Was heißt es bei manchen Tabletten "unzerkaut" mit etwas Flüssigkeit?

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so ziemlich alle hier haben recht mit ihren aussagen bezüglich der wirkung / verteilung des medikaments, die ja erst im magen oder darm stattfinden soll - allerdings kann man - wenn es gar nicht anders geht, sich bei besonders dicken tabletten mit einem kleinen trick helfen, damit die tablette überhaupt in den körper gelangt:

wenn es gar nicht anders geht, dann zerkleinere sie in einem mörser, gibt das pulver auf einen löffel mit brei / apfelmus / lauwarme suppe - und dann schnell runter damit - halt nicht lange im mund behalten, so dass die erste auflösung durch den speichel im mundraum passiert...

ausserdem schmecken die wirkstoffe ja wirklich meist so elend, dass niemand sie gerne im mund hätte...

das ist ein kleiner trick aus der pflege - der halt im notfall angewendet wird, wenn z.b. leute ähnliche schwierigkeiten haben wie du, oder krankheitsbedingte schluckbeschwerden "grober" sachen etc.

wobei ich da oft die medikamentenindustrie nicht verstehe, dass sie überhaupt solche "brummer" herstellt - da das problem doch bekannt ist... aber naja, die herstellen stecken wahrscheinlich selber in der problematik nicht drin... lg

tabletten unzerkaut einnehmen zu müssen, kann mehrere gründe haben. unter anderem:
- der wirkstoff muss im magen bzw. darm gelöstwerden. dafür ist die tablette mit einer schutzschicht umgeben, die den eigentlichen wirkstoff vor speichel und bei einigen präparaten auch vor magensäure schützen soll. wenn du sie kaust, wird der wirkstoff im speichel gelöst und ist damit vielleicht wirkungslos oder abgeschwächt.
- der wirkstoff schmeckt so widerlich, dass ein brechreiz ausgelöst wird. auch solche tabletten haben eine glasur, die davor schützen soll. wenn du solche tabletten zerkaust, wirst du es sofort merken und vermutlich nie wieder tun!

Hallo, janandra! Eine gute Frage… Ich lese ja auch immer zuerst den Beipackzettel bzw. die Gebrauchsinformation bei jedem Medikament, das ich, vom Arzt verschrieben, einnehmen sollte. Und wie man die Filmtabletten einnehmen sollte, ist ja auch mehr als bekannt: „Schlucken Sie die Filmtabletten unzerkaut einmal täglich (morgens oder abends) zu einer Mahlzeit bzw. mit Wasser usw.“. Aber da ich einige Tabletten schon wegen ihrer Größe beim besten Willen nicht schlucken kann, riet mir einmal mein Hausarzt, diese Tabletten mit einem Mörser, den man in der Apotheke erhält, zu Pulverform aufzureiben. Doch mein Problem ist noch größer, nämlich, dass ich überhaupt keine Tablette, und sei sie auch klein, schlucken kann, aus Angst, ich könnte mich „verschlucken“. Da hilft mir auch der Schluck Wasser nichts. Ich müsste mir tatsächlich Gewalt antun. Wo diese Angst herrührt, weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht war es die Mandeloperation oder das sogenannte Schlauchschlucken, das ich einmal im Krankenhaus mit vielen Würgegefühlen hinter mich gebracht hatte. Einmal hatte ich beim Essen ein kleines Stückchen Speck in die Luftröhre statt in die Speiseröhre „geschluckt“, bzw. ich hatte mich einfach verschluckt. Daran wäre ich beinahe erstickt. Der darauf folgende unwillkürliche Reizhusten war haarsträubend. Die Nachfrage beim Arzt ergab damals die Antwort: „Wenn du in der Nacht trotz der Beschwerden schlafen kannst, dann probiere am folgenden Tag noch einmal das Stückchen Speck aus den Bronchien zu husten, ansonsten müsste eine Operation die Lösung bringen.“ Es war mein Glück, dass sich rund um den „Fremdkörper“ soviel Schleim gesammelt hatte, dass ich diesen am nächsten Tag heraushusten konnte. Seitdem zerkaue ich jede Tablette, die ich in den letzten Jahren einnehmen musste, und schlucke sie mit ziemlich viel Wasser. Dass natürlich Nerventabletten auf der Zunge einen komischen Geschmack haben, ist mir bekannt. Zum Beispiel, die Nerventablette „Gladem“ mit dem Wirkstoff „Sertralin“ (50 mg), die ich wegen meiner Panikattacken täglich einnehmen muss, hat solch einen Geschmack, auf den ich mich nur schwer gewöhnen wollte. Da ich weiß, dass viele Wirkstoffe intravenös, d. h. mit Spritzen oder Infusionen verabreicht werden, und dass man dem kleinen Baby das „Penicillin“ so und anders nur in flüssiger Form gibt, wage ich es bei einer Entzündung auch die großen „Augmentin-Tabletten“ zu zerkauen, was mir bisher aber keine besonderen Nachteile gebracht hatte, außer, dass sie freilich in wesentlich kürzerer Zeit zu wirken beginnen. Dies gilt auch für die Nerventablette „Lexotanil“, die sich praktisch schon, kaum im Munde, auflöst. Das heißt aber nicht, dass man mit der Einnahme nicht umso vorsichtiger sein muss. Dies alles sollte keine Anleitung sein, sondern es ist nur ein Erfahrungsbericht!

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