Was hilft dir kreativ zu sein und selbst zu denken, und nicht fremdes zu übernehmen?

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4 Antworten

Beschäftige dich nicht mit der Zukunft oder sorge dich um sonstige Dinge, die du gar nicht wirklich beeinflussen kannst.
Gönn deinem Geist auch mal Ruhepausen. Wenn du etwas tust, konzentrier dich auf die Gegenwart und denk nicht daran, wenn du fertig bist. Dann bekommst du schon mit, wenn dein Hirn anfängt zu denken.
So geht's bei mir zumindest. Da brauch man aber auch Geduld.
Einfach in der Bahn oder im Bus nicht lesen oder Musik hören. Einfach dasitzen und passiv sein. Dich nicht zwingen irgendwas zu tun, worauf du eigentlich gerade keine Lust hast. Ist ein schöner kleiner geistiger Urlaub.

Wenn du dich andauernd zwingst, über irgendwas nachzudenken, oder immer versuchst, Input zu haben, bemerkst du die Geistesblitze nicht, weil du abgelenkt bist.

Deswegen kriegen Menschen beim Kacken oder Duschen auch so oft Ideen, weil man da meist einfach nur ist und macht, und sich nicht ablenkt.

Wunderbarer Kommentar. Hatte letztens dieses Zitat entdeckt, dass mich sehr stark fasziniert hat, und thematisch in die Richtung geht:
"Die höchste Form menschlicher Intelligenz ist die Fähigkeit, zu beobachten, ohne zu bewerten."

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Ich behaupte mal: Schopenhauer hat recht. Ich mache es genauso. Man kann sehr wohl kreativ aus sich heraus sein, wenn man sich die Muße dazu lässt. 

Ob man das kann oder nicht, hängt zum einen mit der Persönlichkeit zusammen, zum anderen mit der Menge der Synapsen, mit denen man idealerweise schon seit frühester Jugend sein Hirn 'programmieren' konnte (Elternhaus, Umfeld). 

Wenn dann bestimmte Zuammenhänge sich ergeben, reflektiert man sie ja vor dem eigenen Erfahrungshorizont, denkt still vor sich hin und gleicht ab, was von dem Gesehenen bzw. Erlebten man so akzeptieren kann oder für sich selbst anders interpretieren oder gestalten würde.  

Und genau da fängt die Kreativität an und offenbart sich: nämlich über Abweichungen zwischen dem faktisch Erlebten und dem Ideal, das sich in einem selbst befindet. Ich strebe nach einem Ideal, das mir gemäß ist - automatisch, ohne nachzudenken. Um es zu erreichen, richten sich meine Gedanken und Gefühle in diese Richtung, wodurch ich einfach kreativ werden muss.

Diese Grundhaltung kann bestimmt bei vielen durch Drill (Erziehung) abgeschwächt und durch permanente Entmutigung schon früh abgestellt worden sein - aber wenn jemand in der Hinsicht frei erzogen und permanent dazu ermutigt  wurde, ist sie vorhanden.

Meine Kreativität findet ihren Ausdruck auch im handwerklichen Bereich, wo ich meine eigenen Inspirationen umsetze. Die sind mir selbst gekommen als Synthese aus Erlebtem, Dazugedachtem, Vorgestelltem - tief von innen: es ist einfach da und es ist kreativ. Und wenn ich mich in diesem Prozess befinde, denke ich nicht mehr, ES arbeitet. Solange ich will. Aber auch wann ich will - ich brauche mich nur zu hinzusetzen und anzufangen - ähnlich wie bei der Meditation: da versenkt man sich in sich.

Ich hoffe, ich konnte etwas zu deinem Thema beitragen. 

Das ist auch wieder so ein Schopenhauerspruch !

Es sagt doch: Man kann sich nicht jederzeit hinsetzen und denken, man muss warten bis einem ein spontaner Geistesblitz trifft.

Nur weil das Schopenhauer gesagt hat muss das aber noch lange nicht richtig sein ! Es könnte ja z.b. auch so sein, dass man gezielt nach Widersprüchen sucht (z.B. in er Physik), und hat man sie gefunden grundsätzlich alle Gedankenmodelle in Frage stellt und erst mal rein hypothetisch versucht, was Neues zu basteln. Genau so hat Einstein nämlich die Relativitätstheorie entdeckt.

Nach Schopenhauer aber hat er einfach nur lange genug gewartet, bis ihm der richtige Gedanke kam. Da kann ich nur lachen, Herr Schopenhauer !

Er bezieht sich ja nicht auf die Naturwissenschaften, sondern auf die Philosophie. Er disst damit die "Bücherphilosophen", die sich nur mit der Philosophie vorheriger Denker beschäftigen, anstatt auf den eigenen Verstand zu vertrauen. Damit ist er doch geistesverwandt mit Kant, der bekanntlich sagt, "Habe Mut dich deines eigenes Verstandes zu bedienen" (Sapere Aude)

Schopenhauer über das Selbstdenken:
http://aboq.org/schopenhauer/parerga2/selbstdenken.htm

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Kreativität gibt es nicht wirklich. Alles was wir uns ausdenken sind Einflüsse aus fremden Werken. Es geht dabei nur drum sie zu verknüpfen das was anderes Neues daraus entsteht. Alles hat es mehr oder weniger schon mal gegeben. Ein Ofen ist auch nur eine erweiterte Feuerstelle. 

Ich denke ähnlich. Man kann nichts neues schaffen, aber entdecken! Siehe Ei des Kolumbus

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Kreativität ist doch aber was anderes als Originalität.

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