Was heißt es konkret, verspielt zu sein?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo CocaColaNinja!

In bestimmten Fällen ist die Bedeutung von "verspielt" für Personen tatsächlich

  • negativ bewertend,
  • weil synonym für "nicht verantwortungsvoll trotz eines Alters, in dem Verantwortung übernommen werden kann".

Deine Assoziation mit einem jungen Hund ist also durchaus angemessen. Denn sowohl der junge Hund als auch ein kleines Kind sind nicht verantwortungsvoll in ihrer Entwicklungsstufe und die Lernform ist spielerich, wie Kuhlmann26 schon so prima dargelegt hat.

Ein (junger) erwachsener Mensch kann Verantwortung übernehmen und wird mit dieser sozialen Aufgabe auch zunehmend konfrontiert. Wenn er/sie dieser Aufgabe nicht nachkommt, sondern stattdessen nur die eigene kurzfristige, aber harmlose Bedürfnisbefriedigung im Sinn hat, könnte man ihn also "verspielt" nennen.

LG

gufrastella

Danke, prägnant und verständlich erklärt.

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Würdest du es selbst bevorzugen, verspielt zu sein oder zumindest zwischendurch oder findest du's eher abträglich?

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Das Spielen ist die wichtigste Tätigkeit, um zu lernen. Man könnte, wie André Stern, noch einen Schritt weitergehen und sagen, »Spielen ist Lernen«. Wenn sich nun jemand diese natürliche Art des Lernens nicht hat abtrainieren lassen, dann kann man sagen, er ist verspielt.
Manchmal wird versucht, das Verspieltsein als negativ darzustellen. Zum Beispiel, wenn nicht nur eine (Lern)Ziel vorgegeben ist, sondern auch der Weg dahin. Bekanntlich gibt es mehrere Wege, die nach Rom führen. Wenn nun jemand einen Umweg nimmt und beispielsweise Blumen pflückt oder mit Leuten ins Gespräch kommt, wird das von manchen als ineffektiv angesehen. Im Endeffekt kommen aber auch solche Menschen in Rom an.

Es gibt auch Menschen, die sind verträumt. Wollte man das negativ bewerten, würde man sagen, sie sind verpeilt. Dabei sind sie einfach nur tief in ihren Gedanken.

Meines Erachtens nach hat wild nichts mit verspielt zu tun; wohl eher mit kindlich. Wir verknüpfen ja das Spiel am ehesten mit Kindern.

https://andrestern.com/de/andre-stern/veroeffentlichungen/buecher/spielen-um-zu-fuehlen-zu-lernen-und-zu-leben.html

Gruß Matti

Ey, danke für deine Hammer- Antwort. Aus dieser unkonventionellen Perspektive habe ich das bisher nicht betrachtet.

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Es heißt also wissbegierig bzw. neugierig. Aber dein Beispiel mit der negativen Darstellung, das vorgegebene Ziel und den Weg dahin, habe ich nicht richtig geschnallt. Also, ich kann irgendwie keinen Bezug mit der Definition herstellen. Kannst du das noch präzisieren?

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@CocaColaNinja

Beispiel: Man kann eine Sprache so lernen, wie das im schulischen Leerplan - ääh, ich meine natürlich Lehrplan - vorgesehen ist. Also mit Vokabeln pauken, Grammatik und allem Drum und Dran. Und dann kann man eine Sprache spielerisch lernen. So, wie das kleine Kinder machen.

Wenn eine Familie mit kleinen Kindern ins Ausland geht und die Kinder mit anderen aus dem fremden Land zusammen sind, lernen sie sehr schnell - und zwar spielerisch - die fremde Sprache. Die Eltern besuchen irgendeinen Kurs, der ihnen die Methode vorgibt. Sie lernen sie nicht auf natürliche Weise.

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@Kuhlmann26

Jetzt weiß ich, was du meinst. Und ich stimme dir absolut zu, besonders beim Leerplan. Es geht darum, Spaß und Freude beim lernen zu haben, ohne jeglichen Zwang oder diesen Druck in der Schule. Danke :)

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Ein verspielter Mensch ist für mich ein bisschen verträumt, hat sich - im positiven Sinn - etwas Kindliches bewahrt, im Gegensatz zu einer übertrieben ernsthaften oder humorlosen Person.

Bei dem Begriff 'verspielt' muss ich zwangsläufig an einen lebensfröhlich herumtobenden Hund denken. Deshalb verwirrt mich bei deiner Definition dieses 'verträumt'. Ich stell mir darunter eher Zurückhaltung und Trägheit vor. Mit allem anderen bin ich aber einverstanden. Kannst du mir erklären, wie du dir dieses verträumt- sein in diesem Zusammenhang vorstellst?

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@CocaColaNinja

Ich denke dabei eher an einen jungen Vater, der mit seinem Kleinkind völlig selbstvergessen herumspielt.

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