Was heißt "grob fahrlässig"?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Alibert,

"Grobe Fahrlässigkeit" ist ein Fachausdruck aus der Rechtssprache. Er bedeutet, daß sich jemand so unvorsichtig verhalten hat, daß eigentlich jedem klar sein mußte, daß etwas Schlimmes passieren kann (oder wird). Läßt man z.B. ein teures Auto, mit offener Tür und steckendem Zündschlüssel allein in einem schlechten Viertel stehen, ist es relativ wahrscheinlich, daß das Auto geklaut wird.

Weitere Beispiele für Grobe Fahrlässigkeit sind:

  • Haustüre nicht abgeschlossen und Wohnung verlassen.
  • Herdplatte angelassen, aber Wohnung verlassen.

Entsteht ein Schaden, weil man sich dermaßen unvorsichtig (oder fahrlässig) verhalten hat, muß ihn die Versicherung nicht bezahlen, oder nur teilweise bezahlen. Außerdem kann die Versicherung den Vertrag kündigen, weil sie ja damit rechnen muß, daß jemand der sich einmal extrem leichtsinnig verhalten hat immer wieder Dummheiten begehen wird (und dabei weitere Schäden anrichtet).

Manche Versicherungen bieten dies als Sonderleistung (Premium und Komfort Tarif) an auch trotz grober Fahrlässigkeit zu bezahlen. Wenn das so ist, steht das immer ausdrücklich in den Versicherungsbedingungen.

Damit man besser einschätzen kann, wann man fahrlässig handelt, nennt die Versicherung im Versicherungsvertrag immer Pflichten, die der Versicherte erfüllen muß. Diese Sorgfaltspflichten heißen in der Fachsprache der Versicherungen „Obliegenheiten“. So muß man zum Beispiel, wenn man eine Hausratversicherung abschließt einen Rauchmelder installieren. Hatte man keine Rauchmelder und es brennt, muß die Versicherung nicht bezahlen. Bei Abschluß einer Versicherung sollte man sich gründlich darüber zu informieren, welche eigenen Pflichten erfüllt werden müssen.

Weitere  Informationen hierzu findest du auch unter

https://www.allsecur.de/glossar/kfz-versicherung/obliegenheiten/?AZMEDID=Koop_KFZ.Versicherung_KA-NN_PA-gutefrage_TP-Paradeantworten

Mit freundlichen Grüßen

Martin von der AllSecur 

Wenn die Unterscheidung in "grob" und "leicht" fahrlässig in jedem Fall so einfach wäre, würden Gerichte sehr viel Arbeit sparen. Das hängt von jedem Einzelfall ab.

Def:Wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt im groben Maßen verletzt. Man hat also die Rechtsgutverletzung (z.B. Sachbeschädigung) nicht gewollt (sonst Vorsatz), aber man hätte problemlos erkennen können, dass man das Rechtsgut gefährdet und sich trotzdem nicht am Riemen gerissen. Da auch die Definition viel Auslegungsraum zuläßt, findest Du im Allgemeinen nur in der Rechtsprechung genauere Angaben (vergleichbare Fälle). Hier lohnt es sich auch oft, seinen Versicherungsmakler zu fragen, wie man den Versicherungsfall schildert, dass er nicht grob fahrlässig ist und deswegen nicht von der Versicherung übernommen wird. Grob fahrlässig ist z.B. einen Tannenbaum mit brennnenden Kerzen im Zimmer zurückzulassen, um mit dem Hund Gassi zu gehen oder alkoholisiert ein Fahrzueg zu führen.

Selbstverschuldeter Schaden an Mietwagen?

Hallo,
was passiert wenn man an einem Mietwagen einer selbstverschuldeten Schaden verursacht, der Wagen aber vollkaskoversichert mit 0€ Selbstbeteiligung ist.
Muss man trotzdem zahlen weil man ja selber schuld ist oder wird es übernommen.
(Der Schaden ist nicht mit Absicht und nicht Grob fahrlässig entstanden)

...zur Frage

Auffahrunfall - Versicherung hochgestuft - was kann ich tun?

Mein Mann hatte im November bedingt durch Aquaplaning einen kleinen Auffahrunfall. Der Wagen kam nur minimal bei dem anderen auf beim Anfahren von ner Ampel. Da der "Geschädigte" nur eine kleine schwarze Spur von unserer KFZ-Halterung hatte, welche sich mit dem Finger abwischen lies, wollte mein Mann dem anderen den "Schaden" gleich bar bezahlen, damit der andere sich sein Auto aufpolieren lassen kann hinten. Der Herr lehnte ab und bestand auf die Versicherungsdaten. Begründung: "Falls das Auto innere Schäden davongetragen hätte"....

Das KFZ ist auf mich gemeldet und versichert. Da heute eine Lastschrift durch die Versicherung abging (40€) und ich nicht wusste wofür, rief ich mal an. Mir wurde gesagt, dass eine ordentliche Summe an den "Geschädigten" bereits gezahlt wurde und ich mich morgen an die Schadenhotline wenden soll. Es wurde auch bestätigt, dass kein Schreiben an uns raus ging, auf welches wir gewartet haben um uns zu äußern. Beschweren darüber soll ich mich auch morgen.

Nun wurde ich hochgestuft in der Versicherung. Was kann ich jetzt noch tun ?

...zur Frage

Jemand ins ParkendeAuto gefahren

Hallo liebe Com, wenn mir jemand in mein Parkendes Auto fährt, darf ich mir dann zum einen eine Werkstatt aussuchen in der ich den Schaden beheben lassen will? Und zum anderen wenn der Schaden so groß bzw teuer sein sollte und es sich für das Auto (da es älter ist etc) nicht lohnt es zu reparieren, kann man dann auch darauf bestehen den Schaden praktisch ausgezahlt zu bekommen? Liebe Grüße.

...zur Frage

Handyversicherung Betrug?

Hallo Ich habe eine Handyversicherung. Da mein Handy mir aus der Hand und in die Toilette geflogen ist bezeichnen sie das als Grob fahrlässig. Sie sagen zu 70 Prozent bin ich Schuld zu 30 Prozent würden sie es aber übernehmen. Jetzt kommt der Hammer ich muss die Rechnung für ein gleiches neues Handy vorlegen um diese 30 Prozent zu bekommen. Ich möchte nur das Geld und mir ein anderes Handy kaufen. Was für möglichkeiten habe ich? Ist so ein vorgehen normal?

...zur Frage

Nach Fahrerflucht Anzeige fallen lassen bzw. nicht aussagen und den Schaden privat klären?

Ich hatte vor ca 1 Monat einen Autounfall, bei dem mein Wagen von einem anderen Wagen gerammt wurde. Dieser fuhr dann ganz normal weiter und reagierte nicht auf meine Zeichen stehenzubleiben. Die Verfolgung endete nach ca 1,5 Stunden, als ein Polizeiauto zur Hilfe kam. Der Fahrer sagte, er habe nichts vom Unfall mitbekommen, um sich später zu verteidigen sagte er, dass ich ihn angefahren habe, was völlig absurd ist. Naja, jetzt habe ich einen Brief von der Polizei erhalten, in dem ich die Chance erhalte als Zeuge gegen den Fahrer auszusagen. Es wird gegen ihn wegen Fahrerflucht ermittelt. Der Schaden an meinem Auto ist kein großer (habe sowieso ein älteres Auto). Ich war noch nicht beim Gutachter aber mein Vater meinte es würden 100-500 Euro für mich rausspringen. Der Fahrer ist auf seinen Führerschein angewiesen, da er als Lieferant einer Bäckerei tätig ist. Ich möchte nicht schuld daran sein, dass er seinen Job verliert (ich habe gelesen, dass man für Fahrerflucht 3-6 Monate Fahrverbot bekommt) und wegen den paar 100 Euros möchte ich nicht, dass ein anderer seinen Job verliert und im schlimmsten Fall nicht mehr seine Familie ernähren kann. Ich habe mich dazu entschieden, nicht auszusagen bei der Polizei bzw. zu sagen, ich hätte es privat mit ihm geklärt und er habe mir versichert, dass er nichts vom Unfall mitbekommen habe, damit er der Strafe entgeht (ich bin der einzige Zeuge in dem Fall) Kann ich es mit seiner Versicherung klären, ohne dass die Polizei weiter ermittelt? Also dass die Polizei das Verfahren gegen ihn einstellt, ich aber trotzdem das Geld für den Schaden erhalte?

...zur Frage

Wer zahlt den Schaden - Sekundenschlaf!

Hallo! Ich brauche mal eure Hilfe! Mein Mann hatte heute auf der Autobahn einen Sekundenschlaf und ist nach rechts in die Leitplanke. Nun ist die ganze rechte Seite und der Außenspiegel kaputt. Wir haben eine Vollkaskoversicherung. Nun meine Frage: Müssen wir für den Schaden selbst aufkommen? Mein Mann hat nicht grob fahrlässig gehandelt. Hatte keinen Schlafmangel und war zu Fahrtbeginn topfit. Sollte man überhaupt Sekundenschlaf als Grund angeben? Danke schonmal für eure Hilfe!

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?