Was hilft wirklich gegen Depressionen? Endlich Änderung?

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11 Antworten

Hallo sbm94,

einer der wichtigsten Schritte im Kampf gegen Depressionen ist, dass Du mit jemandem darüber sprichst. Ich meine, Gespräche auch außerhalb einer Therapie. Warum ist das so wichtig? Nun, niemand kann wissen, wie es in Deinem Herzen aussieht, wenn Du nicht aus Dir herausgehst und Dich jemandem mitteilst. Außerdem ist es ein Heilungsprozess, Gefühle in Worte zu kleiden, denn allein über Deine schmerzlichen Erfahrungen zu reden, kann Deinem Herzen Erleichterung bringen. Wenn Du jedoch Deine Gefühle in Dich einschließt und unterdrückst, dann leistest Du Deinen Depressionen nur Vorschub. Doch ist hier auch ein Wort zu Vorsicht angebracht: Überlege Dir ganz genau, wem gegenüber Du Dich öffnen willst. Es sollte sich auf jeden Fall um eine vertrauenswürdige, mitfühlende und verständnisvolle Person handeln, die selbst stark genug ist, Dir wirklich beizustehen.

Ein weiterer Schritt ist, dass Du Deinen eigenen Wert erkennst. Mangelndes Selbstwertgefühl spielt bei Depressionen eine entscheidende Rolle. Oft ist dieses aufgrund von körperlicher oder psychischer Misshandlung in der Kindheit entstanden. Auch wenn frühere negative Erlebnisse bei Dir emotionelle Narben hinterlassen haben, solltest Du daran denken, dass dies nichts an Deinem Wert als Mensch ändert. Daher solltest Du Dich um eine ausgeglichene Ansicht über Deinen wahren Wert als Person bemühen.

Es kann allerdings etwas geben, dass Dir immer wieder Dein Selbstwertgefühl raubt, wenn Du Dich nämlich wegen jedes kleinen Fehlers selbst zerfleischt. Wenn es auch Dir so ergeht, dann denke daran, dass eine solche unvernünftige Fehlersuche Deine Selbstachtung in einem erheblichen Ausmaß untergräbt. Vergiss nicht: Wir alle haben unsere Fehler und Schwächen. Doch wir haben auch Stärken. Statt sich auf eine penible Fehlersuche zu begeben, sollte man lieber an das denken, was man besonders gut kann. Vielleicht setzt Du Dich einfach mal hin und schreibst all die Stärken und positiven Eigenschaften auf, die Du an Dir entdeckst.

Es gibt noch etwas, das zu einem mangelnden Selbstwertgefühl beitragen kann. Es könnte die übertriebene Sorge sein, von anderen anerkannt zu werden und die Angst vor Ablehnung. Es mag sein, dass in der Vergangenheit Menschen zu Dir unfreundlich und gefühllos waren. Denke jedoch daran, dass Dein wahrer Wert nicht daran gemessen wird, ob Dich andere mögen oder nicht. Jeder Mensch ist auf die eine oder andere Weise wertvoll.

Ich möchte Dich auch noch auf die Hilfe aufmerksam machen, die uns die Bibel gibt. Obwohl sie kein medizinisches Fachbuch ist, gibt sie denen, die depressiv sind, Rat und spricht ihnen Mut zu. Zum Beispiel spricht sie davon dass Gott ist denen, die ihm dienen und niedergeschlagen sind so naheist, als sei er direkt bei "den Zerschlagenen und Bedrückten, um den Geist der Bedrückten wiederaufleben zu lassen und das Herz der Zerschlagenen neu zu beleben" (Jesaja, Kapitel 57:15, Einheitsübersetzung). Ist es nicht sehr tröstend, zu wissen, dass Gott schwermütigen Personen so nahe ist?

Vielen hilft es auch, dass sie sich zu jeder Tages- und Nachtzeit an Gott im Gebet wenden können. Das Gebet ist nicht nur eine psychologische Krücke denn aufrichtige Gebete gehen nicht einfach ins Leere. Wenn Du Dich an Gott wendest, kann er Dir helfen, besser mit entmutigenden Gefühlen und Situationen, die Dich aus dem Gleichgewicht bringen umzugehen. Die Bibel fordert uns sogar auf, Gott unser Herz auszuschütten. Das ist besonders dann sehr wertvoll, wenn man das Gefühl hat, von niemandem sonst richtig verstanden zu werden. Auch wenn Gott das, was Dich belastet, nicht mit einem Mal beseitigt, kann er Dir jedoch die nötige Kraft geben, mit allem fertig zu werden - auch mit Depressionen!

Ich wünsche Dir viel Erfolg im Kampf gegen Deine Depressionen und hoffe sehr, dass Du sie eines Tages besiegt haben wirst! Alles Gute!

LG Philipp

Hallo sbm94,

Sport ist ein gutes Mittel gegen Depressionen.

Hilfreich ist einmal Ausdauersportarten wie Walking, Jogging, Schwimmen oder Rad fahren und dazu Yoga, Qi Gong oder Pilates. Der zusätzliche Vorteil ist, daß Du das auch mit anderen Menschen machen kannst.

Die Gesprächstherapie solltest Du parallel dazu weiterführen.

Alles Gute für Dich,

Giwalato 

Ich habe selbst auch eine sogar noch längere Leidenszeit hinter mir mit wiederkehrenden tlw. schweren Depressionen / psychosomatischen und auch (weniger) psychotischen Symptomen.

Du berichtest hier jetzt von keinen evtl. psychosomatischen Symptomen, welche ja meistens begleitend sind (wie z.B. Schlafstörungen, Unruhe, Zittern, Rückenschmerzen, Grübeln, Magenprobleme, Tinnitus, etc.etc.). 

Vermutlich kennst Du diese Symptome auch schon zur Genüge, oder ?.

Hast Du im Laufe der Zeit wirklich alles von Deiner SEELE gelassen, was dich innerlich - evtl. schon seit Deiner frühen Kindheit - so stark belastet ?

Manchmal steckt da noch was "fest" und man ist sich dessen evtl. noch gar nicht so bewusst geworden und "es" möchte aber gerne trotzdem "raus" !

Bei mir waren die depressiven und psychosomatischen Symptome so stark chronifiziert und/oder wiederkehrend, dass ich mittlerweile sogar leider frühberentet bin.

Ich habe allerdings schon insgesamt 6 stationäre Klinikaufenthalte und mindestens genauso viele Einzeltherapien deshalb durchgemacht.

Warst du schon in einer stationären Fachklinik ? 

Falls nicht, dann wäre dieses anhand Deiner Vorgeschichte wohl dringend mal angezeigt. Dein Psychiater dürfte das sicherlich problemlos befürworten und Dich evtl. auch selbst schnellstens hierfür einweisen können.

Medikamente lindern Symptome, aber heilen nicht grundlegend. Das hast Du ja wie Du hier schreibst auch schon gut erfahrungsgemäß erkannt.

Evtl. wäre aber eine relativ niedrige Dosis (fast ohne schädigende Nebenwirkungen) trotzdem bis auf weiteres sinnvoll.  Besonders bei evtl. vorhandenen Schlafstörungen (wie es bei mir chronisch leider der Fall ist).

Das kann ich natürlich nicht selbst bei Dir einschätzen, warum Du diese sogar ganz absetzen musstest.

Trotzdem nur mal zur Info für Dich:

Ich nehme morgens Sertralin 100 mg (gegen Antriebsprobleme), abends Quetiapin retard 100 mg und zur Nacht noch die schneller wirkenden Quetiapin (ohne retard) 100 mg.

Dabei sind meine Blutwerte usw. eigentlich in Ordnung.

Alles Gute Dir !



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