Was ist am Kapitalismus so schlecht?

8 Antworten

Wenn doch der Kapitalismus dafür sorgt, dass absolute Armut bald Geschichte sein wird?

Vorsicht! Kapitalismus an sich tendiert dahin, Gewinne zu maximieren auf Kosten derer, die diese Gewinne erarbeiten: der Arbeitnehmer. Die Gewinne fließen überwiegend in die Tasche der Arbeitgeber, die Arbeitnehmer sollen nur das Lebensnotwendigste erhalten. Man kann das u. a. daran erkennen, dass die Zahl der Wohlhabenden ebenso steigt wie die Zahl der armen oder von Armut bedrohten Menschen. Die Familie Aldi z. B. hat ein riesiges Vermögen angesammelt und zahlt ihren Arbeitnehmern für ihre Arbeit zwar Tariflöhne, aber lässt sie sonst an den horrenden Gewinnen kaum teilhaben. Bei von Managern geleiteten Firmen fließen Gehälter und Bonuszahlungen in mehrfacher Millionenhöhe an jeden einzelnen Manager, der bei schlechter Arbeit vielleicht seinen Posten verliert, aber für seine Unfähigkeit dennoch eine Abfindung in Millionenhöhe erhält. VW war kürzlich wegen unberechtigter Boni wieder einmal in den Medien.

Kapitalismus an sich ist nicht gut oder schlecht, sondern schlecht sind die Menschen, die in bestimmender Funktion ungehindert kapitalistisch wirtschaften und sich in egoistischer Manier selbst bedienen. Viele Firmen drücken sich mit allerlei Tricks, die notwendigen Steuern an den Staat zu entrichten. Daher tendiert die rein kapitalistische Wirtschaft heute wieder wie im 19. Jahrhundert dahin, die Zahl armer Menschen, die von ihren Arbeitslöhnen allenfalls den Lebensunterhalt bestreiten können oder, wenn sie arbeitslos sind, mit dem untersten Existenzminimum Vorlieb nehmen müssen, zu vermehren. Insofern kann Kapitalismus auch die Armut wieder vermehren, obwohl es nicht sein müsste.

Trotzdem scheint Kapitalismuskritik immer populärer zu werden. Woran liegt, dass?

Und diese Kritik ist i.d.R. sehr berechtigt! In der Bundesrepublik Deutschland hatte man einst das Konzept der "sozialen Marktwirtschaft" der Wirtschaftspolitik zugrunde gelegt, die einige Jahrzehnte gut funktionierte, für alle Gesellschaftsschichten akzeptablen Wohlstand und Armut beinahe zum Verschwinden gebracht hatte. Zunehmender Egoismus und Gier einer kleinen Gruppe von Menschen, die auch aus der Politik starke Unterstützung erhält, trägt seit einer ganzen Reihe von Jahren die Verantwortung dafür, dass der "soziale" Anteil der deutschen Marktwirtschaft nicht zuletzt unter dem Vorwand der "Globalisierung", die es schon seit Jahrhunderten in allerdings zunehmender Intensität gibt, umfänglich abgeschafft worden ist. Auch die Gewerkschaften, die eigentlich die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern vertreten müssten, agieren heute eher als zusätzliche Arbeitgeber statt als Anwälte der Arbeitnehmer, stimmen in Aufsichtsräten den unmäßigen Managergehältern zu und in Tarifverhandlungen bescheidensten Lohnerhöhungen, die die Kaufkraftverluste der Arbeitnehmer durch Preisanstiege und fehlende Sparzinsen nicht mehr auffangen. Auch diese Fehlentwicklung ist von Menschen gemacht, die egoistisch, rückgratlos, pflichtvergessen, gewissenlos und dumm handeln.

Jedenfalls hat der Sozialismus es ja nicht geschaft Armut zu veringern, im Gegenteil, die meisten sozialistischen Ländern wurden ärmer.

Ja, das ist richtig, und war, wie die Fehlentwicklungen im Kapitalismus, ein Problem von Dummheit, Egoismus, Gier und Gewissenlosigkeit von Menschen.

Was ist also am Kapitalismus so schlecht?

Kapitalismus kann nur funktionieren, wenn

  1. es gesetzliche Rahmenbedingungen gibt, die auch den Arbeitnehmern eine angemessene Teilhabe an erarbeiteten Gewinnen ermöglichen - diese Rahmenbedingungen sind z. T. vorhanden, z. T. ungeeignet oder veraltet;
  2. die politisch Verantwortlichen bzw. der Staat und andere am Wirtschaftsprozess Beteiligte diese gesetzlichen Rahmenbedingungen auch konsequent um- bzw. durchsetzen und rechtliche Lücken, die die Arbeitnehmer zu sehr benachteiligen oder Arbeitgeber umfangreich bevorteilen, geschlossen werden.

MfG

Arnold

Armut ist bald Geschichte? Aus welcher Parallelwelt kommst du bitte? Ich merke eher das Gegenteil und das mitten in Deutschland bzw. Österreich (Stichwort: Altersarmut).

Kapitalismus bedeutet auch teils Stillstand und keinen Fortschritt in manchen Bereichen. Gegen Krebs und Aids gibt es auch nach Jahrzehnten noch keine Heilung. Chemo blieb Chemo und das schon seit Jahrzehnten. Warum? Weil ein Heilmittel gegen Krebs keinen Gewinn bringt.

Genauso bei den Antrieben. Heute noch fahren wir mit Benzin und Diesel. Die Elektromobilität kam viel zu spät aber auch nur weil die Leute kein Geld mehr für einen 100 Liter Tank haben und immer mehr Menschen krank werden deswegen muss der Staat eingreifen wie jetzt die Dieselverbote.

In der Flugzeugindustrie tat sich auch nicht viel. Die Flugzeuge fliegen immer noch mit Kerosin und der Verbrauch ist vielleicht wenns hochkommt in den letzten Jahrzehnten um 20 % gesunken. Naja Stillstand lohnt sich halt in manchen Bereichen. Es geschieht nur Fortschritt dort wo es sich finanziell lohnt wie beispielsweise in der Elektronikindustrie (Handys...).

Ich sagte extreme Armut ,relative Armut wird es immer geben.

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Überleg mal was daran schlecht sein könnte wenn 10% der Menschen ca 70% allen Geldes der Welt besitzen und 90% der Menschen besitzen insgesamt ca 30% allen Geldes auf der Welt und 40% der Menschen haben praktisch gar nichts wären 1% der Menschen ca 40% allen Geldes besitzen.

Auch muss man sich fragen ob es Gut ist wenn der Kapitalismus die Umwelt zerstört weil es mehr Gewinn macht Dinge zu produzieren die schnell kaputt gehen, als Dinge zu bauen die möglichst lange halten. Oder das man aus Gewinnmaximierung gut 60% der produzierten Lebensmittel wegwirft weil man mit ihnen nicht so viel Geld verdient wie mit schönen Lebensmitteln, oder wenn Schlachtabfälle an arme Länder verkauft werden wo sie die dortige Lebensmittelproduktion vernichten und das Land wirtschaftlich noch mehr schwächen und verarmen lassen.

Oder der neuste Kritikpunkt der dem Kapitalismus zuzuschreiben ist:

Da Krankenhäuser und Pflegeheime seit einigen Jahren von profitorientierten Unternehmen betrieben werden können (Man meinte die könnten das besser als der Staat), werden um die Einnahmen zu steigern immer mehr unnötige Behandlungen durchgeführt wären gleichzeitig am Personal gespart wird und es zu einer zwei Klassenmedizin gekommen ist wo gesetzlich Versicherte nur das mindeste an Medizin und Therapie bekommen,. wären Privatversicherte die beste Medizin und Therapie bekommen.

Auch schön ist die kürzlich beschlossene Autobahnprivatisierung wo Investoren Maut für bestimmte Autobahnabschnitte kassieren können und die Kosten für die Instandhaltung trägt der Steuerzahler, was in der Hinsicht das kleinere von zwei Übeln ist, bei der Übertragung der Instandhaltungskosten auf den Investor ist zu erwarten dass die Autobahnen komplett verfallen da sich Investoren stets vor Ausgaben drücken solange man sie aufschieben kann (Warum was reparieren das noch nicht ganz kaputt ist?).

Letztens habe ich ein Video gesehen das auch die Handschrift des Kapitalismus trägt und das einem zu denken geben sollte, immerhin beginnt ja die Grillsession:

https://www.youtube.com/watch?v=DiX5DWgSzUs

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