Was ist , Rescue Tropfen?

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4 Antworten

Hallo SkyBullHD1, 

Rescue Tropfen sind eine Mischung aus dem esoterischen Verfahren der Bachblüten. Obwohl sie für alle möglichen angeblichen Wirkungen beworben werden, haben die nie einen sauberen Nachweis einer Wirksamkeit vorgelegt... und das ist auch nicht zu erwarten, weil eben das Verfahren un sich unplausibel ist:

1) Was sind "Bachblüten"?

Der Name "Bachblüten" hat mit einem Bach oder Natur nichts zu tun, sondern stammt von ihrem Erfinder, einem Dr. Eduard Bach. 

Ganz wichtig: Die Bachblüten-Therapie zählt nicht Pflanzenheilkunde. Bach verwendete keineswegs Pflanzen mit bekannter Heilwirkung (Heilpflanzen); die Pflanzen wurden von ihm allein aufgrund seiner persönlichen, esoterisch geprägten Naturdeutung gewählt, nicht selten nach ihrem Namen. So soll die "Zitter"pappel bei der Angst vor dem Unbekannten helfen.

Hergestellt werden die Bachblüten, indem man sie nach rituellen Vorschriften sammelt, in Wasser einlegt und ein paar Stunden der Sonne aussetzt. Manchmal werden auch auch Äste und Blätter gekocht. Der so hergestellte Sud soll eine nicht näher quantifizierbare “Blütenenergie“ (? ;-D) enthalten. Worin diese "Energie" bestehen soll, darüber schweigt sich das Verfahren bis heute, etwa 80 Jahre nach seiner Entstehung, aus. Oft liest man von "Schwingungen", wobei in guter esoterischer Tradition die Frage, was da denn eigentlich schwingen soll, ausgeklammert wird.

Das Ganze wird zuletzt noch deutlich verdünnt, meist im Verhältnis 1:240. Der von den Produzenten verwendete Name "Blütenessenzen" ist also schon mal irreführend - unter einer Essenz versteht man im Allgemeinen ein Konzentrat - nicht etwas, das bis zur pharmakologischen Unwirksamkeit herunterverdünnt ist.

2) Und speziell die Rescuetropfen?

Neben den Einzelmitteln, die Bach für jeweils eigene psychische Probleme einsetzte, gibt es diese Mischung aus mehreren "Essenzen". Die Rescuetropfen werden von den Herstellern meist empfohlen, wenn es um Ängste geht, oft vor Prüfungen oder bei anderen unangenehmen Situationen wie bei Flugangst. 

Und ja, natürlich hat man sauber probiert, OB Bachblüten da eine Wirksamkeit besitzen...obwohl nach der esoterischen Basis keine zu erwarten ist. Hier ist eine solche Untersuchung beschrieben: 

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/08/12/studie-untersucht-bachblueten-wirkung-bei-pruefungsangst-und-adhs.html

Ich zitiere: 

"Für das Review wurden drei Studien beigezogen, welche sich mit der Wirksamkeit von Bachblüten gegen Prüfungsangst befassten, und eine Studie, welche die Wirkung gegen ADHS untersuchte. (...) 

Alle vier Studien kamen zum Schluss, dass Bachblüten nicht besser gegen Prüfungsangst oder ADHS wirken als Placebo. Bei allen therapierten SchülerInnen und StudentInnen zeigte sich zwar eine Verbesserung der Symptome, aber diese Verbesserung stellte sich sowohl bei der Einnahme von Bachblüten als auch von Placebo ein."

In diesem Ergebnis sieht man etwas ganz Wichtiges, das es oft falsch verstanden wird: In den Studien verbesserte sich dir Prüfungsangst der Schüler sowohl unter Bachblüten als auch unter Scheinbehandlung gleich stark. 

Wenn Du deshalb fragst "bringen Bachblüten was?" werden Dir immer(!) ein paar Leute antworten "mir hat das geholfen". 

Landläufig meinen Viele, dass positive Effekte NACH der Einnahme eines Mittels bedeuten, das Mittel habe "etwas bewirkt", wäre also deshalb sicher kein Scheinmedikament. 

Diese Schlussfolgerung ist aber ein Irrtum. Auch unter Scheinmedikamenten erleben Menschen genau dieselben Besserungen ihrer Ängste wie mit den Bachblüten.

Man kann auch nach der Einnahme eines Placebos  einfach von selber oder aufgrund ganz anderer Begleitumstände gesund werden, besserer Laune oder weniger gestresst sein. Der Placeboeffekt  selbst (das beruhigende Gefühl, nicht tatenlos zu sein, sondern aktiv  eine Besserung herbeizuführen) ist nur eine von vielen möglichen  Ursachen.

Das erkennt man aber nur im Vergleich der Erfahrungen wie oben. Einfach nur schauen "was passierte nach der Einnahme" führt uns bei der Bewertung eines Verfahrens in die Irre. Wir deuten allzu leicht einfach alles, was nach der Einnahme passierte als Folge der Einnahme.

Bei den Bachblüten und speziell den Rescue-Tropfen gilt im Ergebnis: Eine gezielte Wirksamkeit auf irgendwas haben die nicht, es ist eine reine Scheinbehandlung.

3) Für was braucht man das?

Wirklich "brauchen" im Sinne einer notwendigen Behandlung tut das niemand. Niemand MUSS oder SOLLTE Placebos einsetzen. 

Placebos können(!) Sinn ergeben, wo keine echte Behandlung notwendig ist oder nicht existiert, aber eine Behandlung gewünscht wird. Und sicher ist es besser, in harmlosen Situationen (wie bei Prüfungsängsten) eher ein Placebo zu nehmen als ein Medikament. Noch besser ist allerdings, sich eine vernünftige Angstbewältigungsstrategie anzutrainieren. 

Das geht am besten, indem man nur wegen Prüfungen gar nichts einnimmt und auf den eigenen Körper vertraut. Denn auch der Griff zum Placebo aufgrund einer Prüfungssituation oder wegen Stress  allein ist nicht unproblematisch. Mit dem Placebo "inszeniert" man eine Medikamenteneinnahme - gleich einem Ritual, von dem wir aus soziokultureller Erfahrung wissen, dass es Linderung verschafft. Auch das man psychisch abhängig. Wir bringen unserem Körper bei: Wenn Du Stress hast, dann musst Du was einnehmen. Und das ist ein gefährlicher Weg.

Besser ist, dem Körper zu lehren, dass er Prüfungen auch ohne derartige Hilfsmittel überstehen kann.

Wenn aber Placebo, dann doch besser eines mit weniger esoterischem
Überbau und weniger moralisch fragwürdigen Werbeversprechen*. Ich
persönlich empfehle ein Teddybärli zum dran festhalten oder eine Dose Pfeffermiz auf die man in großen freundlich grünen Buchstaben "Don't panic!" geschrieben hat... ;-)

Grüße

* P.S.: moralisch fragwürdige Werbeversprechen: 

Bachblüten werden Eltern gegenüber beworben als "sanfte Stimmungsveränderer" ihrer Kinder. Kinder, die leicht gereizt reagieren
oder trotzig sollen laut der Versprechungen der Bachblüten zugänglicher
und pflegeleichter werden. WENN Bachblüten tatsächlich das halten würden, was sie da  versprechen, dann wären sie mit Sicherheit verschreibungspflichtig.  Persönlichkeitsverändernde Medikamente wären mit Sicherheit nicht frei verkäuflich - ob auf pflanzlicher Basis oder nicht.

Außerdem: Bachblüten haben hier eine moralisch sehr problematische
Implikation: Was muss das Kind denken, wenn ihm seine Mutter nach jedem "Versagen" demonstrativ ein Medikament einflöst, damit sich endlich,
endlich seine kleine Persönlichkeit in die Richtung verändert, die die Mutter wünscht? Denn das ist genau das, was das Kind aus seiner Perspektive erlebt. Für das Kind ist es eine Behandlung - dass die Datenlage eindeutig ist, dass es sich nur um Placebos handelt: das weiß das Kind nicht.

Zum Weiterlesen: 

https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/kurz-erklaert/134-was-sind-eigentlich-bachblueten

http://news.doccheck.com/de/1889/bachbluten-falsche-fuffziger/

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Ich habe mir diese Tropfen damals kurz vor der Geburt meines ersten Kindes gekauft, weil ich Angst vor der Geburt hatte. Ich hätte genauso gut Wasser einnehmen können. Rescue bedeutet ja  glaube "Rette mich". Dieses Mittel hat mich sicher nicht gerettet. Die Wirkung war gleich Null! Es kann ja sein, dass es so paar Blütchen gibt, die gegen irgendwas helfen, aber diese ganzen Bachblüten sind sicherlich viel Geldmacherei. Spare dir das Geld lieber!

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hättest Du leicht selbst finden können

http://www.gesundheitsinstitut-deutschland.de/bach-rescue-tropfen/

Bisher konnte eine Wirkung der Bachblüten-Therapie in keiner Studie ausreichend nachgewiesen werden. Die Blüten-Essenzen unterscheiden sich in keiner Weise von Placebos. Der Gehalt an Wirkstoffen in den Auszügen ist zu gering, um eine biochemische Reaktion im Organismus auszulösen.

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