Was heisst es wenn man politisch links bzw rechts ist?

12 Antworten

Ich dachte erst die Frage muss ich nicht mehr beantworten, da haben bestimmt schon einige etwas dazu geschrieben. Aber wenn ich mir die Antworten so durchlese finde ich eigentlich nur aufgeblasenes Geschwafel.

Ich versuche es mal ein so einfach wie möglich zu formulieren. Je weiter links eine Partei ist, desto mehr kämpf sie für Gleichheit und gegen die Benachteiligung von Bevölkerungsgruppen. Also sie ist mehr auf der Seit der sog. Arbeiterschicht, der Armen, Schwachen usw. "Links" bedeutet also ziemlich viel Gleichheit und Freiheit für alle. Das kann gut oder schlecht sein. Linksradikal, also bei unseren Parteien wären das einige aus der Links-Partei (auch wenn die das nicht so gerne hören), sind zum Beispiel Vorschläge wie bedingungsloses Grundeinkommen für alle, d.h. ab Geburt bis zum Tod bekommt jeder pro Monat gleich viel Geld, egal was er dafür tut. Das wäre sehr links. Die SPD sieht man so bei Mitte links, soll heißen die ist nicht ganz so radikal, aber kämpf schon hauptsächlich dafür, dass Arbeiten, Arme, Alte und Schwache in der Politik nicht vergessen werden. Ihre Themen werden immer wieder z.B. Hartz4 sein, das diejenigen, die gar nicht arbeiten (können) möglichst gerecht behandelt werden, die Rente, Bildung für sozial schwache Familien, also bessere Chancen für Schüler mit nicht so optimalen Familien. Und solche Dinge. Für die Finanzkrise wäre die SPD auch eher auf gegen die "großen bösen" Banken und mehr dafür, dass der "kleine" Bürger geschützt wird. Generell soziale Themen wichtiger als wirtschaftliche, weil die Wirtschaft eben nur eine bestimmte Bevölkerungsgruppe betrifft, während soziale Themen alle (!) betrifft, also eher linkes Thema.

Damit wären wir dann auch bei rechts, denn das heißt ganz grob, dass man nicht mehr so sehr den Gleichheitsbegriff als wichtig ansieht, sondern eher die Vorstellung, dass es eine Elite geben muss, die bevorzugt behandelt werden muss, weil sie quasi für das Wohlergehen der Gesamtheit am meisten tut. Die CDU z.B. ist eher rechts einzuordnen und findet die Wirtschaft extrem wichtig. Sie bemüht sich aber das nicht so sehr nach außen zu präsentieren, weil das natürlich unsympathisch auf den "normalen", nicht unbedingt wohlhabenden Bürger wirkt. Darum bemüht sich die CDU so weit "Mitte" wie möglich zu sein, aber wird maximal ein Mitte-Rechts erreichen, da sie unbestritten hauptsächlich die belohnt, die besonders viel oder gute Leistung bringen. Auch das kann gut oder schlecht sein, wie alle anderen Richtungen auch. Ganz pervers rechtsradikal sind z.B. Nazis, die eben sich selbst als die perfekte Rasse, die perfekte Elite sehen und alle anderen nicht nur nicht sonderlich fördern oder beachten, sondern am liebsten alle töten würden. Das wäre dann extrem rechts.

Das Rechts oder Links sollte man heute auch nicht mehr zu ernst nehmen, da diese Begriffe von Politikern selbst kaum noch benutzt werden. Sie beinhalten immer ein bisschen den Touch von extremen Einstellungen, wobei man heute sagen kann, dass alle Parteien versuchen einer möglichst großen Anzahl Bürger zu gefallen. Keiner ist nur Rechts oder nur Links. Selbst die LINKE weiß heutzutage, dass Wirtschaft wichtig ist und zwar auch eine freie Wirtschaft und selbst die CDU weiß, dass die normalen nicht reichen Arbeiter wichtig sind. Keine Partei ist wirklich radikal, abgesehen von der NPD, aber das ist für mich keine Partei.

Rechts und Links ist übrigens nicht die einzige Methode Parteien zu unterscheiden. Man unterscheidet auch zwischen autoritär und liberal, was in etwa so viel bedeutet wie mehr Staatseinmischung oder weniger Staatseinmischung. Die einen glauben eher alles funktioniert am besten, wenn der Staat es genau vorgibt und genau kontrolliert, die anderen glauben eher alles läuft am besten, wenn der Staat sich soweit wie möglich raushält und eher moderiert als bestimmt. Und dann kann eine Partei natürlich noch ein ganz bestimmtes Thema selbst wählen und als wichtigsten Dreh- und Angelpunkt bestimmt wie z.B. ökologische Themen bei den GRÜNEN oder Freiheit bei der FDP, wobei man dazu sagen sollte der Freiheitsgedanke der FDP erstreckt sich vor allem über die Wirtschaft, als sie wollen möglichst freie Marktwirtschaft. Du merkst schon das politische Spektrum ist nicht einfach schwarz und weiß - man kann da ewig drüber diskutieren.

So ein bisschen die grundlegende Frage, ob man eher rechts oder eher links sich wiederfindet ist für mich(!), wirklich nur meine eigene Meinung: Was findet man gerechter, dass Leistung belohnt wird und dafür nimmt man in Kauf, dass es denen, die weniger leisten auch etwas schlechter geht (eher rechts) oder findet man, dass alle Menschen absolut gleich zu behandeln sind, wobei man in Kauf nehmen muss, dass in einer Welt ohne Vorteile evtl. niemand bereit ist den Karren zu ziehen und sich eine gewisse Mittelmäßigkeit im Gesamten wohl nicht vermeiden lässt (eher links). Und was man gerecht findet kommt oft daher, wo man herkommt. Reich oder Arm? ;)

ich hab den Text übrigens nicht Korrektur gelesen und ziemlich schnell getippt, also bitte ich um Entschuldigung für Schreibfehler oder grammatikalische Unfälle.

LG

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@GegenDenStrom25

Du hast in deinen Ausführungen Ursache und Wirkung verwechselt und nur den zweiten Schritt erklärt, nämlich die Fortführung des Ursprungs. Das, was du überheblicher Weise "aufgeblasenes Geschwafel" nennst, erklärt lediglich den Ursprung der Begriffe, also den ersten Schritt. Das solltest du erst einmal begreifen, ehe du andere beleidigst. Ich denke, dass man aus diesem "aufgeblasenen Geschwafel" viel lernen konnte. Aus deinem nicht, dann das weiß jeder!

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@Matzko

nach dem Ursprung der Begriffe war nicht gefragt...da steht nicht "Wie ist das entstanden, wo kommt es her?" oder Ähnliches, sondern "Was bedeutet es?". Wenn man dann simpel aus wikipedia iwas über die französische Nationalversammlung kopiert...nuja, wollte niemanden beleidigen, aber das fand ich völlig an der Frage vorbei und viel komplizierter als nötig. LG

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@Matzko

Aus seinen Ausführungen konnte ich persönlich mehr lernen, als aus den anderen Antworten. Auserdem muss ich ihm rechtgeben, es wurde nicht nach dem Ursprung gefragt, den findet man auf jeder billigen Politikseite, aber eine wirkliche ,,Definition" über das Schema nicht. LG

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Das Macht keinen sinn. Es gibt zb. Parteien die für eine Soziale Politik (NPD) sind und trozdem die Einheimische Bevölkerung gegenüber fremden bevorzugen. Deshalb finde ich dieses Rechts/Links zeug veraltet.

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Hallo lieber Fragesteller, das ist was ich herausgefunden habe:links = Kommunismus---Meinten das alles allen Gehört.rechts = Nationalsozialismus---Waren nur für die Deutschen (weg mit den anderen)Politische Einstellungen werden häufig als rechts oder als links bezeichnet. Die Unterscheidung soll auf die Sitzordnung in der französischen Abgeordnetenkammer von 1814 zurückgehen. Dort saßen - vom Präsidenten aus gesehen - auf der rechten Seite diejenigen Parteien, die für den Erhalt der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse eintraten. Auf der linken Seite saßen diejenigen Parteien, die eine Änderung der politischen und sozialen Verhältnisse anstrebten.

Beide Begriffe sind relative politische Richtungsbeschreibungen. Die beiden großen Volksparteien CDU/CSU und SPD decken sich ungefähr mit der politischen Mitte. Die Unionsparteien kriegen Schnappatmung, wenn man sie als rechts bezeichnet, die SPD ist dagegen - aus ihrer Geschichte heraus eine Linkspartei. Aber zurück nach rechts: Die AfD bewegt sich rechts von der Mitte, weil bei das national-konservative Element stark betont wird. Auch Attribute wie Fremdenfeindlichkeit und die Fokussierung auf populistische Parteiführer werden häufig mit dem Attribut "rechts" bezeichnet. So das Kaliber Wilders, Le Pen, Farague. Das äußere rechte Ende der Skala ist, historisch, das totalitäre Naziregime und der Faschismus in Italien. Links ist sozialdemokratisch, noch weiter links ist sozialistisch und kommunistisch. Angefangen hat es mal mit der Arbeiterbewegung. Es geht um Gleichheit und soziale Gerechtigkeiten. Auch die Gewerkschaften sind links. Die Grünen aber auch: Sie sind eine ökologische Linkspartei und stehen auf Basisdemokratie. Links gibt es dann historisch auch in krasser und megakrasser Ausführung: Marxismus, Leninismus, Bolschewismus, Stalinismus. Eigentlich sind rechts und links sehr relative Begriffe und man sollte sich lieber mit Argumenten auseinandersetzen als Politiker in Schubladen stecken. Sicher ist indes: Poltische Strömungen auf -ismus sind krass. Wer gemäßigt ist endet auf -demokrat. Die Liberalen: es gibt linksliberale oder rechtsliberale. Hm.

Die AFD ist die Mitte und die großen Parteien sind links was kein Land lange übersteht. Auch Habgier und Arroganz sind ein großes Problem bei den großen Parteien.

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Hallo lieber Fragesteller!

Mit dieser Frage habe ich mich auch beschäftigt und mich sehr über die pauschale Definition geärgert. Ich habe da meine eigene

Theorie entwickelt. Die großen Parteien sind alle kapitalistisch orientiert. Das heißt dass wenige Firmen (Sklaventreiber)

andere Menschen geldtechnisch dazu nötigen zu arbeiten. Somit ist immer ein kleiner Teil wohlhabend und der Löwenanteil dem

Arbeiter-System hilflos ausgeliefert. Damit stets billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen müssen diese Arbeiter aus dem

Ausland zu uns immigrieren. Da der Deutsche das System meistens durchschaut hat und weiss dass die Rente sehr niedrig ausfallen

wird, wird er, gut gebildet wie er ist, möglichst auf Nachwuchs verzichten. Somit kann das Kapitalistische System nur aufgehen wenn möglichst unerschöpflich junge und billige Arbeiter einströmen. Das Problem wird allerdings nur in die Zukunft verschleppt. Natürlich wird Opa Alfred schwierigkeiten haben mit den lauten Nachbarn. Die Kinder schreien und der Gemeinschaftsgarten wird schonmal von den neuen Eigentümern in Besitz genommen. Der sonst so nette Opa sieht, dass seine bisher ruhige Lebensart durch teilweise problematische Gruppierungen in der Nachbarschaft bedroht wird. Dieser Opa wird bei den Wahlen dann eine Partei wählen die dafür sorgen soll dass nur Menschen in das Land gelassen werden die sich integrieren wollen. Natürlich weiß auch der

Opa Alfred dass es immer solche und solche geben wird. Dumm nur dass sein ehemals Deutsches Reich eine nicht allzu schöne Vergangenheit hat und solche Denkweisen in Deutschland nicht toleriert werden. Daher wurde von den großen Parteien die

Orientierungen rechts und links geschaffen. Im europäischen Ausland gibe es die nettere Form "rechtspopulistisch" da diese

Länder natürlich keine soo schlimme Vergangenheit haben. Rechts und Links sind prinzipiell erstmal gegen den Kapitalismus und

somit immer Feind der großen Parteien. Die Linken pfeiffen auf das System und lehnen Autorität ab. Somit sind die linken bei den

großen Volksparteien ebenfalls ein Dorm im Auge. Lustig nur dass die linken keine Probleme mit den Ausländern haben allerdings

der Meinung sind dass Arbeiten total sche**e ist. Tja das führt dann dazu dass prinzipiell erstmal jeder Andersdenkende von den

großen Parteien als rechts oder links eingesruft wird ohne eine Auseinandersetzung mit den eigentlichen Inhalten. Dadurch wird

sofort eine gewisse Distanz geschaffen denn Politiker dürfen nicht sagen was sie denken. Aber wir wissen ja glücklicherweise was welche Partei "denkt". Beispiel Möllemann... auch ein Politiker den viele toll fanden allerdings fanden es einige toller ihn beim Fallschirmsprung platt zu sehen. Man kann zusammenfassend nur sagen dass man sich von solchen Aussgaen wie rechts und links usw. nicht beirren lassen soll und

wählen soll was man für richtig hälst. Manche achsogern demokratische Parteien wollen dann interessanterweise rechts und links

verbieten. Das sind dan die eigentlichen Parteien die gegen die Demokratie arbeiten. Demokratie heißt eben nunmal auch anderer

Meinung sein zu dürfen. Dumm nur dass Opa Alfred inzwischen abgemurkst wurde... wahrscheinlich von Ostblock-Leuten wie so oft in

XYZ berichtet. Somit wird wohl seine Wahlstimme diesmal nicht zählen. Es bleibt die Erkenntnis dass die Gesellschaft sehr bunt

ist und die Aufteilung in rechts und links eher einer Verdummung gleich kommt. In einem Buch habe ich gelesen dass es auch noch

"oben" und "unten" gibt. Lass dich nicht verarschen...

Ganz ehrlich, teilweise schreibst du gar keinen so großen Blödsinn. Aber dann kam der Teil: "der Meinung sind dass Arbeiten total sche**e ist". Das ist nämlich falsch. Auch unter den Linken gibt es verschiedene Gruppen. Von den AnarchistInnen und Autonomen, die wirklich nicht arbeiten wollen, weil sie der Meinung sind, dass sie damit das System (den Kapitalismus) unterstützen über die SozialistInnen (Sozialismus ist quasi die Vorform zum Kommunismus[nicht das, was in der UDSSR/ DDR/... war!!!]) bis zu StalinistInnen, die quasi 'ne Diktatur wollen.

Und auch mit der Kapitalismuskritik der Rechten muss man aufpassen, weil das  nur so eine Pseudokritik ist. Eine rechte Weltrepublik ist im Grunde nur die Extremform des Kapitalismus, bei der nicht nur die normalen ArbeiterInnen ausgebeutet werden, sondern auch noch "mindere Rassen". Es geht also im Grunde genau um das selbe wie im Kapitalismus: Sich selbst (und seine "Rasse") besser zu machen als alle anderen, indem man die anderen bis zum geht nicht mehr ausbeutet...


Man beachte übrigens die Anführungszeichen!!

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Links heisst sozial(istisch) und dass der Staat, zu mindestens im wirtschaftlich/sozialen Belangen das Sagen hat. Rechts heisst wirtschaftsfreundlich/konservativ und dass der Staat die Wirtschaft mit möglichst wenig Regeln zügeln soll.

Super vielen dank für die erklärung, war echt gut verständlich! :)

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