmender Adrenalinausschüttung auch mit Suchtpotential einhergehend), der auch bei Fans merklich erfolgt, dann wird die Sache rund.

Dabei haben es Sportarten besonders einfach, die ein nicht zu komplexes Regelwerk besitzen. So könnte man alternativ Cricket und Fußball in GB betrachten. Cricket ist eher ein "Oberschichtensport", der aufgrund des Regelwerks kein Potential zum Volkssport hat.

Mannschaftssportarten sind die einfachste Form, eine (scheinbare) Gruppenintegration zu erzeugen und Adrenalinausstöße zu provozieren und damit menschliche Grundbedürfnisse zu bedienen, gleichzeitig aber auch das eigene Selbstwertgefühl (für den Moment) zu steigern (was umgekehrt auch das Verhalten von Fans nach verlorenem Spiel erklärt), Fußball ist nur eine spezifische Ausprägung, die sich aus der gesellschaftlichen Tradition ergibt.

Hallo - ich bin männlich und mag Fußball (spiele es aber nur freizeitmäßig und nicht im Verein).

Warum mag ich Fußball? Naja - Fußball ist erstmal eine Ballsportart (das ist schon ein Grund, warum diese Sportart so beliebt ist). Mit einem Ball kann man richtig spielen, das sind nicht nur "stumpfe", eingeübte Bewegungsabläufe, wie z. B. beim Turnen, in der Leichtathletik oder so. Ich glaube schon, dass die Beliebtheit des Fußballs viel damit zu tun hat, dass man da seinen "Spieltrieb" ausleben kann.

Außerdem ist Fußball von den Regeln her echt einfach (keine Schrittregeln wie beim Handball oder Basketball) und man braucht nicht viel dazu. Nur einen Ball und 2 Tore, die man sich zur Not aber auch selber bauen kann.

Zu guter Letzt ist es natürlich immer ein tolles Gefühl, als Mannschaft/Gemeinschaft etwas erreicht zu haben - und dieses Gefühl kann man eben in einer Mannschaftssportart wie Fußball gut erreichen.

So - und warum mögen jetzt gerade JUNGS so Fußball?

Das liegt wahrscheinlich zum Einen daran, dass im Fußball körperliche Fähigkeiten wichtig sind, die eher Jungs haben (Schnelligkeit, Ausdauer, Schusskraft). So wie z. B. bei der Rhythmischen Sportgymnastik "weibliche" Fähigeiten gefordert sind (z. B. körperliche Flexibilität). Zum Anderen wird es auch so sein, dass sich aus irgendeinem Grund viele Jungs mit den hochgestylten Profifußballern identifizieren können, die nicht ganz so "helle im Kopf" sind.

Aber es gibt auch echt viele Jungs, denen Fußball komplett egal sind.

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