Was heist eigentlich "Gönn dir"?

5 Antworten

Das ist sogenannter "Gossen-Slang" und bedeutet soviel wie, dass er sich zum Geburtstag einen Duden wünscht...

ey was will der mit duden haha des isch doch dieses handygame von letzt jahr ne

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Wat is los? Das glaubste doch selbst nich...

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Der Duden hilft einem relativ wenig, wenn es um die Anwendung korrekter Grammatik geht. Kollegah kann das, du auch?

Was du Gossenslang nennst, ist höchst grammatisch. Zumindest grammatischer als alles, was man im Duden finden wird.

Kollegahs Sprachzentrum weiß darum, dass transitive Verben auch intransitiv verwendet werden können: Ich töte dich! Ich töte gerne!

Aus diesem Grund benutzt er gönnen als Spezifikum nicht für ›sich etwas zukommen lassen‹, sondern nur für das Ergebnis des Zukommenlassens, nämlich das Gutgehenlassen.  

Weil es die ursprünglichste Aufgabe des Dativs als dativus commodi ist, anzuzeigen, zu wessen Gunsten etwas passiert, hängt Kollegah außerdem einen solchen hintendran:

Ich gönne mir. 

Gönn dir !

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@Deponentiavogel

Hab ich das richtig verstanden...? Das würde ja heißen, dass "Kollegah" den Verzehr eines trockenen, gepressten, türkischen Fladenbrotes als Hochgenuss für die Sinne ansieht, und seinem Gegenüber den Rat gibt, in dieses Brot die selben Genüsse hinenzuinterpretieren, nur um zu sagen: Lass es Dir gut gehen... Göthe und Schiller würden ihm aus dem Grab gleich an den Hals springen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich Sprache verändern, aber nicht jede Veränderung verheißt auch Gutes.
Die alten Dichter haben über Jahrhunderte gebraucht, um der deutschen Sprache Harmonie und Klang zu verleihen und es braucht nur ein oder zwei Jahrzehnte, um alles den Bach runtergehen zu lassen... Eine erschreckende Vorstellung, wenn der Sohn beim Abschied "Gönn dir Yufka, Alder" sagt... "Alder" ist ja auch mehr eine Bezeichnung für alles und jeden, oder...?

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@Intoccabile

Ich sage nicht, dass man das gut finden muss. Es ist ja sowieso kein Standard, sondern Slang – weil es nur von einer bestimmten Altersgruppe oder einem bestimmten Milieu verwendet wird.

Die Dichter haben unsere Sprache nicht geformt oder ihr Harmonie und Klang verliehen, das waren die Sprecher (außer du redest von der Standardsprache, das waren Luther und die wienerischen und obersächsischen Kanzleien – und die Sprecher). 

Sprachverfall gibt es nicht, es gibt im übrigen in der Natur überhaupt keinen Verfall, sondern bloßen Wandel.

Nichts geht den Bach runter. Die Menschen sprechen in Relation immer gleich, nur die Umstände ändern sich. Dem literarischen Deutsch deiner vielgeliebten Dichter tun Konstruktionen wie Gönn dir sowieso keinen Abbruch, sie heben es eher aus der Alltäglichkeit empor.


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Du sollst es dir gut gehen lassen

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