Was heißt "von der Steuer absetzen "?

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11 Antworten

Umgangssprachlich sagt man "von der Steuer absetzen", ist aber nicht ganz korrekt so. Es wird nicht von der Steuer abgesetzt, sondern von den Einnahmen.

Mal vereinfacht: Man habe Einnahmen aus Lohn in Höhe von 30.000 Euro im Jahr. Die gibt man in der Einkommen-Steuererklärung an als Einkünfte, und muss bei einem Steuersatz von 30 % 9.000 Euro Steuern bezahlen Jetzt gibt man in der Steuerklärung die Kosten für fettabsaugung als außergewöhnliche Ausgaben bzw. Bealstungen an. Sagen wir 5.000 Euro. Die werden von den Einnahmen in Höhe von 30.000 abgezogen. Man hat also Einkünfte jetzt nur noch in Höhe von 25.000. Angenommen es gilt trotz der geringeren Einkünfte weiterhin der Steuersatz von 30 %. Dann muss man jetzt 7.500 Euro steuern zahlen. Man hätte also  1.500 Euro an Steuern gespart. Es ist jetzt nur noch die Frage, ob das Finanzamt die Kosten für die Fettabsaugung als Ausgaben bzw. außergewöhnliche Belastung anerkannt.

Für Unternehmen gilt das gleiche Prinzip. Zuerst kommen die Einnahmen. Alles was man im Zusammenhang mit dem Unternehmen als Kosten hat sind die Ausgaben. Einnahmen minus Ausgaben ergibt den Gewinn bzw. die steuerlichen Einkünften, und darauf bezahlt man die Steuern.

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Bestimmte Ausgaben, die dem Erwerb dienen, oder wie hier eine besondere Belastung führen, können vom EINKOMMEN abgezogen werden. Dadurch reduziert sich dann die Steuerlast.

Ausgaben die medzinisch erforderlich, aber nicht durch die Krankenkasse gedeckt sind, KÖNNEN sich steuermindernd auswirken, wenn sie 2 % des Jahreseinkommens überschreiten. Bei chronisch Kranken 1 %

Es erfolgt eine Einzelfallprüfung.

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Nein, das heißt es nicht. 

Wenn man etwas "von der Steuer absetzt" ist es so, als hätte man um so viel weniger verdient. Also wenn die Frau im Beispiel EUR 25.000,- im Jahr verdient hat, und die Fettabsaugung EUR 5.000,- gekostet hat, dann müsste sie (wenn das Finanzamt das anerkennt) nur noch Steuern auf EUR 20.000,- zahlen. 

So ist das auch mit allen anderen Dingen, die man "von der Steuer absetzt". 

Um etwas von der Steuer abzusetzen, gibt man es in der Steuererklärung an. Wer das schon länger macht, weiß dann auch schon, wo man was am besten eintragen kann. 

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man kann z.B. berufliche Aufwendungen (Kosten, die man hat, um beruflich weiter zu kommen oder zur Arbeit zu kommen) absetzen von der Steuer. Das bedeutet aber nicht, dass man das Geld komplett erstattet bekommt. Man muss lediglich auf dieses Geld keine Steuern entrichten. Dazu muss man also erst mal Steuern zahlen und je höher der Steuersatz ist, desto mehr bringt es. 

Beispiel: Man hat 5000 Euro Fahrkosten im Jahr und zahlt 20 % Steuern. Dann bekommt man 1000 Euro an Steuern zurück, sofern mal so viel gezahlt hat. Man muss also den Betrag nicht versteuern. 

Auch medizinisch notwendige Kosten kann man absetzen unter Abzug einer Eigenbeteiligung. Man könnte auch versuchen, eine Schönheits-op abzusetzen, wenn man z.B. als Model dann bessere Arbeit bekommt. So was wird aber erfahrungsgemäß vom Finanzamt ungern anerkannt. 

Anerkannt wird hingegen Zahnersatz, Zahnspangen, Behandlungen auf Privatrezept und Medikamente auf Privatrezept oder die Rezeptgebühr, Verbandsmittel usw. 

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Steuerliche Absetzung bedeutet, dass sich die Basis, auf der die Einkommensteuer berechnet wird, um den Betrag vermindert. Damit vermindert sich der Gesamtbetrag der zu zahlenden Einkommensteuer.

Je höher der Steuersatz, den ein Steuerpflichtiger zahlt, desto höher ist auch die Erstattung.

Vereinfachendes Beispiel:

Ein Unternehmensberater, der den Spitzensteuersatz von ca. 40% bezahlt und auf ein selbst bezahltes Seminar für 1.000 € geht (und noch andere Ausgaben hat... siehe "vereinfachendes Beispiel"), erhält also durch die steuerliche Absetzbarkeit ca. 400 € zurück; jemand, der an der unteren Grenze der Einkommensteuertabelle liegt, etwa die Hälfte davon.

Diese Sonderausgaben und Werbungskosten müssen in der jährlichen Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Dabei prüft das Finanzamt immer, ob diese Ausgaben anerkennbar sind - worüber dann auch immer wieder mal prozessiert wird.

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Die Frau wollte die Kosten als sog. außergewöhnliche Belastung in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Dabei bekommt man "die Kosten nicht zurück", sondern es mindert sich dadurch nur das zu versteuernde Einkommen, von dem die Steuer berechnet wird. "Fettabsaugung" stellt in der Regel jedoch keine zu berücksichtigende außergewöhnliche Belastung dar.

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Nein so nicht. Im grunde genommen ist das ganz einfach erklärt:

Der Finanzbeamte, der Deine Steuererklärung prüft, zählt all Deine Ausgaben zusammen, die Du in Ihre Steuererklärung eingetragen haben. Die Gesamtsumme zieht er von Ihrem Jahreseinkommen ab. Nur auf das, was übrig bleibt, muss du Steuern zahlen. Das nennt man "von der Steuer absetzen".

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Kommentar von Schnoofy
31.08.2016, 10:19

Wenn Du noch geschrieben hättest, dass die angegebenen Ausgaben darauf  geprüft werden, ob es Steuer mindernde Aufwendungen nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes (EStG) sind, wäre deine Antwort fast perfekt gewesen.

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Ja, man gibt etwas in der Steuererklärung an, um die Steuierlast dadurch zu senken.

Hier wäre es wohl in " außergewöhnliche Belastungen", da kann man alle Kosten,d ie durch Krankheit verursacht werden, angeben.


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Heißt das, dass sie die ganze Behandlung bezahlt bekommt?

Nein. Ggf. von der Krankenkasse, aber nicht vom Steuerzahler!

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Mit jeden Betrag den du Irgendwo bezahlst bezahlst du auch eine Steuer. Bei Verbrauchsgütern und Dienstleistungen 7 oder 19 % Mehrwertsteuer.

Diese Steuer kann man sich für einige Sachen mithilfe einer Steuererklährung wieder zurückholen. Dazu sind aber einige Vorraussetzungen zu erfüllen.

Sollte sie damit durchkommen erhält sie nicht den gesamten Betrag zurück sondern nur den Steueranteil. 

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Kommentar von CrazyD800
31.08.2016, 10:21

Ist jetzt also die Mehrwertsteuer relevant oder die Einkommenssteuer? Oder macht das keinen Unterschied?

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Kommentar von bronkhorst
31.08.2016, 10:35

Mit jeden Betrag den du Irgendwo bezahlst bezahlst du auch eine
Steuer. Bei Verbrauchsgütern und Dienstleistungen 7 oder 19 %
Mehrwertsteuer.


Diese Steuer kann man sich für einige Sachen mithilfe einer
Steuererklährung wieder zurückholen. Dazu sind aber einige
Vorraussetzungen zu erfüllen.






Beeindruckend, was für eine blödsinnige Aussage man durch die Kombination zweier in sich richtiger Sätze erzielen kann.

Steuerliche Absetzbarkeit von Werbungskosten und medizinischen Behandlungskosten (oberhalb eines bestimmten Grenzwerts) bezieht sich auf die Einkommensteuer, nicht auf die Umsatzsteuer.

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etwas als erforderliche Ausgabe deklarieren, dass man keine Steuern als Gewinn vor Steuer darauf zahlt.


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