Was hilft einem bei akuten Depressionen mit Selbstmordgedanken?

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6 Antworten

Ein nüchterner Blick auf die aktuelle Lage tut oft gut - sie gibt einen Überblick.

Wenn jemand noch am Leben ist und das scheinst du zu sein, dann gibt es immer Dinge, die von einem Suizid abhalten. Manchmal sind es ganz banale Sachen, die man noch sehen, hören und erleben möchte.

Eine Pro-Liste zu erstellen soll das Ziel dieser Überlegung sein. Jede, wirklich jede Kleinigkeit und auch alles größere notieren, was dich am Leben hält, worauf du dich freust oder was du hoffst. Selbst Dinge wie ein Musikalbum, welches bald noch kommt oder auch der Wunsch Game of Thrones noch bis zum Schluss sehen zu können kommt auf diese Liste. Natürlich auch Faktoren wie Freunde, ein Haustier oder was auch immer dir noch alles in den Sinn kommt - bei Hoffnungen und Wünschen auch unabhängig davon, wie realistisch sie dir aktuell erscheinen.

Sinn und Zweck soll sein, dass du dir all die Aspekte vor Augen halten kannst, die das Leben für dich bereit hält. 

Manchmal dauert es so eine Liste zu füllen. Einem fällt nicht so recht etwas ein aber es gibt nie nur schwarz - irgendetwas gibt es immer, man muss es sich allerdings bewusst machen das es da ist und es auch anerkennen. 

Weiterhin wäre es schön, wenn du dich an eine Vertrauensperson wenden könntest. Jemanden, dem du deine Gedanken und Gefühle schildern kannst, damit ihr zusammen einen "Schlachtplan" entwickeln könnt für die kommende Zeit. Sollte es so jemanden aktuell nicht geben oder auch wenn es dir unangenehm ist, mit jemand vertrautes zu sprechen, dann kannst du dich auch hier melden:

http://www.telefonseelsorge.de/

Das mag immer etwas abgedroschen klingen, wenn man diese Empfehlung bekommt aber es lohnt sich und schlussendlich gibt es dabei nichts zu verlieren - im Gegenteil. Dort kannst du mit jemanden anonym sprechen und sobald du aufgelegt hast, ist das Thema beendet und niemand anderes weiß davon. Vielen hilft die Anonymität, vielleicht ist das auch ein passender Ansatz für dich.

Mit deiner Situation, deinen Gefühlen, stehst du nicht allein da. Es findet sich eigentlich immer noch die ein oder andere Option, die es sich lohnt zu probieren - vielleicht findest du ein Hauch von Motivation auf der oben beschriebenen Liste.

Kurzum - Lösungsansätze lassen sich finden und auch Gründe, die aktuell für das Leben sprechen, lassen sich finden. Optionen ausmachen und versuchen sie in Anspruch zu nehmen, unabhängig davon wie erfolgsversprechend sie auf den ersten Blick erscheinen.

Du bist nicht allein. Ich wünsche dir alles Liebe und Gute für die Zukunft. 

Liebe Grüße.

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Hallo jovetodimama,

wenn es um jemand anderen geht, dann solltest du dir dringend überlegen, diesen Menschen in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen. Es kann sich um einen echten Notfall handeln und das sollten die Profis in ihre Hände nehmen.

Wenn es um dich selbst handelt, gilt aus meiner Sicht genau das gleiche. Wenn du akut gefährdet bist, dich selbst zu töten, dann ruf die Polizei an und lass dich abholen. Oder weise dich direkt selbst in eine psychiatrische Klinik ein.

Wenn du das einfach nicht möchtest, ist hier anonyme Online-Beratung möglich: http://www.u25-deutschland.de/ Hier beraten junge Menschen andere junge Menschen (u 25).

Ansonsten, für deinen konkreten Umgang mit dir selbst. "Einfach" nur diese Minute aushalten! Nur diesen Atemzug! Nur diesen! Die Emotionen bleiben nicht dauernd gleich; sie gehen auf und ab. Nur diesen Moment! Das ist aber wirklich fürchterlich anstrengend und kräfteraubend.

Und dir auch selbst versprechen: Heute nicht! Heute nicht!

Mehr fällt mir gerade leider nicht ein. Alles Gute.

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Es gibt diverse Methoden die dir in einer solchen Akutphase helfen könne.

Als erstes musst du dir bewusst machen, dass dieser Zustand nicht für ewig anhält, auch wenn es sich anders anfühlt.

Zweitens sei nicht alleine, sondern habe jemand um dich der verständnis für dich hat.

Drittens kannst du in einer solchen Notsituation Benzodiazepine (allen voran Lorazepam) nehmen. Benzodiazepine wirken stark sedierend, angstlösend und beruhigend. Sie sind jedoch nur als Notfallmedikamente gedacht und nicht für eine Dauerbehandlung geeignet. Bei längerem (ca. 4-8 Wochen) und regelmässigem (z.B. täglichem) Konsum können diese Medikamente anhängig machen. Desshalb also nur für den Notfall.

Sobald du am nächsten Tag wieder fähig bist Hilfe zu holen tue dies. Egal wie anstrengend es wirkt. Depressionen und Suizidgedanken müssen zwingend durch eine Fachperson behandelt werden.

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Mit jemandem darüber reden, der evtl das Selbe durchmacht oder gemacht hat. Oder einen Außenstehenden. Auf jeden Fall sollte man Suizidgedanken nur für dich behalten.

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Kommentar von FelinasDemons
18.07.2016, 21:42

*nicht für sich

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Schlimm. Als ich in dieser Lage war, war die einzige Lösung die ich gefunden habe Antidepressiva zu nehmen und zu hoffen das es hilft.
Zu einem gewissen Grad hat es geholfen.
Was wirklich geholfen hat war die Zeit wo ich in Behandlung gewesen bin auf der geschlossenen Station.

Auf jedenfall also Hilfe suchen! Egal wie falsch es sich anfühlt und egal wie sehr man sich dagegen strebt, es ist das was dir helfen kann und mir auch geholfen hat!

Alles liebe!

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Kommentar von WestMinsterAvE
18.07.2016, 21:49

Die Polizei meinte damals zu mir, wenn ich mal wieder mit den Gedanken spiele mich umzubringen dann könnte ich auch anrufen und sie kommen und fahren mich dann zur Klinik, das wäre nie das Problem.

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Ich hatte auch Depressionen. Bestimmt die letzen 2 Jahre durchgehend. Grund war, dass ich dachte, es will niemand von meinen Freunden mehr etwas mit mir unternehmen. Ich weiss ja nicht was bei dir der Grund ist, aber für mich war es sehr sehr wichtig zu wissen, dass das alles reine Einbildung war. Ich hab selbst heute noch nicht rausgefunden, was eine Depression ist oder was es überhaupt genau ist bzw habs noch nicht deffinieren können. Ich war einfach immer unzufrieden. Und irgendwann kam ich auf die Idee, dass es nur an mir liegen kann und ich mich einfach ändern muss. Wenn man das ernsthaft will, dann schaffst du diesen wechsel in einer Woche. 

Aber umbringen... sowas hört sich für mich einfach nach Aufmerksamkeit an. Wie alt bist du denn?

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Kommentar von jovetodimama
18.07.2016, 22:09

...zu alt, als dass mir jemand Aufmerksamkeit zollen würde dafür, dass ich versuche - oder es schaffe - mich umzubringen...

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Kommentar von jovetodimama
18.07.2016, 22:11

...habe seit inzwischen 33 Jahren immer wieder depressive Episoden... bin einerseits Fachfrau und andererseits doch einfach nur Betroffene...

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