Was heisst borderline Störung genau könnt ihr mir bitte genauer erklären.. Bin eben gehörlos und verstehe nicht alles?

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2 Antworten

Bei der Borderline-Störung  handelt es sich um eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität von Emotionen und Stimmung, der Identität sowie zwischenmenschlichen Beziehungen charakterisiert ist. Es handelt sich um ein schwerwiegendes psychiatrisches Krankheitsbild, das auch als emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs bezeichnet wird.

Betroffene erleben sich als Opfer ihrer eigenen heftigen Stimmungs- und Gefühlsschwankungen, was zu extremer innerlicher Anspannung führen kann, die dann als unerträglich und peinigend erlebt wird. Viele setzen selbstschädigende Verhaltensweisen ein, um diese Anspannung zu verringern. Vor allem Schmerz spüren viele während der extremen Spannungsphasen kaum oder nur sehr wenig. Selbstverletzungen, Drogeneinnahmen und hoch riskante Aktivitäten lindern die Anspannung sofort, werden dadurch jedoch rasch zu suchtartigem Problemverhalten. Menschen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, fühlen sich innerlich zerrissen, haben ein gestörtes Selbstbild und eine gestörte Körperwahrnehmung. Sie leiden unter massiven Ängsten vor dem Alleinsein und instabilen Beziehungen.

Die Bezeichnung Borderline-Persönlichkeitsstörungen (borderline: "Grenzlinie) hat ihren Ursprung daher, weil man Betroffene nach psychoanalytischem Verständnis in eine Art Übergangsbereich von neurotischen und psychotischen Störungen ansiedelte, da Symptome aus beiden Bereichen identifiziert wurden.

Das Wissen über das Erkrankungsbild ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. So gilt als gesichert, dass ein Zusammenspiel zwischen genetischen Faktoren und in vielen Fällen frühen traumatischen Erfahrungen für die Entstehung der Borderline-Störung verantwortlich ist. Über die Hälfte der Betroffenen berichtet von schwerwiegendem Missbrauch, über 60% von emotionaler Vernachlässigung, fast alle aber über ein soziales Umfeld, in welchem sie sich in hohem Maße als fremd, gefährdet und gedemütigt erlebt haben.

Oder wie Betroffene es in einem Satz bezeichnen würden:

Borderline ist:

- ist wie eine Reise in einem rasenden Zug, dessen Notbremse defekt ist.

-  ist wie ein Kind, das in einem erwachsenen Körper lebt und verzweifelt nach seiner Mutter sucht.

- den ganzen Farbkasten des Lebens in seiner Intensität gleichzeitig zu leben von tiefschwarz bis grellpink - Lieben und Leiden in einem Augenblick ohne dass auch nur eine kleine Nuance des "kreativen Chaos" verloren geht.

- ist wie eine ständig wieder tickende, sich selbsterneuernde Zeitbombe, man spürt sie, weiß aber nie, wann sie explodiert!

- wie meilenweit zu laufen und dennoch immer wieder am selben Abgrund anzukommen.

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Die Borderline-Persönlichkeitsstörung gehört wie der Name schon sagt zu den Persönlichkeitsstörungen.

Persönlichkeitsstörungen können erst nach der Ausbildung der Persönlichkeit, somit nicht im Kindes- oder Jugendalter, diagnostiziert werden.

Dennoch können auch hier schon entsprechende Symptome vorliegen, aber man spricht dann von einer Persönlichkeitsentwicklungsstörung und das bestehende Krankheitsbild wird nicht als BL beschrieben.

Weiterhin hat BL eine sehr hohe Komorbidität, sprich es treten meist weitere Begleiterkrankungen auf.

Nun zum Eigentlichen:

Mindestens fünf der folgenden Merkmale müssen vorliegen und zwar in einer Weise, daß sie fest in der Persönlichkeit des Betreffenden verankert und kennzeichnend für das Individuum sind. Außerdem müssen entweder deutliche Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Bereich oder subjektive Beschwerden vorliegen.

1. In mindestens zwei Bereichen, die geeignet sind, sich selbstschädigend auszuwirken, hat der Betreffende Schwierigkeiten, seinen Impulsen zu widerstehen oder sein Handeln wird unberechenbar, wie z.B. Verschwendung, Sexualität, Glücksspiel, Drogengebrauch, Ladendiebstahl, übermässige Nahrungsaufnahme, körperlich selbstschädigende Handlungen.

2. Die zwischenmenschlichen Beziehungen des Betreffenden sind bei gleichzeitiger Intensität von Instabilität gekennzeichnet. Merkmale hierfür sind: Idealisierung, Entwertung, Manipulation (durchgängig andere Menschen für die eigenen Zielsetzungen benutzen).

3. Häufige Wutausbrüche, dauernde Gereiztheit, mangelnde Kontrolle des Ärgers in Situationen, die die Intensität dieser Gefühle nicht rechtfertigen.

4. Der Betreffende ist sich in Fragen bezüglich seiner Identität unsicher, z.B. "Wer bin ich", "Ich komme mir vor als wäre ich meine Schwester wenn ich gut bin", oder auch in langfristigen Zielsetzungen, Berufswahl, Freundschaftsmuster, Werte oder Geschlechts-Identität.

5. Schwankungen in der Gestimmtheit mit einer Dauer von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen, die in auffälliger Weise zwischen Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Angst und normaler Gestimmtheit pendeln kann.

6. Unfähigkeit oder Schwierigkeiten, das Alleinsein zu ertragen, was sich z.B. in hektischer Betriebsamkeit, krampfhaftem Vermeiden von Alleinsein und Niedergeschlagenheit, wenn der Betreffende allein ist, äußern kann.

7. Der Betreffende zeigt eine Tendenz oder akute Neigung zu selbstschädigenden Handlungen, z.B. Selbstverstümmelung, häufige Unfälle, häufige körperliche Auseinandersetzungen oder suizidale Gesten.

8. Der Betreffende empfindet ein ständiges oder lang andauerndes Gefühle von Leere und Langeweile.

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